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oder  bey  den  Edelleuten,  die  neuen  Familien  angesetzt  werden  sollen.
Die  Haupt  Absicht  gehet  auch  dahin,  daß  das  lauter  freye  Leute  und
keine  Selaven  seyn  sollen,  denn  welcher  Mensch  wird  sich  zu  der  Leibeigenschaft
  engagiren,  und  dazu  etabliren  lassen:  und  das  ist  auch  der
allerhöchsten  Willensmeynung  gantz  und  gar  entgegen,  Höchstdieselben  verabscheuen
  eine  solche  Sclaverey,  und  wollen  dergleichen  gar  nicht  haben,
wo  der  Edelmann  mit  dem  Unterthan  wie  mit  dem  Vieh  umgehet.  Es
muß  daher  vor  diesem  Plan  ein  näheres  Detail  gemacht  werden:  wieviel
neue  Familien  können  bey  den  Aemtern  angesetzt  werden,  und  wie  viele
bey  den  Edelleuten;  doch  in  Ansehung  derselben  mit  der  ausdrücklichen
Voraussetzung,  daß  sie  gäntzlich  frei  und  keine  Selaven  sind;  und  wollen
die  Edelleuthe  dergleichen  Familien  bey  sich  haben,  so  müssen  sie  sich
dazu  verstehen,  solche  wie  freye  Leute  zu  behandeln.  Ueberhaupt,  was
die  Verbesserung  der  Land-Oeconomie  betrifft,  so  kann  vorzüglich  im
Culm'schen  und  auch  in  der  Gegend  zwischen  Hammerstein  und  Conitz
noch  sehr  vieles  gemacht  werden;  in  den  anderen  Niederungen  aber  ist
so  viel  nicht  zu  machen,  das  ist  mehr  und  besser  in  Ordnung.  Betragend
15.  nun  die  Städte,  so  werden  dieses  Jahr  100/m  Thlr.  anderweit  zu
deren  bessern  Ausbau  gegeben,  wovon  die  dortige  Cammer  den  Plan
zu  deren  Verwendung  gemacht:  da  muß  nun  besonders  darauf  gesehen
werden,  daß  die  Baubediente  alles  tüchtig  und  gut  machen,  welches  der
Cammer  ihre  Sache  ist,  sie  muß  die  Leute  in  genauer  Ausfsicht  halten.
Es  ist  eine  Untersuchung  im  Werke  wegen  der  vorigen  Bauten  zu  Culm,
die  sehr  schlecht  gemacht  sind;  ist  das  nun  Dummheit  des  Baubedienten,
so  meritiret  er  nicht,  daß  er  bleibt;  ist  aber  Betrügerey  dahinter,  so  muß
er  überdem  noch,  andern  zum  Exempel,  dafür  gebührend  bestraft  werden.
Was  dieses  Jahr  zum  Bau  der  Städte  gegeben  wird,  davon  kann  er,
wenn  er  hinkommt,  den  Anschlag  ansehen,  und  sich  sodann  nach  vorstehendem
  richten.  Dabey  wird  demselben  bekannt  gemacht,  daß  zu  Culm  noch
80  Häuser  fehlen,  die  gantz  aufzubauen,  und  jetzt  nichts,  wie  wüste  Stellen
sind;  noch  8  oder  9  Häuser  außerdem  am  Markte  zu  repariren.  In
Graudentz  ist  auch  noch  was  zu  bauen,  auch  zu  Elbing;  am  letztern  Orte
soll  auch  ein  Haus  für  einen  Königsbergschen  Kaufmann  gebauet  werden,
der  dorten  einen  Handel  etabliren  will,  welches  Ich  der  Kammer  zu
Marienwerder  kürtzlich  befohlen;  das  gehöret  aber  auf  den  Plan  vor
künftiges  Jahr,  dieses  Jahr  ist  schon  alles  disponiret,  was  on  jedem
Ort  gebauet  werden  soll.  Denn  ist  zu  Schwetz,  Mewe,  Stargard,  besonders
  letzteren  Orts,  auch  noch  was  zu  machen,  das  fehlet;  aber  das
nöthigste  muß  zuerst  gemacht;  und  dabey  auf  Bebauung  wüster  Stellen
vorzüglich  gesehen  werden,  daß  mehr  Leute  in  den  Städten  angesetzt
werden  können;  da  muß  denn  16.  darauf  bedacht  genommen  werden,  was
für  Art  von  Fabriquen  und  Handwerkern  jeden  Orts  sich  passen,  daß
man  die  in  den  Städten  ansetzet,  die  solche  Waaren  machen  vor  die
Pohlen,  auch  Lohgerber,  Seifensieder,  hin  und  wieder  Grobschmiede  und
dergleichen  Professionisten  mehr.  Die  beste  Tuch  Fabrique  ist  zu  Conitz,