An  den  Geheimen  Rath  v.  Gaudi  in  Bromberg.
Anordnungen  für  Verbesserung  des  Ackerbaues.

Da  Ihr  die  Special  Nachrichten  zu  der  geforderten  Nachricht  derer
Kosten  für  die  bey  den  Aemtern  im  Netze  District  befindliche  und  urbar
zu  machende  Moräste  diesen  Abend  erst  erhalten  könnet,  so  will  Ich  also.
die  Nachweisung  morgen  zu  Mockerau  von  Euch  erwarten.  Hiernächst
aber  gehet  Meine  Intention  dahin,  daß  ein  Versuch  gemacht  werden
soll,  wie  man  den  vielen  Mist  bey  Inowrazlaw,  den  sie  dorten  gar
nicht  brauchen,  und  eher  in  das  Wasser  werfen,  auf  die  leichteste  undbequemste
  Art  von  da  weg,  und  auf  die  nächstbelegenen  Aecker  zu  den
Dörfern,  die  den  mehresten  Sand  haben,  schaffen  kann.  Es  kann  dieses
am  leichtesten  bewerkstelliget  werden  zu  Wasser  auf  Prahms,  die  aber
nur  klein  seyn  müssen,  nachdem  das  Wasser  beschaffen,  auch  in  Ansehung
  der  vielen  Krümmungen,  die  da  sind.  Ihr  habt  daher  sofort
zu  veranstalten,  mit  der  Wegschaffung  des  Mistes  von  Inowrazlaw  zu
den  nächstbelegen  Dörfern,  die  den  mehresten  Sand  haben,  einen  Versuch
  zu  machen,  wovon  dann  hiernechst  ein  ordentlicher  Ueberschlag  gewerden
  muß,  wieviel  Mist  zu  Inowrazlaw  sie  zum  Wegschaffen  haben,
wohin  solcher  zu  bringen,  was  das  kostet,  und  was  der  Nutzen  macht,
wenn  die  Dörfer  ihre  Aecker  durch  diesen  Mist  so  verbessern  können.  Ihr
werdet  dieses  alles  demnach  gehörig  verfügen  und  besorgen  und  Mir
hiernechst  darüber  Euren  pflichtmäßigen  Bericht  erstatten.

Graudenz,  den  7.  Juni  1781.
Friedrich.

An  den  Kammerdirektor  v.  Korckwitz.
Zur  Hebung  der  Kultur  Westpreußens.

..  .  Do  auch  Meine  landesväterliche  Willensmeinung  dahin  gehet,
den  Nahrungsstand  und  den  Ackerbau  in  hiesiger  Provinz  immer  weiter
in  Aufnahme  zu  bringen,  —  wozu  denn  auch  gehöret,  den  Unterthanen
mehr  Gelegenheit  zu  verschaffen,  ihre  Getraide  besser  absetzen  zu  können,
besonders  in  den  Gegenden,  wo  kein  Wasser  ist,  und  wo  sie  mit  ihrem
Getraide  nirgends  hin  wißen,  damit  sie  nicht  müde,  sondern  eher  aufgemuntert
  werden,  ihre  Felder  immer  besser  zu  cultiviren,  und  mehr
Fleiß  darauf  zu  verwenden,  —  so  ist  das  beste  Mittel  hiezu,  wenn  in
den  Städten  solcher  Gegenden  Manufakturen  aller  Arten,  die  dem  Lande
nützlich  sind,  und  wie  sie  sich  für  jeden  Ort  schicken,  angeleget  werden:
wodurch  denn  die  Consumtion  in  denen  Städten  vermehret  und  den
Landleuten  Gelegenheit  verschaffet  wird,  ihr  Getraide  besser  zu  verkaufen.
Zu  dem  Ende  nun  müsset  Ihr  die  Designationes  von  der  Ex-  und  Importation,
  welche  die  Direktions  zu  Neufahrwasser  und  Fordon  anzufertigen
  und  an  Euch  einzureichen  angewiesen  sind,  fleißig  nachsehen,
was  für  fremde  Fabrikwaaren  und  Sachen,  es  mögen  sein,  welche  sie