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daß  sie  die  Saat  ohnmöglich  wieder  gewinnen  können  und  das  Korn  so
gut  wie  weggeworfen  ist.  Wenn  sie  die  Hälfte  von  den  Feldern  nur
ordentlich  bemistet  und  besäet  hätten,  so  würden  sie  weit  mehr  profitirt
haben  und  hätten  dann  von  dem  überflüssigen  Acker  zu  künstlichen  Wiesen
was  nehmen  können,  um  mehr  Futter  für  das  Vieh  und  auch  mehr  Dünger
zu  kriegen.  Allein  die  Beamten  an  diesen  Orten  sind  zu  nichts  nutze
und  verstehen  nichts  von  der  Wirthschaft.  Ich  habe  Euch  daher  aufgeben
wollen,  auf  14  Tage  mahl  selbst  nach  der  Gegend  hinzugehen  und  zuvor
mit  dem  Kammer-Direktor  v.  Korckwitz  darüber  zu  correspondiren,  daß
Ihr  Cuch  zusammen  treffet;  sodann  könnt  Ihr  alles  selbst  ansehen  und
mit  demselben  Euch  darüber  besprechen,  auch  den  Leuten  dorten  alles
sagen  und  weisen,  wie  sie  das  besser  machen,  den  Acker  ordentlich  und
wirthschaftlich  bedüngen  und  bestellen  sollen,  damit  sie  was  davon  gewinnen
  und  erndten  können;  desgleichen  auch,  wie  die  artificiellen  Wiesen
gemacht  und  angelegt  werden  müssen:  damit  sie  ihre  Felder  besser  bestellen
und  davon  mehr  Nutzen  zu  ziehen  lernen.
Mockerau  den  8.  Juni  1781.
Friedricht,

An  den  Geheimen  Rath  v.  Gaudi  zu  Bromberg.

Wegen  statistischer  Nachrichten  über  Getreide-Produktion  und  Konsumtion;
  Melioration;  Beihilse  für  die  Reparation  von  Kulturschäden.

Ich  verlange  eine  exacte  Nachweisung  von  dem  Getreidebau  in  dem
dortigen  Departement;  wie  viel  nehmlich  überhaupt  von  allen  Arten
Getreide  gewonnen  wird  in  guten,  mittleren  und  schlechten  Jahren,  wieviel
  die  sämmtliche  Consumtion  jährlich  beträgt,  das  Futter  für  das
Vieh  mit  gerechnet;  was  sodann  übrig  bleibt  und  wo  das  Heu  verkauft
  wird.  Ihr  habt  also  zu  besorgen,  daß  diese  Nachweisung  mit
aller  Accuratesse  und  zuverlässig  angefertigt  und  hiernächst  an  Mich
eingesandt  wird.  Sodann  finde  Ich  auch,  daß  die  Anzahl  Kühe  an  der
Netze  viel  zu  geringe  ist  und  füglich  doppelt  so  viel  seyn  kann.  Ich
habe  Euch  schon  ein  paarmal  gesagt,  daß  Ihr  Euch  der  Sache  wegen
Nackel  besser  annehmen  sollet;  da  haben  sie  Wiesen  genug  und  nur  so
wenig  Vieh.  Es  hat  Mir  viel  Geld  gekostet,  alle  die  Grabens  ziehen
und  die  Wiesen  gut  machen  zu  lassen.  Es  wird  aber  darnach  gar  nicht
gesehen;  die  Grabens  werden  nicht  aufsgeräumt  und  müssen  wieder  verfallen,
  wie  Ich  das  jetzunter  schon  Selbst  gefunden.  Ihr  müßt  daher
sogleich  die  Verfügung  treffen,  daß  die  Grabens  wieder  aufgeräumt  und
in  Ordnung  gebracht,  auch  ferner  in  besserem  Stande  gehalten  werden
und  daß  der  Viehstand  dorten  vermehret  wird.  Denn  das  ist  die  ganze
Absicht  und  deshalben  sind  die  Kosten  darauf  gewendet,  sonsten  ist  ja
alles  umsonst  und  das  Geld  ins  Wasser  geworfen.  Ueberhaupt  will
Ich  Euch  hiermit  nochmals  wiederholen,  daß,  wofern  Ihr  Eure  Schuldigkeit
  nicht  besser  wahrnehmet  und  die  Sachen  dorten  nicht  so  in  Ordnung