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halten  werdet,  wie  Ich  es  Euch  vorschreibe,  Ihr  großen  Lerm  mit  Mir
kriegen  werdet.  —  Sodann  ist  es  auch  gut,  wenn  sie  da  wüstes  Feld
haben,  daß  sie  das  erst  mit  Hafer  besäen  und  hernach  Kiefern  drein
säen,  da  werden  sie  guten  Nutzen  davon  haben.  Ich  verlange  auch
zu  wissen,  wie  stark  der  Viehstand  seyn  muß  in  der  ganzen  Provintz,
wenn  solcher  complet  seyn  soll,  und  was  jetzt  daran  fehlet.  Denn  daraus
wird  eine  große  Augmentation  erwachsen  können,  wenn  sie  alsdann  die
Butter  nach  Berlin  hin  debitiren  und  auch  wohl  Korn  nach  der  Neumark
verkaufen  können.  Ich  will  also  auch  hierüber  Eure  Anzeige  erwarten.
Uebrigens  bin  ich  die  ganze  Provintz  durchgekommen  und  habe  keinen
großen  Schaden  vom  Froste  wahrgenommen,  bis  auf  einige  kleine  Flecke
bei  Schönlanke,  die  erfroren  sind,  und  bey  Filehne,  da  ist  auch  etwas
Schaden  geschehen.  Ich  muß  daher  gleich  wissen,  was  da  zu  thun  ist
und  was  es  kosten  wird,  den  armen  Leuten,  die  das  neue  Saatgetreide
an  Gerste  oder  Buchweitzen  sich  nicht  selbst  kaufen  können,  damit  auszuhelfen
  und  wo  solches  am  besten  herzunehmen,  damit  sie  es  gleich  kriegen
können.  Jedoch  muß  die  Prinzessin  Sapieha  für  das,  was  bey  Filehne
an  Schaden  geschehen  ist,  ihrerseits  auch  was  zuschießen;  worauf  Ihr
Rücksicht  nehmen  müsset.  Sonsten  aber  habe  Ich  alles  Getreide  dorten

in  der  Provintz  gut  gefunden.
Potsdam  den  15.  Juni  1781.
Friedrich

Anden  Direktor  der  Brombergischen  Kammer,  v.  Domhardt.
Instruktion  für  die  Verwaltung  und  die  Kultur  von  Westpreußen.

Da  Se.  Königl.  Majestät  zu  resolviren  geruhet,  Dero  bisherigen
Kammer-Direktor  bei  der  Mindenschen  Kammer  v.  Domhardt  zum  Präses
und  Direktor  bei  Dero  Brombergschen  Kammer  zu  ernennen  und  demselben
  diese  Provinz  zu  seiner  Aufsicht  anzuvertrauen,  so  haben  Höchstdieselben
  Dero  nunmehrigen  Direktor  der  Brombergschen  Kammer  zu
seinem  Verhalten  nachstehende  Punkte  wie  eine  Instruktion  vorschreiben
wollen,  wornach  er  sich  in  dem  ihm  jetzt  anvertrauen  Punkte  auf  das
genaueste  richten  und  alles  darin  enthaltene  mit  gehöriger  Exactitude
und  seiner  Pflicht  gemäß  befolgen  muß.  «

1)  sind  die  Kassen  Sachen.  Das  ist  eines  der  nothwendigsten  Dinge,
und  muß  er  darnach  sehen,  daß  solche  in  beständiger  guter  Ordnung  soviel
nur  möglich  erhalten  werden.  2)  Ist  in  der  Provintz  eine  terible  Unordnung
  eingerissen,  denn  die  Leute  bezahlen  ihre  Contribution  nicht
richtig  und  zur  gehörigen  Zeit,  sie  sind  auch  dazu  nicht  scharf  genug
angehalten  worden;  daher  entstehen  nun  die  Reste  und  die  vielen  Rückstände.
  3)  Haben  Se.  Königl.  Maj.  besonders  bei  Nackel  ein  groß  Defrichement
  machen  lassen  und  den  vorigen  Kammer-Direktor  v.  Gaudi
verschiedentlich  aufgegeben,  davon  zu  suchen  für  die  Provinz  den  besten
Nutzen  zu  ziehen,  aber  sie  haben  mit  demselben  Dero  Absicht  nicht  erreichen