—  116  —

weitläufige  Ländereyen  haben.  Auf  die  bey  einem  Gute  überflüssigen
Hufen  muß  der  2.  Sohn  angebaut  werden.  Allein  die  von  dem  Präsident
von  Goltz  dazu  verlangte  Kosten,  nemlich  200  Thlr.  zu  jedem  solchen
Abbau,  gehen  zu  sehr  ins  große,  als  daß  Ich  Mich  darauf  einlassen
könnte,  zumahl  da  die  Cammer  sich  selbst  von  der  Sache  nicht  zulänglich
unterrichtet  hat  und  außer  Stande  ist,  die  Anzahl  der  Güter  und  Huben
genau  anzugeben,  auf  welchen  dergleichen  Abban  statt  finden  kann.  Es
ist  nothwendig,  daß  Ich  davon  unterrichtet  werde,  um  das  gantze  übersehen
  zu  können,  und  um  deswillen  muß  Ich  davon  eine  Nachweisung
haben,  welche,  wie  von  mehreren  dergleichen  Sachen,  die  Cammer  schon
hätte  in  Bereitschaft  haben  sollen,  um  meinen  Nachfragen  ein  Genüge
leisten  zu  können.  Ich  habe  auch  bereits  an  diese  den  Befehl  gegeben,
daß  mit  dem  Leinsäen  Proben  gemacht  werden  sollen,  weil  Mir  lieb
sehn  würde,  wenn  man  in  Preußen  guten  Leinsamen  gewinnen  und
Schlesien  damit  versorgen  könnte,  bis  jetzt  aber  davon  n#d#  keine  Anzeige
  erhalten  Dieser  Inattention  und  Sorglosigkeit  der  Cammern  werdet
Ihr  also  durch  strenge  Aufsicht  abhelfen  und  Meiner  Erwartung  gemäß
überall  dafür  sorgen,  daß  Meinem  Willen  ein  Genüge  geschehe.  Im
Uebrigen  habe  Ich  Euch  noch  bekannt  machen  wollen,  daß  Mir  diejenige
7195  Thlr.  15  Ngr.,  welche  nach  den  Mir  vorgelegten  Geheimen  Kammer—
Cassen-Etat  von  denen  zu  Verpflegung  der  neuen  Frey-Regimenter  angewiesenen
  Geldern  überschießen,  in  Banco-Noten  eingeschickt  werden  sollen;
deshalb  habe  Ich  die  Geheime  Kammer-Casse  besonders  angewiesen.
Potsdam,  den  16.  Juni  1786.
Friedrich.

An  den  Kammerdirector  v.  Domhardt  zu  Bromberg.
Güter-Ankauf  und  Anlage  von  Holländereien  in  Westpreußen.

Um  Cuch  in  Verfolg  Meiner  unter  heutigem  Datum  an  Euch  erlassenen
  Ordre  von  Meiner  Idee  völlig  zu  unterrichten,  habe  Ich  Euch
hiedurch  fernerweit  bekannt  machen  wollen,  daß  Ihr  bey  dem  erhaltenen
Auftrage  zum  Güter-Ankauf  besonders  darauf  sehen  sollet,  daß  Ich  gutes,
zu  Wiesen  taugliches  und  kein  mooriges  Land  acquiriren  kann.  Es  ist
gar  nicht  nöthig,  daß  alles  an  einem  Orte  beysammen  liege,  sondern
dergleichen  gutes,  zu  nutzbaren  Holländereyen  schickliches  Wiesenland  kann
an  differenten  Orten  dergestalt  zusammen  gekauft  werden,  daß  an  einem
Orte  eine  Holländerey  von  500  Stück,  an  einem  andern  dergleichen  von
1000  Stück  angelegt  werden  kann.  Auf  allen  dergleichen  Flecken  zusammen
müssen  aber  wenigstens  10/m  Stück  Kühe  können  gehalten  werden,  wenn
Ich  solche  urbar  und  zu  Wiesen  machen  lasse.  Sobalde  es  dahin  gekommen,
muß  das  Vieh  angeschafft,  zugleich  müssen  aber  auch  die  Leute  engesetzt
werden,  die  es  warten  sollen,  und  dazu  müssen  der  Sache  kundige  Leute
aus  dem  Mecklenburgschen  und  Holsteinschen  engagiret  werden.  Fände
sich  Gelegenheit,  mit  dem  zu  Wiesen  tauglichen  Grunde  zugleich  Acker