Philol.  168—171  39

bewahrt,  dagegen  der  Archipoeta  ist  oben,  um  mit  dem  Martianus
zusammen  zu  passen,  so  beschnitten,  dass  einzelne  Buchstaben  beschädigt
  sind.

Bl.1,  2  und  3a  sind  in  2  Spalten,  das  Übrige  in  einer  Spalte  geschrieben,
  durchgängig  mit  Verständniss  für  die  metrischen  Formen.

Blla  “Lingua  balbus.  hebes  ingenio’,  45  Strophen  zu  4  Zeilen
mit  grossen  Anfangsbuchstaben  der  Strophen.  Die  Grösse  des  L  in
Lingua  spricht  dafür,  dass  mit  diesem  Worte  das  Gedicht  beginnt.
Das  Blatt  ist  oben  so  beschnitten,  dass  wahrscheinlich  die  Überschrift
Archipoeta  weggeschnitten  ist.  Grimm  1  S.189;  vgl.  Meyer  S.159.

Bl.2b  “Archipoeta  (stets  roth).  Fama  tuba  dante  sonum’,  94  Zeilen
mit  Tiradenreim  und  mit  Initialen  im  Anfang  Jeder  Versgruppe.
Grimm  IL  S.192;  vgl.  Meyer  S.174.

Bl.3a  “Archipoeta.  Omnia  tempus  habent  et  ego  breue  postvlo
tempus’;  23  gereimte  Ilexameter,  jeder  mit  grossem  Anfangsbuchstaben.
  Grimm  IlI  8.193;  vgl.  Meyer  8.117.

Die  4  ersten  Hexameter  bis  zum  Ende  von  Bl.3a  Konnte  der
Schreiber  mit  Mühe  in  die  schmale  Spalte  zwängen;  deshalb  nimmt
er  mit  3b  anfangend  nur  eine  Spalte  auf  die  Seite  und  schreibt  die
zusammengehörigen  Kurzzeilen  in  eine  Langzeile.

Bl.3b  "Archipoeta.  Archieancellarie  uir  discrete  mentis’,  32
Strophen  zu  4  Langzeilen  mit  Initialen  jeder  Strophe.  Grimm  IV
S.144;  vgl.  Meyer  S.165.

Bl.6  “Archipoeta.  Nocte  quadam  sabbati  somno  iam  refectus’,
25  vierzeilige  Strophen  mit  grossen  Anfangsbuchstaben.  Grimm  V
S.198;  vgl.  Meyer  S.165.

Bl.7b  "Archipoeta.  En  habeo  uersus  te  precipiente  reuersus’,
46  Hexameter  (22  mit  Innenreim,  dann  6  vierzeilige  Strophen),  Jeder
mit  grossem  Anfangsbuchstaben.  Grimm  VI  S.201;  vgl.  Meyer  5.178.

Bl.8a  "Archipoeta.  Archicancellarie  uiris  maior  ceteris‘,  11
Strophen  zu  je  3  Langzeilen  mit  Stropheninitialen.  Grimm  VII
5.202;  vgl.  Meyer  S.  102.

Bl.8b  “Archipoeta.  Presul  urbis  agripine.  qui  rigorem  discipline.
bonitate  temperas.  Nichil  agens  indiscrete.  ne  sit  fama  ımendax  de
te.  uita  famam  s(uperas)’.  Mit  dieser  ersten  Strophe  (Grimm  VII
S.203)  bricht  die  Blätterlage  ab.

Von  diesen  Gedichten  findet  sich  Grimm  no.  IV  auch  sonst;  dagegen
die  übrigen  sind  bis  jetzt  nur  aus  diesem  Göttinger  Quaternio  bekannt.

Diese  Blätterlage  besass  zusammen  mit  Cod.  Philol.  164  (Martianus)
  im  Jahre  1774  Jo.  Christ.  Wilh.  Diederichs,  der,  wie  aus
Cod.  Mich.  33—95  erhellt,  im  September  1773  noch  in  Erfurt,  im
Februar  1774  wieder  in  Pyrmont  wohnte.  Die  genannten  Stücke,
dazu  Cod.  philol.  167  (Boetius)  wurden  in  der  Auction  von  Diederichs’
Nachlass  1787  in  Hameln  um  21  Gr.  4  Pfenn.  (!)  ersteigert.

Philol.171  Druck

(Eberhardi  Bethun.)  Labyrinthus,  Erfurt  1501.  Von  einer
Hand  aus  dem  Anfang  des  16.  Jahrhunderts  sind  viele  werthlose,
dann  von  (Chr.  Aug.)  Heumann  neben  dem  Texte  und  auf  9  beiliegenden
  Blättern  werthvolle  Erklärungen  und  Textesbesserungen
beigeschrieben.

Aus  der  Bibliothek  des  alten  Gymnasiums  in  Göttingen  1786.