Philol.  195  —  197  ol

Philol.196  1Bl.  und  552  Seiten  (159  und  264  doppelt
(a.  b.)  gezählt)  zu  32:20  cm.  17.Jahrh.,  von  3  Händen  geschrieben:
1)  bis  264a,  2)  264a--265  und  334  bis  zum  Schluss,  3)  265—334.
Ein  grosser  Theil  der  Hs.  ist  vom  Wasser  stark  beschädigt.

“Geistliche  und  Weltliche  Historien,  auch  kurtzweilige  Reden
vnd  dergleichen.  In  Meister  Thön  gebracht.  Durch  M.  Ambrosium
Metzgerum,  der  Schul  bey  S.  Aegidien  (in  Nürnberg)  Collegam.
Anno  16.  .’

Die  Sammlung  umfasst  425  Meisterlieder,  die  fast  sämmtlich  von
Ambr.  Metzger  herrühren  und  in  den  Jahren  1625—30  gedichtet
sind.  S.1  steht  “Angefangen  zu  schreiben  den  2  Januarii  1625’;
über  jedem  Liede  ist  der  Ton  und  dessen  Verszahl  angegeben,
bis  S.265  auch  eine  den  Inhalt  betreffende  Uberschrift;  am  Schluss
jedes  Liedes  steht  der  Verfasser  (ausser  auf  S.279—334)  und  fast
ohne  Ausnahme  das  Datum.  Die  Gedichte  sind  nicht  chronologisch
geordnet,  doch  lassen  sich  grössere,  nach  der  Zeitfolge  geordnete
Gruppen  erkennen.  Von  anderen  Verfassern  sind:  S.332  “Eine
Schulkunst,  so  den  25.4.1630  Von  Samuel  Martin  Ist  gesungen
worden  Als  er  sein  erste  Schul  gehalten’;  5.334  und  335  zwei  Lieder
vom  22.7.1628  unterzeichnet  “Georg  Holtzbock”.

Mehrere  Gedichte  Metzger’s  sind  zuweilen  zu  einem  Ganzen
zusammengefasst,  so  S.46,  8.57,  8.171  und  177.  Uber  sein  Leben
handeln  8.265  “Curriculum  vitae..  .”  (gedr.  aus  einer  Dresdener  Hs.,
die  nur  12  seiner  Lieder  enthält,  im  Archiv  f.  Litt.-Gesch.  III,  54  ff),
vgl.  S.84  “..  A.  Metzgeri  leben  zum  theil..  .;  $8.70  “Wie...  A.M.  zur
Kunst  des  Meistergsangs  kommen  .  Die  Bearbeitungen  einzelner
Psalmen  stimmen  nicht  überein  mit  "Psalter  Davidis,  Nürmberg  1630’.
Die  Schwänke  sind  aus  schr  zahlreichen  elassischen,  mittelalterlichen
und  neuern  Quellen  entnommen.  Mehrere  Gedichte  stehen  in  näherer
Beziehung  zur  Singschule,  so  ein  einstrophiges  B1.69  “Begrüssung
der  Mercker’,  mit  der  Bemerkung  “In  diesem  g’setz  hadt  Jobst
Zollner  den  thon  approbirt’.  Viele  Gedichte  sind  andern  Meistersingern
  gewidmet.

Im  ersten  Theile  der  Hs.  finden  sich  sehr  wenige  Correeturen
der  zweiten  Hand.  In  den  von  der  dritten  Hand  geschriebenen
Abschnitten,  denen  Metzger’s  Name  nicht  beigeschrieben  ist,  ist  von
derselben  Hand  vieles  geändert.  Einiges  ist  offenbar  nach  Dietat
geschrieben;  darauf  deutet  S.266  "sie  wenn  die’,  welches  von  derselben
  Hand  in  “siebente’  berichtigt  ist;  da  M.  nun  wegen  Schwäche
der  Augen  seine  Gedichte  zu  dietiren  gezwungen  war,  so  ist  es
wahrscheinlich,  dass  die  vorliegende  Hs.  diejenige  ist,  welche  unter
gleichem  Titel  aus  seinem  Nachlass  erwähnt  wird  (Will-Nopitsch,
Nürnb.  Gelchrten-Lexicon  VI).

Die  Handschrift  wurde,  damals  zusammengebunden  mit  Philol.  195,
in  der  Auction  des  Procurator  Schepeler  zu  Göttingen  1830  gekauft.
Vorher  war  sie  im  Besitze  Achim  von  Arnim’s;  denn  die  von  Jae.
Grimm  “über  den  altd.  Meistergesang’  1811  wiederholt  eitirte  Hs.
in  Arnim’s  Besitz  ıst  mit  der  vorliegenden  identisch.

Philol.197  21  Bl  zu  31Y,:19  em  (das  erste  nur  ein
Zettel).  17.  Jahrh.

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