52  Gocttingen,  Universitäts  -  Bibliothek

Meisterlieder.  Im,  ganzen  28  Gedichte,  von  deren  erstem
der  Anfang  fehlt.  Die  Überschrift  für  das  erste  Gedicht  (Bl.1)
sowie  verschiedene  Anderungen  stammen  von  derselben  Hand  wie
die  im  Cod.  Philol.195.  Uber  jedem  Gedicht  steht  der  Ton
und  dessen  Verszahl,  am  Schluss  oft  Datum  und  öfter  der  Verfasser.

Als  Dichter  sind  genannt  Hans  Sachs  (Bl.3,  11,  12,13,  14,  21;
das  letzte  ıst  gedruckt  in  Dichtungen  von  Hans  Sachs  I.  hıg.  von
K.  Goedeke,  Deutsche  Dichter  des  16.  Jahrh.,  No.154,  wo  diese  Hs.
mit  V  bezeichnet  wird);  A.  Puschmann  1577  (Bl.8),  Hans  Deusinger
  1600  (Bl.9,10),  Joh.  Spreng  (Bl.15),  W.  Spangenberg
1602  (Bl.19),  B.  Sedeltzer  mit  dem  Zusatz:  corigirts  B.V...
(Bl.18),  M.  Gümpel  (Bl.19),  Seb.  Wilt  (Bl.21);  bei  den  übrigen
ist  kein  Name  angegeben.

Wahrscheinlich  ist  die  Hs.  mit  195  und  196  zusammen  gekauft.

Philol.197i  158  Bl.  hoch  17,  breit  10'/;em.  17.Jahrh.

Guilelmus  Alardus  (7  1645):  Exeubiarum  piarum  centuria.
Bl.2—5  Epigramme  auf  Alardus  von  Gregorius  Maes,  Samuel
Rosenbom,  Joh.  Vorst,  Friedr.  Taubman  und  Heinrich  Meibom.
B1.6—130  Exeubiarum  Decas  I—-X.  Bl.131—158  “Copiae  Exeubiis
sacrıis  Succenturiatae’.  Vielleicht  Reinschrift  des  Verfassers.
Die  Handschrift  stimint  vermuthlich  überein  mit  dem  bei  Moller,
Cimbria  literata  1,5,  genannten  Druck  von  1607.  Das  Taubmann’sche
Epigramm  zeigt  in  der  Hs.  einige  Varianten  gegen  den  Abdruck
bei  Moller.  Aus  der  Bibliothek  der  deutschen  Gesellschaft;  vorher
im  Besitz  von  Rudolf  Wedekind.

Philol.198  4  Bl.  hoch  32,  breit  20cm.  1730.

Bl.1  ‘En  Plattdutsches  Leid,  dat  ase  dey  Kayserl.  General
Lieutem  Picelemin  dei  Stadt  Gottingen  Anno  1641  belagert  hadde...
von  ennen  Göttingschen  Studenten  mahket  und  in  der  ganzen  Stadt
sungen  ils,  uppestund  taun  ersten  mahle...  drüket  von  den
Göttingschen  Baukdrüker  Hans  Fredreck  Hager.  Ein  Dusend  seben
hunnert  und  Drötig”.  Anfang:  °1  Picklenin  wat  wultu  dauhn.
Wultu  verdeinen  dat  Kayser  Lohn’.  24  Strophen  zu  je  5  Zeilen.
Bl.4  Notiz  über  die  Einnahme  der  Stadt  durch  Tilly  11.  Aug.  1626
und  die  Eroberung  durch  Herzog  Wilhelm  zu  Weimar  11.Febr.  1632.

Das  Gedicht  giebt  fortlaufende  moralisirende  Erzählung  mit  eingeflochtenen
  Reden.  Die  erzählten  Thatsachen  finden  sich  meistens
in  dem  gleichzeitigen  Bericht  (gedruckt  in  “Zeit-  und  Geschichtbeschreibung
  der  Stadt  Göttingen’  1,205;  nur  einige  Nebensachen
sind  neu.  Das  Gedieht  scheint  noch  nicht  gedruckt  und  nicht
bekannt  zu  sein.

Die  histor.  Notiz  über  1632  deckt  sieh  fast  mit  Zeit-  und  Geschichtbeschreibung
  I  8.197.

1853  zusammen  mit  Originalacten  und  anderen  handschriftlichen
Sachen  von  Prof.  Roessler  gekauft.

Philol.198i  VIL-+  158,  IV  +  237  Seiten,  hoch  36!/,,
breit  22cm.  Saubere  Reinschrift,  nach  1629.

Abschrift  von  Drucken  des  1629  enthaupteten  Johannes  von
Bissenudorff:  IS.I—VII  und  1—158  Drey  Christliche  Gespräche