Philos.  61  163

Kammergerichts  -  Ordnung  —  wohl  aus  dem  15.  Jahrh.  —  scheint
noch  unbekannt  zu  sein.

Bl.168--173  Das  Kampff-Gericht  am  Land-Gericht  (zu  Würzpurg)
‘Wann  mein  gnäd.  Herr  zu  Kampff-Gericht  sitzet’;  gedruekt  mit
Verschiedenheiten  bei  Estor  Klein.  Schriften  II  273  ()  und  Schneidt
Thes.  Jur.  Frane.  II  590,  bei  Goldast  Reichssatzung  I  236—239  und
Grimm  Weisthümer  III  601.

Bl.173—179  (—184?)  Bischof  Gottfrieds  Ordnung  des  Brückengerichts
  zu  Würzburg.  B1.180—183  "Bitzinge  (=  Bezicht,  Inziehit;
vgl.  Lexer,  Lexikon  “Bezie’).  Item  wer  einen  Bitzing  thun  will’.
Darin  kommt  die  Ordnung  für  einen  Zweikampf  zwischen  Mann
und  Frau  vor,  welehe  von  Ephr.  Gerhard,  dissertatio  de  iudieio
duellico  Jenae  1711  (Anhang),  dann  von  Ukert  in  den  Curiositäten  der
physisch...  Mitwelt  I  1811  S.397  und  in  den  Beiträgen  z.  ältern
Literatur  II  S.121  aus  einer  Gothaer,  von  Langer  ni  Brun’  Beyträgen
1799  5.321  aus  einer  Wolfenbüttler  Hft  herausgegeben  ist.

B1.183  “Also  holt  man  die  Zenthe  zu  Würtzburg  eigentlich’.

Bl.184b  "Nun  kömt  es  alles  eigentlichen,  wie  man  es  halten  soll
am  Halss-Gericht  und  Zeutlı  zu  Würtzburg,  als  man  es  itzund  hält
und  bey  dem  Zent-Genossen  Heinrich  Cristen  also  gehalten  ist
worden  a.  48  (1448)  bis  auff  67  (1467)  Jahr  und  bis  jetzund.  Item
Zum  ersten  thut  mann  den  schädlichen  Mann  auss  dem  Loch  zum
Grossen  Eckart’.  Bl.187b  Demnach  folgt  die  Ordnung  der  Zenthen
soweit  der  Stifft  ist  in  seinem  Flecken.  Wir  Gottfried  ete.  6.  Oct.  1447;
gedruckt  bei  Ludewig  S.502  und  daraus  bei  Schneidt  Thesaurus
Jur.  Francon.  II  583.
'  11.  Bl.190—195  Zweikampf  zwischen  Mann  und  Frau;  9  getuschte
Zeichnungen  mit  Beischriften.  Sie  stimmen  genau  mit  den  Bildern
in  der  Gothaer  Hft  membr.  114  des  Talhoferschen  Feehtbuchs  von
1467:  in  Hergsells  Ausgabe  Tafel  242—250;  hieraus  waren  das  erste
Bild  von  Ephr.  Gerhard  1711,  alle  9  verkleinert  in  den  Cwiositäten
  I  Taf.15  und  19  veröffentlicht  worden.  Vgl.  besonders
E.  Spangenberg,  Beyträge  zu  d.  tentschen  Rechten,  1822  8.233.

Auf  dem  Vorsetzblatt  schrieb  Joach.  Henr.  Bilow  “Dielses  Buch
habe  ich  aus  zweyen  Voluminibus,  die  der  H.  Cammerpräsident  alhie,
Freyherr  v.  Goertz  mihr  gecommunieirt,  und  welehe  Ihme  von  dem
Geh.  Rath  und  Obersten  von  Dieden  sind  verschaffet  worden,  absehreiben
lassen.  ”°  Auch  Eccard,  Leges  Salicae  1720  p.199,  erwähnt  “Jus
campionum  Franconiecum  peeuliari  libro  desceriptum;  celegans  eius
cxemplar  duobus  in  folio  tomis  apud  ..  Baronem  de  Goertz  ..
asservatur’.

Über  die  Hften  von  Talhofer’s  Fechtbuch  hat  Jähns,  Geschiehte
d.  Kriegswissenschaften  IT  372,  gehandelt,  nicht  ohne  Irrthümer.  Die
beiden  Hften  in  München  (Cod.  icon.  394.  395)  sind  nur  Copien  der
beiden  Hften  in  Gotha,  welche  selbst  während  des  30  jährigen
Krieges  aus  der  Münchner  Bibliothek  genommen  und  vielleicht  durch
die  Hände  des  Obersten  von  Dieden  und  Freiherrn  v.  Goertz  in  die
Gothaer  Bibliothek  gekommen  sind.  Die  Copien  in  München  sind
von  Julius  Hamberger  für  Friedr.  v.  Schlichtegroll  gefertigt.

Die  Wolfenbüttler  Ilft  (vgl.  Bruns  Beiträge)  hat  nur  die  9  Tafeln
über  den  Kampf  zwischen  Mann  und  Frau  und  24  andere  aus  dem

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