Philos.  64  167

Kyeser  Conradus  Eystetensis  sum  mundo  natus  Genitus  faetus
Cancri  (signo)  Jovis  hora  peractus  A  Rüdigero  patre  ac  Elyzabeth
pia  matre.  .”  Dies  ist  wohl  eines  der  ältesten  deutschen  Portraits.

Bl.139b  “M  semel  ©  quatuor  I  cum  bipertito  semisse’,  19  Hex.,
astrologische  Angaben  über  seine  Zukunft.  Dann  11  Hex.  “Jupiter
Saturnus  Luna  cum  Sole  valebunt’,  ähnlichen  Inhaltes.

Bl.140b  Dieselben  6  Hex.  (Est  hec  capre  barba),  wie  Bl.73b  mit
der  in  Einzelheiten  verunglückten  Zeiehnung  desselben  Fahrschirms
für  Bogenschützen.

Es  finden  sich  Bilder  ohne  Verse  (Bl.37a  38a  T4a  76a  1268
130b  131a),  anderseits  Verse  mit  leerem  Raum  olıne  Bild  (so  78»
Arcus  iste  longus).  Sehr  oft  sind  einem  Bild  und  seiner  Erklärung
eine  oder  mehrere  Versgruppen  oder  prosaische  Stücke  beigeschrieben,
die  ähnliche  Dinge  behandeln,  selten  (besonders  im  10.  Buch)  solche,
welche  ganz  verschiedene  Dinge  behandeln.  Die  Schrift  ist  stets
die  gleiche;  doch  die  Verschiedenheit  der  Tinte  weist  auf  verschiedene
Zeiten  der  Eintragungen.

Der  Text  zeigt  hier  und  da  Schreibfehler.

Die  Bilder  sind  durchweg  gut  gemalt;  vgl.  Bl.ilb  30a  Y5b  114.
Manche  Bilder  sind  zu  Landschaftsbildern  ausgestaltet,  so  bes.
bl.84a  87a  94a.  v.  Eye  glaubt  hier  durchaus  die  Prager  Malerschule
  wiederzuerkennen.

Beschrieben  wurde  die  Hft  zuerst  im  Anzeiger  f.  Kunde  d.  d.
Vorzeit  1870  n0.5  und  11  und  besonders  1871  no.1  und  2,  wo
A.  v.  Eye  auf  die  Gemälde  genauer  eingeht.  Ihm  folgte  Jälns,
Geschichte  der  Kriegswissenschaften  I  1889  S.249—255.  Einzelnes
hat  G.  Köhler,  Die  Eutwicklung  des  Kriegswesens  Ill  8.177,  197
und  256  besprochen.  Vgl.  die  folgende  Handschrift.

Im  Juni  1773  um  7  Ducaten  erkauft  von  J.  5.  Stoy  in  Nürnberg.

Philos.64  Papier,  147  Bl.  zu  30:21em.  _  Geschrieben
wohl  vor  1430.  Alter  Holzdeckel,  der  mit  rothem  Leder  bezogen
  war.

Die  Handschrift  besteht  aus  2  Theilen:

A.  Bl.2—93  Kyeser’s  Bellifortis:  Zeiehnungen  und  hexameterähnliche
  lateinische  Verse;  Bl.25—28  haben  nur  deutsche  Erklärungen,
Bl.44/45  eine  deutsche  und  lateinische.  Dieser  Theil  besteht  aus
9  Lagen  zu  je  10  Blättern  (2—-11,  12—21,  22—31  u.s.f.)  und  einer
Lage  von  2  Blättern  (92  93).  Diese  Naudschrift  bespricht  Jähns,
Gesch.  d.  Kriegswissenschaften  1  S.256.  Es  finden  sich  hier  ganz
ähnliche  Bilder,  wie  in  der  vorigen  Handschrift,  auch  die  Verse  sind
meistens  ähnlich;  doch  zeigen  die  Verse  oft  Abweichungen,  die
keine  Schreibfehler  sind,  und  vor  Allem  ist  die  Folge  der  Bilder
völlig  verschieden.

Diese  Räthsel,  welche  bisher  noch  nicht  erkannt.  geschweige
gelöst  sind,  können  nur  dureh  eine  Vergleichung  der  übrigen  Abschriften
  gelöst  werden.  Daraus  ergiebt  sieh:  Kvesers  Bellifortis  ist
in  2  Ausgaben  verbreitet.  Die  eine  ist  in  10  Bücher  getheilt.  enthält
Prologe  und  Epiloge  und  zu  jedem  Buch  eine  Vorrede:  von  dieser
Ausgabe  sind  bis  jetzt  nur  2  Exemplare  bekannt,  das  Göttinger