168  Goettingen,  Universitäts  -Bibliothek

Original,  oben  n0.63,  und  dessen  Copie  im  Ferdinandeum  in  Innsbruck.
Die  andere  Ausgabe  ist  in  7  Bücher  getheilt  und  enthält  nur  Vorreden
  zu  den  einzelnen  Büchern.  Die  Fassung  der  Verse  ist  in  den
2  Ausgaben  oft  mehr  oder  weniger  verschieden.  Die  Ausgabe  in
10  Büchern  scheint  die  jüngere  zu  sein,  die  Ausgabe  in  7  Büchern
die  erste.  Ferner  lief  eine  Ausgabe  um,  in  weleher  die  Verse  ins
Deutsche  übersetzt  sind.  Auch  diese  Übersetzung  ist  aus  der  ersten
Ausgabe,  der  in  7  Büchern,  gemacht.

Die  Papierhandschrift  no.64  ist  durchaus  eine  Absehrift  der  Ausgabe
  in  7  Büchern;  Bl.67a  steht  die  Vorrede  des  3.  Buches  (Trinum
ıoe  eanale  capitulum  mercuriale...),  Bl.16b  die  Vorrede  des  7.  Buches
(Ultimum  tibi  datur  et  septimum  quod  sie  probatur...)..  Allein  die
Unordnung  der  Bilder  ist  höchst  auffallend.  Hie  und  da  sind
Particen  beisammen  geblieben,  wie  Bl.84—91  und  93  die  Planetenbilder
  aus  dem  L,  Bl.2—11  Sturmhüttenbilder  aus  dem  II.  Buche
enthalten.  Allein  ‚sonst  springt  die  Reihenfolge  der  Bilder  aus  einem
Buche  ins  andere.  Die  Ordnung  der  Lagen  und  Blätter  ist  die  alte
und  durch  eine  Umstellung  derselben  ist  nichts  zu  bessern.  Vielmehr
  muss  ein  uns  unbekannter  Zufall  diese  Verwirrung  verursacht
haben.

Der  entsprechende  Theil  der  Heidelberger  Handsehrift  Palat.787
(B1l.46—  106)  ist  abgesehen  von  einigen  späteren  Zusätzen  (Zeiehnungen
auf  Bl.62a,  99,  100,  104,  105,  106)  nur  eine  schlechte  und  mangelhafte
  Copie  dieser  Göttinger  Papierhandschrift  (vgl.  dagegen  Jähns
5.257);  aber  die  Bilder  sind  wiederum  vielfach  anders  geordnet.
3ei  dieser  Versetzung  der  Bilder  waren  Irrthümer  nieht  zu  vermeiden.
So  geliören  in  der  Göttinger  IIft  die  Verse  von  Bl.13a  “Ingenium
pulehrum’  zu  dem  Bilde  von  Bl.42b  (über  einen  Fluss  schwimmende
Pferde)  und  die  Verse  von  Bl.42b  “Plaeidum  est  illud’  zu  dem  Bilde
von  Bl.13a  (Sehwimmgürtel);  in  den  übrigen  Hften  dieser  Ausgabe
folgen  die  beiden  Bilder  mit  den  richtigen  Versen  unmittelbar  auf
einander.  Bei  den  Sehneesehuhen  (Bl.81a)  steht  nur  derselbe  Vers
“Ast  hie  per  ascensum  aqua  fluvialis  deeurit’,  wie  Bl.73a  beim
richtigen  Bild.

Die  deutschen  Stücke  (keine  Verse)  auf  Bl.25—28  und  44b
(vgl.  Jähns  S.256)  stimmen  genau  mit  andern  Absehriften  der  deutschen
Ausgabe.

Die  Bilder  dieser  Hft  sind  derb  gemalt  und  mitunter  bis  zur
Unkenntliehkeit  entstellt;  so  ist  DI.17b  zu  den  Versen  “Albarum
crinale  rosarun  valide  deaurabis’,  ein  Ornament  grün  und  roth
gemalt,  während  in  der  Hft  in  Donaueschingen  (no.860  BI.  190a)
richtig  ein  Kranz  von  weissen  Rosen  gemalt  ist.

Sehr  oft  sind  zu  einem  Bilde  eine  oder  mehrere  Gruppen  von
Versen  geschrieben,  die  nichts  damit  zu  thun  haben.  B1.73b  stehen
2  längere  Prosastücke  “Ignis  exiens  potest  fieri  duobus  modis..  ’  und
“ignis  volans  in  aere  fieri  debet.  .;  vgl.  No.  63  BI.101a.

Die  lateinischen  Verse  sind  sehr  fehlerhaft  abgeschrieben.  Eigenmächtige
  Anderungen  sind  selten.  Statt  des  Gestelles  mit  3  Rohren,
welches  in  den  "Quellen  z.  Gesch.  d.  Feuerwaffen’  Taf.  XIV  abgebildet
  ist  und  von  den  Hften  dieser  Ausgabe  mit  den  Versen  begleitet
wird  “Est  instrumentum  trium  pixidum  sie  fabrıcatum,  Emissa  prima