Philos.  64  169

sequitur  bina  quoque  trina’,  ist  hier  (Bl.  (3a)  ein  Gestell  mit  4  Rohren
gezeichnet  und  die  Verse  sind  geändert  zu  Est  instrumentum  quatuor
pixidum  sie  fabricatum,  Emissa  prima  sequitur  bina  quoque  trina
et  quarta’.  Die  Ausgabe  in  10  Büchern  (oben  N0.63  Bl.108b)  zeigt
auch  nur  3  Rohre  mit  dem  Texte  “Est  hoc  instrumentum  pixidum
trium  ita  fabratum  Emittat  (d.  h.  Emissa)  prima  segquitur  bina
quoque  trina’  (So;  vgl.  “Quellen  z.  Gesch.  d.  Feuerwaffen’,  Text
S.18  und  Taf.  XI).

B.  Bl.94—146  Feuerwerksbuch.

Dieser  Theil  besteht  aus  4  Lagen  zu  je  6  Doppelblättern  (94—105,
106—117,  118—129,  130—141)  und.  1  Lage  zu  3  Doppelblättern
(142—  147).

Bl.94  “Welich  Fürst  Graue  Herre  Ritter  Knechte  oder  Stette
Besorgent  von  iren  vygenden  beligert  vnd  genöt  werden  in  Schlossen
vesten  oder  Stetten...  (Bl.9+b)  ist...  bedurfft  das  ir  büchsenmaister
sut  maister  syen  Und  alle  die  Öle  und  puluer  wol  beraiten  Vnd
machen  kunnen  Vnd  andere  stucke  die  nütz  vnd  gut  sind  vnder
Büchsenpuluer  vnd  zu  fürpfilen  vnd  zu  Fürkugeln  vnd  zu  andern
wilden  vnd  zamen  fürwercken  damit  man  sich  denne  des  vigenden
erweren  vnd  in  schaden  zu  fügen  mag.  Die  denne  in  disem  buch
das  da  haisset  das  Fürwerekbuch  hernach  geschriben  sind!  Es
folgt  das  Werk  selbst,  dessen  Inhalt  von  Jähns,  Gesch.  d.  Kriegswissenschaften
  1  S.395—408,  berichtet  ist.  G.  Köhler,  Die  Entwicklung
des  Kriegswesens,  hat  Bd.  III,  I,  S.208,  267  und  337  einige  Stellen
unserer  Hft  (Bl.141a,  138a  und  95b)  mit  veränderter  Schreibweise
abgedruckt.  Nach  Köhler  (S.208  Note)  stimmt  die  Fassung  der
ft  “ziemlich  wörtlich  mit  dem  Druck  im  Anhange  zum  deutschen
Vegez  v.  J.  1529  überein’;  die  v.  d.  Horstsche  Handschrift  (jetzt  in
Hollwinkel  bei  Alsıede,  ausgezogen  von  Hoyer,  Geschichte  der  Kriegskunst
  II,  1800,  S5.1108—1139)  ist  eine  spätere  Umarbeitung.  Die
Heidelberger  Hft  enthält  2  Abschriften  des  Feuerwerkbuches  (von
1430),  aber  keine  derselben  stammt  aus  der  Göttinger.

Da  die  Heidelberger  Hft,  deren  2.  Theil  aus  der  Göttinger  copirt
ist,  im  Jahre  1430  geschrieben  ist,  so  muss  die  Göttinger  vor  diesem
Jahre  geschrieben  sein.  In  der  Göttinger  Hft  ist  sehr  häufig
au  statt  des  langen  a  gesetzt  (laus  start  lass,  maul,  mausz,  fraug).
Das  weist  auf  die  Gegend  von  Augsburg.  Die  Handschrift  wurde
auch  “aus  Joh.  Christ.  Mittels  Apothekers  in  Augsburg  Auction
25.  Jan.  1799  erkauft”.

Bl  146b  und  147b—148a  sind  2  Besehwörungen  von  einer  Hand
(des  15.  Jahrh.  eingeschrieben  1)  11  Zeilen:  “Nag  sell  ich  beswir  dieh
pey  den  heilligen  drein  nagelen  ...  das  disser  N.  in  dir  müss  sechen
war  nach  ich  in  frag...  Oriel  .  .  Onaseron  ..  Ebiliell’.  2)  45  Zeilen
"Get  dar  ir  findtet  hasselschussling  .  .  sneit  sy  in  einander  vnd
schreibt  darauff  den  namen  der  heilligen  drey  künig..  ich  geseng
euch  sumerlatten...  das  ir  mich  weist...  wa  die  N.  verborgen  ser”.

Aın  Vorder-  und  Ilinterdeekel  waren  die  Theile  einer  Urkunde
angeklebt:  14.  August  1419.  Hanns  Harscher  der  elter  verkauft
seinen  Hof,  zu  (ADmendingen  gelegen,  “den  yetzunt  Hanns  Stehelin
buwet’  mit  allem  Zubehör,  was  sein  Lehen  gewesen  ist  von  der