Philos.  65  171

Bl.154  bis  174  “Ein  Lehr  wie  die  Büchsen  geladen  sollen  werden’
und  Anweisungen  zum  Schiessen:  B1.155  Blattgrosses  Bild.  Ein
Mann  mit  der  Überschrift  ‚meister  jürgen‘  beim  Laden  eines  Geschützes.
  B1.158  Kuustvolles  Geschütz  mit  landschaftlichem  Ilintergrund
  (blaue  Berge  mit  Gemsen),  ein  Biichsenmeister  mit  Laden
beschäftigt.  Bl.175  bis  201  'Von  Quadranten  vnnd  Instrumenten
auff  Buchsen  vnnd  Pöller  zuegebrauchen  sampt  Irer  vunderweisung',
mit  reichverzierten  Abbildungen  der  Instrumente;  B1l.197b  kunstvolles
Geschütz  mit  dem  Büchsenmeister.

Bl.201b  bis  219  “Ordnung  der  Wagenburg’  mit  Bildern:  B1.205
(291/,:78cm.)  Drei  Reihen  von  Wagen  und  eine  Reihe  mit  zwei
finfspännigen  Geschützen.  Bl.  208b  bis  209a  Wagenburg,  mit
Angabe  der  Lagerung  der  einzelnen  Truppengattungen:;  Bi.211b  bis
212a  runde  und  Bl.213b  bis  214a  halbrunde  Wagenburg;  Bl.216b
bis  217a  und  218b  bis  219a  Zwei  Wagenburgen  'auff  die  alte
Manier’.

Franz  Helm’s  Buch  von  den  probierten  Künsten  und  viele  Abschriften
  desselben  sind  behandelt  von  M.  Jähns,  Geschichte  d.  Kriegswissenschaften
  1  1889  S.608—-616.  Unsere  Hft,  welehe  Jälns  nicht
kennt,  stimmt  genau  mit  der  besten  bekannten  in  Heidelberg,  Cod.  Palat.
Germ.  123  mit  dem  Datum  1535.  Nur  Ausdruck  und  Orthographie
unserer  Hft  sind  etwas  jünger;  die  Bilder  sind  genau  nachgemacht,
doch  sind  die  Trachten  geändert,  dann  öfter  Personen  oder  Landschaft
  (Berge  mit  Gemsen)  zugesetzt.

Von  den  Versehiedenheiten  seien  erwähnt:  Statt  des  Hauses  mit
Breehwerkzeugen  an  den  Fenstern  (Tleidelb.  Hs.  Bl.  37a)  steht  im
Göttinger  Exemplar  Bl.48a  das  Bild  des  türkischen  Feldherrn.
Heidelb.  65a  Feuerrad:  Goett.  77b  dabei  Herr  und  Dame  in  Landschaft.
  Heid.  74a  Katze  und  Taube:  Goett.  86b  dazu  Burg  mit
Fluss  und  Brücke.  Heid.142  am  Boden  ein  Holzgestell,  darauf  das
Geschütz,  daneben  Kugeln:  Goett.  155  Geschütz  auf  der  Laffette,
davor  der  Büchsenmeister  (meister  Jürgen).  Goett.  173a  (im  3.  Abschnitt
  über  das  Thema  "So  zu  dir  gebrochen  oder  gegraben  wurdt’)
steht  eine  Erzählung:  bei  der  Belag  erung  Wiens  (1529)  “fieng  der
Türckisch  feundt  an  grausamlich  mit  eraben  zue  vnns  nehern,  biss
auff  die  Helft  der  Stattmaur  hinein’:  mit  Hilfe  eines  Würfels  sei
der  Ort  der  Grabeuden  gefunden  worden.  Dieses  Stück  fehlt  ın
Heid.  Bl.160a,  es  ist  also  von  dem  Schreiber  der  Goettinger  Abschrift
zugesetzt,  dieser  aber  war  ein  Ostreicher;  darauf  deuten  die  Worte
(Bl.173a)  “unsere  und  des  römischen  Reichs  Wolfart’  und  die  zugesetzten
  blauen  Berge  mit  Genisen.  Heid.  151—185  enthält
2  schöne  Bilder  vom  ‘Nieder  Schiessen  mit  dem  Augmass’:  im  Goett.
sind  zwischen  Bl.196  und  197  mehrere  Blätter  und  damit  diese
2  Bilder  ausgeschnitten.  Heid.  189b  (Anfang  der  Lehre  von  den
Wag  scnburgen)  heisst  es  von  schlechten  Feldherrn  “was  aber  durch
ITC  veruchte  schlemmerey  verseumpt  wurdt  Exemplum  ‚jetzt  in
Württemberg  (d.h.  im  Jahre  1534):  im  Goett.  B1.202a  fehlen  die
Worte  Exemplum  J.  3.  W.’  Von  den  Zeiehnungen  der  Wagenburgen
  fehlen  im  Goett  Exenplar  die  im  Text  BL.210a  erwähnten
Zeichnungen  der  viereckigen  wıd  der  dreieckigen  Wagenburg.

In  der  ersten  Hälfte  der  llandschrift  ist  der  obere  Theil  der