Jurid.56i—  60  321

Jurid.60  258  Bl.  (Bl.105—117  und  225  leer)  zu  31:21em;
zweispaltig  beschrieben  von  2  Händen:  a)  Bl.1—104,  14./15.  Jahrh.,
rothe  Initialen;  b)  Bl.118—  258,  15.  Jahrh.,  rothe  Initialen,  (die
gsrössern  am  Anfange  von  Abschnitten  sind  verziert),  rothe  UÜberschriften
  gcepresster  rother  Lederband  mit  Schliessen
niederdeutsch.

Bl.1  Summa  Brodii.  Das  Werk  ist  unvollständig,  da  die
äussern  und  innern  Blätter  der  ersten  vier  Lagen,  welche  Pergament
waren,  ausgeschnitten  sind.  Anf.:  “Almesen.  twierleye  sint  de
almesen,  itlike  sint  liflik,  vnde  der  sint  senene,  dat  men  den  hungergen
  spise  ..  vnde  den  doden  begraue,  versus:  Visito  cibo  poto
redimo  tego  colligo  tumbo;  de  anderen  seuene  de  sin  geistlik  .  .,
dann  folgen  die  Artikel  “Achte.  we  in  des  richtes  achte  is,  de  en
let  neyn  erue’;  mit  diesem  Artikel,  der  ja  auch  dem  Alphabet  nach
vor  “Almosen’  stehen  muss,  beginnen  mehrere  Handschriften,  vgl.
Homeyer,  Rechtsbücher  (1856)  8.58  no.4a.b.;  dieselben  enthalten
also  vielleicht  dasselbe  Werk.  Dann  folgen  die  Artikel  “Achtbor’,
“Accomodare’,  “Accidentalis’,  Acker’;  die  letzten  Artikel  sind  (DI.  103)
“Woker’  (mit  diesem  Artikel  schliesst  die  Erlanger  Hs.,  bei  Homeyer
no.4&amp;b),  “Wonheyt’,  “Wreken’,  “Wroghen’,  ‘Wunden’  (mit  diesem
Artikel  schliessen  die  3  Hss.  bei  Homeyer  no.4a);  dann  folgt  "Dat
ere  vnde  recht  entwey  drecht,  dat  mach  me  seen  an  vnbemanden
vrauwen,  de  vorwerken  ore  ere  vnde  nicht  ore  recht  efite  ore  gud.
Illud  est  de  iure  naturali  quod  praevalet  semper  iuri  constituto.
Euer  dat  dat  de  lude  van  etc.  Sie  finitur  summa  totius  Brodi
etc.  Bl.104  Register.  Dies  Werk  (ein  Remissorium)  ist  aus
römischem,  canonischem  und  deutschem  Rechte  zusammengestellt.
Es  ist  offenbar  genau  dasselbe  Rechtsbuch,  von  dem  Homeyer  S.60
no.8  zwei  Hften  erwähnt;  der  Titel  “Summa  Brodii’  scheint  weder
in  Homeyer’s  Hften  noch  überhaupt  sonst  vorzukommen.

Bl.118  (ohne  Titel)  Sächsische  Distinctionen  in  8  Büchern.
Jedem  Buche,  ausser  dem  kurzen  achten,  geht  ein  Register  voran.
Bl.118a  Buch  I  (51  Capitel;  =  Buch  I  in  Ortloff’s  Sammlung  deutscher
Rechtsquellen  I  Das  Rechtsbuch  nach  Distinctionen  .  .’):  "Registrum
des  ersten  bokes..  ’,  (Bl.  118b)  "Dyt  buyk  ys  eyn  buy  k  des  rechten
in  wiebelden  yn  sascher  art’;  die  ersten  Abschnitte  sind  nicht  gezählt;
  (B1.120)  "Cap.I  An  deme  houede  .  .  (=  1,4  Ortloff).
Bl.150  Buch  II  (22  Cap.  =  II  Ortloff).  B1.163  Buch  m  (24  Cap.  =  11
Ortloff).  Bl.176b  Buch  IV  (61  Cap.  =  IV,  1—44  Ortloff).
BI.205b  Buch  V  (5  Cap.  =  IV,  45—47  Ortloff).  Bl.210  Buch  VI
(12  Cap.  =  V,  1—22  Ortloff;  dann  folgen  ohne  Zählung  mit  rothen

Überschriften  Cap.V,  23—32  Ortloft).  Bl.216  Buch  VH  (13  Cap.
=  VI  Ortloff).  Bl.  223  Buch  VOII  (=  VU  Oirtloff)  “getruwe  hant..
eruen  dar  vme  antwerden”.  Dann  Bl.224  (roth:)  “van  der  helinge

to  dedinge  vnde  to  donde’,  Anf.:  "Offt  ik  ein  genomet  hebbe  by
synen  rechten  eristen  gedopeden  vnnte  nam,  offt  ık  synes  cristen
names  vorgete  ..  ;  Schluss  B1.224b  "wyl  gi  nu  horen  erynes  N.  wort
ete.’;  nicht  bei  Ortloff.  Dann  ‘Hyr  het  dyt  boek  eyn  ende  Got  mote
vns  syne  gnade  senden...  (6  Reimpaare)  vnde  her  Gerard  Lyueldes
hant  vulbracht  Amen’.

Bl.226  Sächsisches  Lehnrecht  in  80  Capiteln  (es  sind  im  Re-21

