368  Goettingen,  Universitäts  -  Bibliothek

(schwarz:)  “(K)arle  der  vierde  mit  gunst  götlicher  miltekeit.  .  Am
Schluss:  “Dis  buoch  wart  geschrieben  an  S.  Marckus  tage  ..  1419.
Wer  dis  buoch  wider  vindet,  der  sol  es  Herman  Reisser  wider
geben.  .’;  dann  folgt  ein  mit  der  Feder  gezeichneter  Wappenschild
mit  Eichblatt.  Der  Text  ist  in  30  Capitel  eingetheilt;  Cap.15  ist
ohne  den  Zusatz  und  schliesst  “einhelligen  gesetze  sind’,  wie  z.B.
ın  dem  aus  Schilter  entnommenen  Drucke  in  Burgermeister’s
teutschem  Corpus  juris  I  S.785.

Diese  Hs.  wird  erwähnt  von  O.  Harnack,  Das  Kurfürstencollegium
(1883)  8.184.

Gekauft  1771  aus  der  Bibliothek  von  G.  Thomasius,  vgl.  Bibliotheca
  Thomasiana  II  (1765)  S.9  n0.40;  die  Hs.  war  damals  mit  zwei
Drucken  zusammengebunden.

Jurid.  214  96  beschriebene  Blätter,  Papier,  nur  die
äussern  Blätter  jeder  Lage  Pergament,  zu  31:22  cm;  zweispaltig
beschrieben;  Initialen,  Rubriken  und  Register  roth  1438  mit
rothem  Leder  bezogener  Holzdeckel

Bl.1(roth:)  "Hie  hebet  sich  an  die  Guldin  Bulle  gar  luter  vnd
gar  ordenlich  als  sie  kaiser  Karolo  der  vierd  gesetzt  vnd  geordnet
hat  vnd  lutet  also  ete.  .  ..  (Anfang)  Karolo  der  vierd  mit  gunst  der
gotlichen  miltikeit..  .‘,  Schluss  Bl.23b  ‘.  .  des  hertzogen  von  Sachssen
vnd  des  Marggrauen  von  Brandenburg.  Explieit’;  also  fehlen  die
letzten  Worte.  Der  Text  ist  in  30  Capitel  eingetheilt,  das  Register
  findet  sich  Bl.92.  Das  15.  Capitel  ist  ohne  den  Zusatz  und
schliesst  “zu  des  schaden  die  verbundnusz  geschehen  ist’,  hat  also
noch  einen  Satz  weniger  als  der  Text  im  Cod.  Jurid.  213.

Bl.24  (roth:)  “Hie  vahet  sich  an  die  Sipzale  ze  rechend,  vnd  wie
vnelich  kint  eliche  mogent  werden,  als  sy  got  gesatzt  hat  ze  rechene
vnd  ze  halten  ete.  (Anf.)  Do  der  allmächtig  got’;  Schluss  Bl.28b
“vnd  an  irem  Erbe’.  Dann  die  Schreiberverse  “Explicit  explieiunt
sprach  die  katz  zu  dem  hund  biszt  du  mich  so  kratz  ich  dich  ete..
Es  sind  3  Artikel  des  Schwäbischen  Landrechts,  von  denen  der  erste
nur  in  einem  Theile  der  Hften  des  Schwabenspiegels  vorkommt  (vgl.
Homeyer,  Rechtsbücher  1856  8.43  unter  c.):  Art.  377  II,  377,  287
der  Lassbergschen  Ausgabe.

Bl.29  (roth:)  “Hie  hebt  sich  an  der  Sachssen  spiegel,  vnd  kumpt
dauon  des  kaysers  recht,  als  es  och  kung  karolo  hiesz  machen
zu  frid  vnd  zu  gemach  vad  zu  nutz  allen  luten,  wann  es  wiszt
reht  etc.  (Anf.)  Seyder  es  nun  wirt  vnd  ist.  .’;  Buch  I  "Ain  yeglich
mensch  .  .”  (40  Capitel);  Bl.39b  Buch  II  (roth:)  “Hie  vahet  an
das  ander  buoch  vnd  leret  von  allen  sachen  vnd  rechten...  (112
Capitel),  am  Schluss  Bl.73b  Schreiberverse  “Sequitur.  Wiltu  das  dir
wol  gelinge  So  sich  selb  zu  dinem  dinge.  —  Wo  ein  schalek  wirt
beschalket  Ich  wen  es  sy  an  sunde  Der  schaleck  es  fur  walcket
Vnd  vint  teglich  nuw  funde”,  Bl.74  Buch  II  (roth:)  “Hie  hebet
sich  an  das  dritte  buoch  vnd  saget  von  allen  lehen  Beide  von  rittern
vnd  edeln  knechten  .  .  (28  Capitel),  am  Schluss  Bl.85b  Schreiberverse
  (rotlı:)  “Ein  schone  frow  in  armuot  Die  Ire  behntten  duot  Vnd
hat  got  lieb  vnd  Irn  man  Die  dreyt  der  eren  wohl  ein  krone‘.