386  Goettingen,  Universitäts-Bibliothek

Cap.3  “Wor  gerichte  is,  dar  schal  eyn  bodel  syn’  (Lassberg  Ia
und  b).  Der  Text  ist  in  343  Capitel  getheilt.  Die  Ordnung  ist
dieselbe  wie  in  Lassberg’s  Ausgabe,  nur  geringe  Abweichungen  finden
sich:  so  fehlen  Art.82,  120,  168b  der  Lassbergschen  Ausgabe  an
den  entsprechenden  Stellen  der  Hs.  nach  Cap.76,  112,  165;  Lassberg
Cap.312  "Lopt  eyn  man  eder  vert”  steht  hier  nach  Lassberg  326
(cap.307  der  Hft).  Das  letzte  Capitel  (B1.97)  ist  der  (bei  Lassberg
S.163  gedruckte)  Zusatz  von  der  Ehe  "Do  der  almechtighe  god
adam  vnd  euam  ghescop  ..  van  ere  scheden’.  Dann  folgt  ohne
Absatz  (Bl.100)  “Hir  endighet  sek  nuo  dat  landrecht  der  erbaren
hillighen  vedere  pawes  Sebastianns  Constantinus,  Innocentius,  Julius,
Leo,  vnde  Karolus,  vnde  Frederik  der  erachtighen  Keysere,  alsam
de  recht  van  en  vnde  van  eren  meysteren  vnde  lereren  der  schrifte
syn  ghesat  vnde  ghestedighet  to  holdende  in  allen  den  landen  de
den  cristenen  louen  hebben  vude  de  orbodich  wyllen  syn  deme
stole  to  Rome  vnde  dem  ryke  an  godes  ere.  Amen’.  (roth:)
“Explieit  Keyserrecht  anno  domini  1430  in  vigilia  Michahelis”.

Bl.100b  "Hir  beghinnet  dat  registrum  to  deme  lenrechte’.  Bl.
101b  (roth)  “Ineipit  leinrecht’,  Anfang  Cap.  1  “De  lenrecht  kunnen
wylle‘.  Im  ganzen  121  Capitel;  Cap.120  beginnt  “Len  to  burmesterscap’,
  121  °‘Hir  heft  dat  lenrechtes  buok  eyn  ende  .  .  de  hillighe
gheist.  Amen’;  am  Ende  (Bl.125,  rotlı)  “Explieit  leinrecht’.
Dann,  von  andrer  Hand,  2  Hexameter  "Si  wies  uel  dum  is,  princeps
sine  munere  stum  ys.  Munera  da  summis,  et  wert  wol  recht  dat
dar  crum  ys’.  Erwähnt  ist  diese  Hs.  des  Schwabenspiegels  in
Lassberg’s  Ausgabe  unter  n0.52.

Bl.126—151  Riehtsteig  Landrechts.  BI.126  Register  über  die
3  Bücher  (roth)  “Ineipit  dat  erste  bock  wo  men  vor  gerichte  dedingen
sal’;  Bl.126b  Buch  I  (37  Capitel)  beginnt  (ohne  den  Prolog)  “Wente
dat  eyn  gerichte  wert’;  Bl.137  Buch  II  (7  Capitel);  B1l.143  Buch  IH
(19  Capitel).  Der  Text  hat  keine  Überschriften  und  keine  Allegate.
Die  Cap.15—19  des  3,  Buches  (Bl.151)  haben  rothe  Überschriften
und  sind  gebildet  durch  das  Stück  vom  Mustheil:  Anfang  “Van
herweide.  Allerleye  gud  dar  eyn  man  mede  besteruet’,  Schluss
“sich  genoghen  laten’;  vgl.  Homeyer,  Rechtsbücher  1856  8.9.
Dann  folgt  noclı  ein  Absatz  “Men  heldet  vor  recht,  dat  dat  herweyde
valle  an  den  eldesten  sone...  eynveldicheit  nicht  soken’.  Bl.151b
"Et  est  finis  huius  libri.  (roth:)  Explieit  liber  wo  men  vor  gerichte
dedingen  richten  vnde  vortuaten  (vorvaten)  scolle  myt  ordelen  to
vragen  to  vinden  vnde  to  vorrichten  a.  d.  1454  die  beati  (so!)  Egidii

et  soeiorum  suorum”.  Benutzt  von  Homeyer  in  seiner  Ausgabe
des  Richtsteigs;  vgl.  S.10  und  54,  wo  diese  Hs.  die  Signatur  Ap
tragt.

Der  Quaternio  Bl.152—155  und  161—164  enthält  Rechtsgutachten
des  Heinrich  von  Haxthusen  TU.  J.  doctor  et  decanus  ecclesiae
Paderbornensis;  diese  scheinen  eigenhändig  von  H.  v.  Haxthusen  geschrieben
  zu  sein.  Bl.152—153  Entscheidungen  einzelner  Rechtsfragen:
  (Bl.152a)  “Alse  gi  gevraget  hebben  eff  eyn  leye  moge  den
andern  sin  lenwar  genen  de  he  heuet  to  geystliken  leynen  .  .;  "Mach
eyn  man  ok  wol  dat  syn  vorgeuen,  wen  he  in  sinen  datbedde  leget..  .';
(Bl.152b)  “Alse  gi  vraget  hebben,  eff  eyn  vnrecht  gerouet  eff  gestollen