Jurid.  392  —  393  397

hat  Ch.  U.  Grupen  sie  herausgeben  wollen  als  einen  Theil  seines
(nicht  erschienenen)  Corpus  juris  Saxonici  (vgl.  Gött.  Zeitungen  von
gel.  Sachen  1745  5.99);  seine  Abschrift  befindet  sich  nebst  seinem
übrigen  Material  jetzt  in  Celle  (vgl.  E.  Spangenberg,  Beyträge  zu
den  tentschen  Rechten  des  MA.1822  S.126  no.IlI;  Katalog  der  Bibliothek
  des  ..  Ober-Appellations-Gerichts  zu  Celle,  1862,  8.657).
Erwähnt  ist  diese  Hs.  auch  bei  Ch.  U.  Grupen,  Disceptationes  forenses
1737,  Vorrede  (hier  noch  Codex  Hamelensis  genannt);  J.  C.  H.  Dreyer,
Beytr.  z.  Litt....  1783  8.152  no.XX;  Spangenberg  S.8  und  öfter;
Nietzsche  in  der  Allg.  Lit.-  Zeitung  1827,  III,  Sp.697  ff  no.53;  Homeyer,
  Rechtsbücher  1856  n0.268;  Homeyer,  Genealogie  in  Abhandl.
d.  Akad.  d.  W.  zu  Berlin  1859  S.117ff;  E.  Steffenhagen,  Die  Entwicklung
  der  Landrechtsglosse  des  Sachsensp.  VIII  (1887)  S.25,  IX  (18837)
5.20.  Facsimile  des  Anfangs  und  Schlusses  der  Glosse  findet  sich
bei  Spangenberg  auf  Tab.  III.  Vorgeheftet  ist  der  Hs.  ein  Brief
von  Karl  Gl.  Anton,  Rechts-Consulenten  in  Görlitz,  vom  17.  3.  1791
an  Heyne,  mit  dem  er  die  Hs.  an  die  Bibliothek  zurücksendet  und
sich  über  ihren  Werth  äussert.

Die  Handschrift  war  früher  im  Besitze  der  Stadt  Hameln,  wo
sie  also  wohl  auch  entstanden  ist.  Die  von  Steffenhagen  aus  einigen
Handschriften  ausgehobene  Stelle  der  Glosse  zu  I,  25  lautet  hier
(Bl.19b)  “alse  icht  ek  lonede  to  Meydeborgh  teyn  mark,  ek  en  darf
se  to  Vrankenvord  nicht  shenen‘.

Jurid.393  83  Bl.zu  321/,:22cm,  zweispaltig  beschrieben;
Initialen  fehlen;  Bl.3—42  ist  im  Texte  der  erste  grosse  Buchstabe
Jedes  Satzes  roth  durchstrichen  B1.3—42  (Text)  sind  1477,  die  Glossen
zu  Bl.3—42  und  das  Ubrige  von  einer  zweiten  Hand  im  16.  Jahrh.
geschrieben,  mit  späteren  Zusätzen
“Sächsisches  Land-  und  Lehnrecht’.  Mitteldeutsch.

J.  Von  erster  Hand  (1477)  Bl.3—42  Sachsenspiegel  (Landrecht)
in  3  Büchern  (71,  72,  91  Artikel),  ohne  Vorrede;  Anfang  “(G)ot  lisz
vff  ertreiche  ezwey  swert  zcu  beschirmen  dy  eristenheit  .  .’;  am  Schluss
(roth:)  “Hy  hat  der  Sachzespigel  'eyn  ende.  Got  gebe  daz  wyr  dy
kunst  der  gerechtikeyt  wol  ausz  wenden  Vnd  wer  da  geret  daz
vngleychen  der  musz  dem  Teofel  yn  den  arsz  krychen.  Expl.  a.  1477
feria  quinta  post  Mauriei’.

Il.  Bl.1  Notizen  über  Inhalt,  Eintheilung  und  Geltungsbereich  des
Sachsenspiegels;  ferner  (lateinisch)  “nota  causas  quare  pater  potest
exhereditare  filium  .  ..  bl.  3—42  auf  den  breiten  Rändern  ein
Auszug  der  Glosse  nebst  den  Boeksdorfschen  Additionen.
B1.42b—67  von  derselben  Hand:  Lehnrecht  “(Wer  Iehnreeht  können
wolle’,  81  Artikel;  am  Schluss  “Explieit  Ichnrecht’;  am  Rande  Auszüge

  aus  der  Glosse.  Bl.67  "Wer  syn  lehngut  verköufft’,  gedr.
Zepernick,  Miscellaneen  zum  Lehnrecht  IV  1794  5.483  (aus  der
Glosse  zu  Art.16);  “De  feodis’,  vgl.  Zepernick  a.  a.  O.  Bl.67b
"Nota  vom  anttwerter”.  B1.68  Rechtspruch  der  “Scheppen  zu
Liptzk’,  in  Sachen  “frawen  Barbaran  Lorentz  Sehusters  zeu  Sperlszdorf
  gelassen  wittwe?  cte.  B1.69b  Von  Willkür  und  Gewonheit;
über  das  Wort  Irholunge  (=  Berufung).  Bl.70  “Registrum  des

Sachssen-Spigels’  nebst  Bl.75  Inhaltsverzeichnis  nach  14  Rubriken.