Jurid.  733  —  752:  Allgemeines  481

n0.746  hat  grosse  Stücke  aus  dem  letzten  Theil  des  III.  Buches
in  jene  gefälschten  13  Doeme  am  Ende  des  I.  Buches  (Bl.50—  75;
vgl.  oben  S.476)  geschoben.  B1.195—251  enthalten  das  III.  Buch;
die  Kapitel  sind  durchaus  verstellt  und  der  Text  auf  das  Keckste
verändert.  B1.195—216  enthalten  etwa  K.65—80  (wobei  an  K.65
das  K.89  angeschoben  ist);  Bl.216—  219  entsprechen  K.55—63
(Matewunden),  Bl.219—231  entsprechen  K.82—98  (Bl.221b  noch
einmal  das  K.89,  hier  selbständig);  B1.231/7  entsprechen  K.28—55
und  B1.237—251  entsprechen  K.1—27  (‘Van  die  12  nye  dhome’
ete.).  Bl.251a  steht  “Finis’.  Bl.251b  folgen  die  Eide:  UI  K.119
122  121  (=  Wicht),  dann  Ill  25  120  123;  hierauf  II  K.282c  und
283a  285  286,  endlich  die  beiden  zu  Ill  63  gehörigen  Tafeln.

Die  6  UBERKUREN.  Bei  diesen  kommt  es  an  auf  ihre
Stellung  und  ihren  Text.  Die  Vorrede  nennt  als  Inhalt  des
I.  Buches  die  17  Koeren,  24  Landrechte  und  6  Overkoeren.  In  der
Handschriftenklasse  A  stehen  sie  nach  II  98,  resp.  99  (bei  Wicht
enthält  III  100  den  alten  Text,  101  die  Kritik  des  Textes);  in
n0.737  sind  sie  nach  III  111  geschoben.  In  der  Klasse  B  stehen
sie  nach  III  92  (Landbroeke)  zu  einem  Abschnitt  verschmolzen;
vgl.  oben  den  Schluss  des  23.  Landrechtes.  In  der  Klasse  C  und
in  n0.746  stehen  sie  im  I.  Buche  vor  dem  1.  Landrecht;  nur  in  736
sind  sie  noch  an  den  Schluss  des  I.  Buches  angeschoben.  In  ‚no.738
steht  der  mangelhafte  Text  am  Ende  des  I.  Buches.  Ahnlich
scheiden  sich  die  Texte  selbst.  Der  beste  scheint  derjenige  der
Klasse  Be  Er  ist  gleich  jenem,  der  bei  Richthofen,  Friesische
Rechisquellen  1840  8.99,  als  Einsiger  plattdeutscher  Text’  gedruckt
ist;  doch  ist  den  einzelnen  Überküren  gleich  die  betr.  Kritik  aus
K.101  beigesetzt.  Der  Text  der  Klasse  A  und  n0.737  (=  Wicht  UI
100  und  101)  ist  viel  breiter.  In  der  Klasse  C  (auch  in  n0.796
und  746)  geht  eine  historische  Einleitung  voran,  welche  aus  der
Einleitung  der  12  Doemen  (Aufang  des  III.  Buches)  gefälscht  ist;
der  Text  selbst  stimmt  meistens  mit  B,  mitunter  mit  A  In  n0.738
Bl.51a  steht  von  der  1.  Hand  eigentlich  nur  die  Kritik  (II  101);
die  2.  Hand  hat  den  Text  zum  Theil  dazwischen  geschrieben;  doch
steht  z.  B.  von  der  6  Überküre  nur  die  Kritik  da  “Dan  den  VI.  overkoer
  schalmen  holden  in  alle  maneren,  so  he  van  unsen  voervaderen
by  oldes  geholden  is’  (soe  he  by  oldes  vann  den  vresen  nae  oer
beleninghe  geh.  is’  B  C),  allein  der  Text  gerade  dieser  Überküre
fehlt.  Richthofen  hat  aus  n0.738  den  Text  der  1.  und  2.  Hand  zum
Theil  abgedruckt.

Das  DEICH-  und  SIELRECHT  ist  vielfach  mit  dem  Landrecht
  verbunden.  Es  finden  sich  2  Fassungen.  Von  der  Handsehriftenklasse
  A  haben  n0.735  II  740  7421  750  nichts  der  Art;  dagegen
10.738  (vom  J.  1527)  kündigt  in  der  Vorrede  an  (Bl.3)  "Daer  na  holt
in  sick  dat  veerde  boeck  van  dyckrechten  unde  sylrechten  disses
landes  unde  dyekbroeken  unde  sylbroeken’:  Bl.167  folgt  ‘Hyr  besint
  dat  veerde  boeck  |  Dyekrecht  unde  zylrecht  ete.  j  Item  Myn
ehenedige  here  ofte  syne  genade  amptluede  heft  to  (hebben  macht
to  no.741)  setten  Dyekriehters’  ;  Ende  Bl.162a  "dat  he  dat  nicht
gedaen  heft  eder  gesperet’  (ed.  gesp.  steht  nur  in  no.  738).  Dasselbe
Recht  steht,  überall  von  erster  Hand  angefügt,  im  Schluss  des

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