38  Goettingen,  Universitäts-Bibliothek

zue  Thonnenstauff  (Donaustauf)  den  21  July  Anno  1645  geschehenen
laidigen  Schiffs  Undergangs’:  eingehender  Bericht  des  Joh.  Conr.
Heroldt  (vormals  Vicereetor  in  Padua,  vgl.  Bl.240b)  über  das  Unglück,
bei  dem  seine  Gattin  Lucretia  Camilla  und  sein  Sohn  Johann  Franeis
ihr  Ende  fanden.  Bl.242—244  Epitaphia  für  die  beiden  Verunglückten
  und  einen  andern  Solın.

Ehemalige  Besitzer  (Bl.1):  “Joann.  Waltherus  Neapolitanus  1640’
und  “Gustaph  Molan’.

Histor.115  11Bl.  m  fol.  1740  oder  bald  darauf

J.  D.  Gruber,  “Übersetzung  des  spanischen  Manifests’  zur  Darlegung
  der  Ansprüche  auf  Böhmen  und  Ungaım  nach  dem  Tode
Kaiser  Karl’s  VI  (1740),  mit  einigen  Randbemerkungen  Grubers.
Eigenhändig.

Histor.116  170Bl.  in  fol.  16  und  17  Jahrh.

Austriaca.  Sammlung  von  Schriftstücken  betr.  religiöspolitische
  Verhältnisse  Österreichs,  namentlich  die  Lage  der  Protestanten
  in  Böhmen,  1560—1668.  Ausser  gleichzeitigen  Copien

findet  sich  darunter  eine  beträchtliche  Anzahl  von  Originalschreiben
fürstlicher  und  anderer  hochgestellter  Persönlichkeiten,  die  nur  der
Kaiserliehen  Canzlei  in  Prag  entstammen  können.

Bl.1i—4  und  5—7  Entwürfe  zu  2  Schriftstücken  Kaiser  Ferdinand’sI,
  mit  vielen  Aenderungen  von  derselben  Hand:  Bl.1
‘Memoriale  secretius.  pro  domino  Seipione  Comite  Archi  ad  papam’,
Instruction  des  Gesandten  über  die  religiösen  Anschauungen
Maximilian’s  (ID  und  sein  Verhältnis  zu  Pfauser;  einige  Zeit  vor
dem  6  März  1560;  Bl.5  Schreiben  an  den  Pabst  PiusIV  vom
6  März  1560;  bittet,  seinem  Sohne  Maximilian  den  Genuss  des  Abendmahls
  sub  utraque  specie  zu  gestatten.  Beide  Schriftstücke  sind
zuerst  gedruckt  von  Joh.  Andr.  Schmid,  Litterae  secretiores  Ferdinandil
pro  obtinenda  eucharistia  sub  utraque  in  gratiam  Maximiliani  ..
(Helmstadii  1719)  p.  12  und  p.7.  Der  Herausgeber  sagt  von  ihnen
(p.  6):  “Venerunt  illae  nescio  quo  fato  in  manus  meas,  prout  in  prima
formula  Viennae  fuerunt  conceptae,  emendatae  et  peculiari  charactere
primarii  alieuius  ministri  caesarei  (Seldii,  nisi  totus  fallor)  signatae’.
Wenn  man  hiermit  vereinigt,  dass  auch  von  den  nachfolgenden,  die
Predigten  Pfausers  betreffenden  Schriftstücken  dieser  Hs.  mehrere
von  Schmid  in  der  citirten  Ausgabe  veröffentlicht  sind  und  er  von
diesen  ausdrücklich  sagt  (p.  17),  er  besässe  sie  “prioribus  documentis
adiuneta’,  so  kann  es  keinem  Zweifel  unterliegen,  dass  eben  unsere
Hs.  einst  in  Schmid’s  Besitze  gewesen  ist.

Bl.8  Annotatio  articulorum  quorundam,  qui  in  praesentia  ser"i
domini  regis  Bohemiae  in  diversis  contionibus  subinde  (von  Joh.
Sebast.  Pfauser)  praedicati  fuisse  dieuntur.  Gedruckt  bei  Schmid,
p.  23—27.  Bl.12—20  Inhaltsangaben  von  Predigten  Pfauser’s
an  den  Festen  Peter  und  Paul  und  Johannes  des  Täufers;  davon
gedruckt  Bl.19  bei  Schmid  p.17—18,  BIl.20—21  daselbst  p.19—22.

Bl.22  Schreiben  an  Lambertus  Gruterus,  episcopus  Neapolitanus,
Pragae  d.  3  Junii  1575:  Anfrage  wegen  der  ihm  vorgeworfenen