Histor.149—  152  53

wieviel  derselben  bis  uff  gegenwertige  Stundt  gewesen’  (bis  Bischof
Julius,  der  seit  1573  regierte).  Am  Schluss  geht  die  Hs.  nicht
wie  die  Drucke  bis  zum  Tode  des  60.  Bischofs  Rudolf  II  (7  1495),
sondern  umfasst  auch  noch  (S.494—501)  den  61.,  LaurentiusI.  Die
Lebensbeschreibung  dieses  Bischofs  deckt  sich  im  allgemeinen  mit
derjenigen,  die  Ludewig  S.866  ff.  “aus  Joh.Reinhard’s  wirtzburgischer
Chronike’  angefügt  hat,  jedoch  so,  dass  hier  auch  alles  das  erscheint,
was  Ludewig  mit  kleinerem  Druck  aus  dem  "monumentum  vetus
ignoti  auctoris’  anführt.

Der  Titel  der  Hs.  berührt  sich  eng  mit  dem  einer  Würzburger
Hs.,  die  in  Contzen’s  Sammlungen  d.  histor.  Vereins  f.  Unterfranken

.  zu  Würzburg  (1856)  5.238  unter  n0.32  angeführt  ist.  Jedoch

wird  in  dem  Titel  der  letzteren  ausdrücklich  Joh.  Reinhard  als
Verfasser  genannt.  Vgl.  auch  Histor.151.

1602  kaufte  die  Hs.  “Joh.  Wolfg.  Fuchs  a  Dornheim’,  dann
“Joach.  Chph.  v.  Seckendorff  zu  Ulstadt’  (vgl.  das  Vorsetzblatt).

Histor.151  402  Seiten  zu  31!/,:20  cm  16/17  Jahrh.
von  verschiedenen  Händen  geschrieben

Würzburger  Bischofschronik.

S.1—32  Stücke  aus  der  Chronik  von  Lor.  Fries,  bezw.  deren
Fortsetzung  (bis  1543).

S.47—402  Auszug  und  Weiterführung  der  Chronik  von  Lor.
Fries.  Bis  zum  Tode  des  60.  Bischofs  Rudolf’s  II  zeigt  diese
Fassung  von  dem  Drucke  der  Fries’schen  Chronik  bei  J.  P.  Ludewig,
Gesch.-Schreiber  v.  d.  Bischoffth.  Wirtzburg  S.373ff.,  zum  grossen
Theile  die  gleichen  Abweichungen  wie  Codex  Histor.150,  ohne  jedoch
aus  letzterer  Fassung  direkt  hergeleitet  zu  sein.  Im  Anfang  "Wie
das  römisch  Reich  zu  Christlichen  Glauben  komen:  Nach  der
Menschwerdung  unsers  Herrn  Jesu  Christi  a.  34  ist  der  heilige
Apostel  Paulus  .  .  sind  auch  Stücke  der  Fries’schen  Vorrede  verarbeitet.
  Von  dem  61.  Bischof,  Laurentius  I,  ab  stimmt  die  Darstellung
  ziemlich  genau  mit  dem,  was  Ludewig  im  Anschluss  an
die  Chronik  des  Fries  “aus  Joh.  Reinhards  wirtzburgischer  Chronik’
abgedruckt  hat  (die  Stücke  aus  dem  “monumentum  vetus  ignoti
auctoris’  in  dem  Leben  des  Laurentius  fehlen  hier;  vgl.  Histor.150).
Vielleicht  ist  also  dies  ganze  Werk  nichts  anderes  als  die  von
Ludewig  in  der  Vorrede  $  10  besprochene  Bearbeitung,  die  Joh.
Reinhard  von  der  Fries’schen  Chronik  herstellte.  Die  Hs.
ist  am  Schluss  unvollständig:  sie  bricht  ab  in  dem  Abschnitt  “Wie
die  Botten  abgefangen  worden’  (Ludewig  8.892)  vom  Jahre  1525.

S.33—46  enthalten  den  Anfang  des  soeben  beschriebenen  Werkes
(S.47ff.)  noch  von  derselben  Hand,  die  S.1—32  geschrieben  hat,
Jedoch  mit  starker  Abweichung  ın  der  Lebensbeschreibung  des
6.  Bischofs,  Eilwart,  in  welcher  das  Fragment  abbricht.

1839  aus  einer  Göttinger  Auktion.

Histor.152  29Bl.  zu  32:20cm  1795
(J.  St.  Pütter),  eigenhändiger  Entwurf  einer  dem  Reichshofratl

zu  übergebenden  Klage  in  Sachen  des  Kurpf.  Kirehenratlis  zu
Heidelberg  gegen  den  Kurfürsten  von  der  Pfalz.  “de  restituendo