Hist.  nat.  92—  94  Band  VI  313

auch  wissenschaftlichen  Werth.  Besonders  Bd.I—VII  zeigen
deutlich,  dass  Bauer  wissenschaftlich  zu  arbeiten  verstand  und  unter
Benutzung  des  Mikroskops  die  ausgedehntesten  Untersuchungen
anstellie.  Später  wurde  er  auch  auf  das  Gebiet  der  physiologischen
und  anatomischen  Zeichnung  geführt,  und  zwar  durch  Sir  Everard
Home,  für  dessen  Abhandlungen  in  den  Philosophical  Transactions
Bauer  die  Zeichnungen  anfertigte.  Er  starb  am  11  Dee.  1840.   Vorn
in  Bd.  XVII  sind  eingeheftet:  1)  “Request”,  Kew  24  Oct.  1840,  in
dem  Bauer  den  Wunsch  ausspricht,  sein  Nachlass  an  Zeichnungen,
optischen  Instrumenten  und  mikroskopischen  Präparaten  möge  in
London  durch  Mr  W.  Pamplin  zur  Versteigerung  gelangen.  2)  "Contents
  and  Index  of  Mr  Bauer’s  Portfolios’;  ziemlich  genane  Angabe
seines  Nachlasses  an  Zeielinungen  von  ihm  selbst  und  seinem  Bruder
Ferdinand.  Aus  dem  Verzeichnisse  ergiebt  sich,  dass  etwa  nur  die
Hälfte  desselben  nach  Göttingen  gekommen  ist.  Eine  schöne  Sammlung
seiner  Malereien  soll  sich  im  Britischen  Museum  befinden.

Lukas  Ferdinand  Bauer,  der  jüngere  Bruder  von  Franz  Bauer
und  berühmt  als  Pflanzenmaler,  Kupferstecher  und  Botaniker,  starb
schon  1826.  Von  ihm  sind  die  Zeichnungen  in  Ba.XXI.

Der  nach  Göttingen  gekommene  Theil  des  Bauerschen  Nachlasses
ist  ein  Geschenk  des  Königs  Ernst  August  von  Hannover,  November
1841  (‘zu  Erinnerung  meines  dortigen  Aufenthalts’)  und  Jan.  1842.

A.  Zeichnungen  und  Manuscripte  Franz  Bauer’s  (Bd.I  -XX).

Ba.  I—III  Drei  ziemlich  starke  Fascikel  einzelner  Bogen  oder

Blätter:  wissenschaftliche  Manuseripte  Bauer’s  über  Krankheiten
des  Getreides.  Es  sind  eigenhändige  Entwürfe  in  englischer
Sprache  mit  vielen  Correcturen,  meist  in  mehrfacher  Fassung.
I  Uber  einzelne  Krankheiten  des  Getreides  (Puceinia  graminis,  Uredo
graminis,  Uredo  foetida  etc.);  dabei  ziemlich  eingehende  Berichte
über  wissenschaftliche  Versuche  zur  Ergründung  derselben  sowie  Erläuterungen
  zu  den  Zeichnungen  in  Bd.IV  und  V.  I  Erklärungen
zu  den  Zeichnungen  in  Bd.IV  und  V.  Dabei  meteorologische  Tabellen:
Kew  Green,  Jauuar—  Aug.1826.  III  Auszüge  aus  Schriften  anderer
über  Krankheiten  des  Getreides  sowie  eigene  Beobachtungen  und
Erläuterungen  zu  den  Zeichnungen  in  Bd.IV  und  V.

Bqd.IV  und  V  Zeichnungen  zu  den  in  Bd.I—II  enthaltenen
Manusecripten  über  Krankheiten  des  Getreides.  Bd.IV  16  Tafeln,
neben  einzelnen  Tuschzeiehnungen  durchweg  Bleistiftskizzen.   Bd.V
67  Tafeln  verschiedenen  Formats,  meist  in  bunten  Farben  schön  ausgeführt.
  Nur  wenigen  ist  ein  Datum  (meist  1805)  beigeschrieben.

Bd.VI  Abhandlung  über  den  rothen  Schnee,  in  Form  eines
Briefes  “to...  Sir  Joseph  Banks’,  Kew  Green  7  May  1820;  in  doppelter
(8+17  Bl.)  eigenhändiger  Niederschrift.  Sie  ist  gedruckt  in  den
Philosophical  transaetions  of  the  Royal  Society  1820  p.165  ff.
Ausserdem  3  Schreiben:  Colonel  York  übersendet  an  Bauer  eine
ähnliche  Substanz  zur  Untersuchung,  6  Febr.;  Bauer’s  Antwort,  Kew
Green  8  Febr.,  Entwurf;  Antwort  des  Colonel  York  23  Febr.  1837.

Am  Schluss  des  Bandes  5  Tafeln  mit  schön  ausgeführten  farbigen
Abbildungen  (1819/20  und  1831),  von  denen  die  erste  derjenigen
sehr  ähnlich  ist,  die  Franz  (nicht  Ferdinand,  wie  Wurzbach,  Biogr.
Lexikon  I  184  angiebt)  Bauer’s  Microscopical  Observations  on  the