342  Goettingen,  Un  iversitäts  -  Bibliothek

Bl.211—219b  Schriften  des  Bruno  Astensis:  Bl.211  “Ineipit
venerabilis  episcopi  (Brunonis)  sermo  ex  eo  beati  Leonis  loco  ubi
magnis  auctoritatibus  Symaniaci  (so!)  feriuntur’.  Der  Traetat  beeinnt
  “Bruno  Signiensis  episcopus  omnibus  fidelibus  et  chatolieis
universis.  Gracia  vobis  et  pax  a  deo  patre  nostro  et  domino  Jesu
Christo.  Psalmista  loquitur  dieens  .  .  und  bringt  so  die  Einleitung
zu  Bruno’s  Vita  Leonis  IX  (Migne  Tom.  165  col.  1109)  bis  zu  den
Worten  “qui  vel  Symoniaci  erant  vel  a  Symoniaeis  ordinati  erant’
(Migne  col.1111  Zeile”).  Dann  wird  jedoch  fortgefahren  “Quibus
nune  respondendum  est,  postea  vero  ea  que  cepimus  prosequamur.
sed  prius  qui  sint  Symoniaci  et  unde  dieantur  dicere  oportet  .  .,
worauf  fast  die  ganze  Auseinandersetzung  folgt,  die  als  “Responsio
ad  eam  quaestionem:  eur  corruptus  tune  temporis  ecelesiae  status’
bei  Migne  col.1121ff.  gedruckt  ist,  und  zwar  von  col.1122  Zeile  8
von  unten  bis  “poena  tamen  eadem  est’  (col.1136,  drei  Zeilen  vor
Sehluss).  Bl.214b  Ineipit  sacramentorum  liber  exposicionis  eximi
episcopi  ac  venerabilis  Brunonis  .  .;  voran  geht  das  dazugehörige
Schreiben  an  Galterius  (Migne  Tom.165  c0l.  1089).  Der  letzte  Abschnitt
  der  Drucke  ‘De  eonsecrationibus  episcoporum  ’  (Migne  col.  1108)
fehlt  in  der  Hs.

bl.219b  Exceerptum  ex  epistola  saneti  Teronimi  presbyteri  ad
Nepoci(an)um  de  vita  elericorum  “Petis  a  me  Nepociane”.  Einleitung
  und  Schluss  sind  in  völlig  freier  Erfindung  umgestaltet.

B1.221  Ein  Tractat  über  Privilegien  von  Kirchen  und  Klöstern,
Frevel  gegen  Geistliche  und  die  dar  auf  stehenden  Strafen  und  dgl.
Derselbe  ist  besonders  durch  die  vielen  grösseren  und  kleineren
Excerpte  aus  (meist  unechten)  Karolingercapitularien  und  älteren
Papstdecretalen  bemerkenswerth.  Der  Anfang  scheint  zu  fehlen,
denn  der  Traetat  beginnt  jetzt  mit  einem  langen  Citat  “Pervenit  ad
nos  quod  quaedam  ecelesiae  .  .”  =  Benediet.  Levita  I  279  (Pertz,
Leges  II  Anhang  S.61).  Dann  fährt  der  Verfasser  fort  “Perspieuum
ergo  excelleneie  diserecionis  vestre  ex  praecedenti  capitulo  esse  non
dubitamus  omnia  loca  .  ’.  An  wen  der  Tractat  gerichtet  ist,  lässt
sich  aus  ihm  selbst  nicht  ersehen.

Bl.224  Zwei  kurze  Excerpte  aus  dem  (unechten)  Schreiben  Papst
Johannes’  III  an  die  Bischöfe  von  Germanien  und  Gallien  (Migne  72,
13ff.)  und  ein  kurzes  Excerpt  aus  Augustin  (de  symoniacis).

Bl.224  b  De  sacrifieio  “Saerifieium  dieitur  quasi  saerum  faetum  .  ..
Bl.226  Queritur  utrum  mali  sumant  corpus  Christi.

Der  erste  Theil  der  Hs.,  Bl.1—114,  hat  am  Ende  der  einzelnen
Schriften  eine  Reihe  von  Subseriptionen,  nach  denen  dieser  Theil
im  Jahre  1489  geschrieben  ist.  Ein  Schreiber  nennt  sich  am  Ende
der  Schrift  des  Ambrosius  Bl.114b  “Explieit  liber...  finitus  a.  d.  1489
per  fratrem  Johannem  de  Segen  monachum  huius  eenobii  Spanhem
ordinis  s.  Benedieti”.  Von  andrer  Hand  ist  dort  dann  noch  zugefügt
“Codex  monasterii  in  Spanhem.  Jo.  Tritemius  abbas  signavi  1496.
Die  letztere  Bemerkung  scheint  auch  in  den  (von  erster  Hand  geschriebenen)
  Buchstaben  am  Schluss  der  Subseriptionen  auf  Bl.37
(J.0.A.S.),  Bl.86b  (J.T.  A.  S.),  Bl.94  und  102b  (J.  A.  S.)  entlıalten
zu  sein,  so  dass  von  Bl.I—114  Johannes  de  Segen  vielleicht  nur
Bl.  103—114,  alles  andere  aber  Tritemius  selbst  geschrieben  hat.