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einzelnen  Citaten  stehen  im  Jen.  Exemplar  nur  auf  S.12—35,  39b—52;
im  Goett.  stehen  solche  Citatennummern  nur  auf  Bl.17b  18ab,  ein
Beweis,  dass  hier  wirklich  der  Anfang  des  Spiegels  ist.

In  der  Reihenfolge  der  Tafeln  gehen  die  beiden  Exemplare  stark
auseinander.

S.12—59  des  Jenenser  Exemplars  sind  gleich  Goett.  Bl.17b  bis
3la.  Jen.  8.39b  —51  =  Goett.  Bl.10b—16b.  Jen.52  =  Goett.
41b.  Jen.  S.53—55  =  Goett.  Bl.39b—40b.  Jen.  S.56  =  Goett.
6a.  Jen.  S.64--68  =  Goett.  8a—10a.  Jen.  S.69  hat  den  gleichen
Text  und  fast  die  gleichen  Bilder  wie  S.51  (=  G.16b).  Jen.
S.71—86  =  Goett.31b—39a.  Jen.  S.90  =  Goett.7a.  Jen.  S.92  bis
93  =  Goett.  1  und  2a.  Jen.  S.95—99b  =  Goett.  2b—5b.  Der
böhmische  Text  von  Bl.1_  und  2a  des  Göttinger  Exemplars  ist  abgedruckt
  von  Goll  im  CGasopis  Museum  1873  8.207.  Mehr  hat
das  Jenenser  Exemplar  folgende  im  Goettinger  fehlende  Seiten:  S.9
Titel.  8.12a  nur  Text:  Vorrede.  8.57  und  58  (fast  nur  Text):
Prophezeiungen  auf  den  Antichrist.  Die  zweimal  vorkommende
Seite  51  =  69  findet  sich  in  Goett.  nur  einmal  (16b).  S.91:  nur
Text;  vielleicht  Vorrede  zum  9.  Buch  oder  Schluss  des  Ganzen.  S.94
nur  Text.

Das  Goettinger  Exemplar  hat  mehr:  Bl.41a  (Judas  küsst  Christus)
allerdings  fast  ohne  Text,  doch  passender  Gegensatz  zu  40b  (Pabst
küsst  Nonne).  Ferner  Bl.42b  Stammbaum  der  aus  dem  Hochmuth,
Bl.43a  der  aus  der  Demuth  erwachsenden  Laster  und  Tugenden  (in
böhm.  Sprache),  wohl  nicht  zum  Spiegel  gehörig.

Die  Ordnung  der  Tafeln  ist  also  in  beiden  Exemplaren  verschieden;
im  Goettinger  Exemplar  ist  sie  meistens  falsch,  aber  auch  die  des
Jenenser  ist  nieht  überall  richtig;  z.  B.  S.56—58  gehören  nicht  an
diese  Stelle.  Die  obige  Feststellung  der  Blätterlagen  zeigt,  dass
diese  Fehler  und  Verschiedenheiten  nicht  durch  Umstellung  von
Lagen  oder  Doppelblättern  geheilt  werden  können,  dieselben  müssen
vielmehr  schon  aus  den  betreffenden  Vorlagen  stammen.

Jedes  der  beiden  Exemplare  ist  also  von  dem  andern  unabhängig
  und  hat  seinen  besondern  Werth.  Die  Bilder  sind  im
Jenenser  viel  geschickter  und  sorgfältiger  gemalt  als  im  Goettinger,
z.  B.  die  Tracht  ist  oft  charakteristisch,  der  Faltenwurf  gut  und
viele  Bilder,  z.  B.  das  Abendmahl  S.67  und  der  Tanz  S.68,  verrathenbeträchtliches
  Talent  desMalers.  Die  Zeichnungen  des  Goettinger
Exemplars  sind  derb,  aber  kräftig,  wie  die  Holzschnitte  jener  Z  eit;
die  darauf  gesetzten  Farben  sind  kaum  zu  rechnen.  Der  Unterschied
beider  Exemplare  tritt  in  2  Bildern  besonders  hervor.  Im  Gocttinger
Exemplar  ist  Bl.1lb  oben  Maria  mit  Jesus  in  der  Krippe  klein,
dagegen  unten  der  h.  Martin,  der  vor  2  Bettlern  seinen  Mantel  zerschneidet,
  grösser  dargestellt;  im  Jenenser  S.41  ist  Maria  mit  dem
Kinde,  in  der  andern  Eeke  eine  kniende  und  anbetende  Gestalt  in
der  Tracht  eines  Apostels  gemalt,  über  der  steht  "Swaty  Martin  biskup',
zwischen  beiden  endlich  ein  breites  altarähnliches  Gestell  mit  weissem
Tuch  und  Kelch;  zu  dem  Texte  aber  passen  nur  die  2  Seenen  des
Gocttinger  Exemplars.  Im  Goettinger  Exemplar  Bl.30b  treibt
Jesus  die  Weehsler  aus  dem  Tempel,  31a  nimmt  ein  Geistlicher
Geld  von  Laien  ein;  dagegen  im  Jenenser  war  die  Rückseite  des