534  Goettingen,  Universitäts  -Bibliothek

tissimus  vir  D.  D.  Gablowitzki  serenissimi  prineipis  Caroli  archiater
obtulit  a.1698  die  6  Januarii  Warsaviae’.  Dieser  Titel  ist  von
späterer  Hand  auf  die  Innenseite  des  Vorderdeckels  geschrieben.
In  Wahrheit  enthält  die  Hs.  zwei  verschiedene  Schriften:  Bl.l
bis  199  ohne  Überschrift  eine  Abhandlung  über  die  Götter  der  Römer,
in  72  Capiteln.  Anfang  “Mareus  Tullius  deos  in  tres  recensuit
ordines’;  am  Rande  und  im  Text  meist  phantastische  Federzeichnungen
  ‘von  Bauwerken,  Münzen  u.  dgl.  (eine  Schrift  des  Sarbievius
“De  diis  gentium’  in  4  Büchern  erw  vähnt  A.  de  Backer,  Bibl.  des
eerivains  de  la  Comp.  de  Jesus  III,  1876,  565).  B1.200—206  Romanarum
  eruditionum  liber  I:  De  urbe  et  urbanis  (10  Kapp.).
Bl.207—214  eine  Auswahl  von  Bibelstellen,  hinter  jeder  eine  Zahlangabe
  von  “C(ap.)’  und  “Num.’,  deren  Beziehung  nicht  klar  ist.

Luneb.98  IBl.  +  845  Seiten  zu  30'1/,:19!/,  cm  17/18

Jahrh.
Ioannis  Bodini  Colloquium  heptaplomeres  de  abditis  rerum  sublimium
  arcanis.  Abschrift,  einst  dem  Rector  Nielas  in  Lüneburg

gehörig;  vgl.  P.  J.  Bruns,  Beiträge  z.  krit.  Bearbeitung  unbenutzter  ..
Handschriften,  3.  Stück  (Braunschw.  1803)  S.316  no.d.  Andere  Hss.
siehe  unter  Theol.274---  277.

Luneb.99  263  Bl.  zu  16!/,:9em  16Jahrh.  Umschlag
von  2  Pergamentblättern  (lateinische  Mediein,  XIV  Jahrlı.)

(Phil.  Melanchthon’s)  Vorlesungen  über  Cicero  de  officiis
  und  Verwandtes,  geschrieben  von  Verschiedenen.

Bl.1  “Enarratio  libri  de  officiis’.  Was  Bl.1—213  enthalten,  hat
nichts  zu  thun  mit  Melanchthon’s  früh  verfassten  Argumentum  et
Scholia  in  Offieia  Ciceronis  (Corpus  Reformatorum  XVI  627  —  680);
sondern  zunächst  ist  hier  alles  das  enthalten,  was  nach  M’s  Tod
gedruckt  worden  ist  als  Prolegomena  in  Ofhcia  Ciceronis  (Ö.R.  XVI
533—595),  mit  fast  gleichem  Texte.  Diese  gedruckten  Prolegomena
enthalten  ausser  den  langen  und  zusammenhängenden  Demonstrationes
  nur  wenige  Erklärungen  einzelner  Stellen,  sind  also  unvollständig:
  in  dieser  Hft  finden  sich  fortlaufende  Erklärungen  zu  Buch  I
8  1—130.  Ausserdem  finden  sieh  in  der  Hft,  natürlich  fast  nur  zu
dem  (dietirten)  Text  der  Demonstrationes,  theils  an  den  Rand  theils
in  die  Seite  geschrieben,  eine  Menge  von  Bemerkungen,  welche
offenbar  dem  vortragenden  Lehrer  aus  dem  Munde  nachgeschrieben
sind,  worin  ja  M’s  Hörer  in  seinem  Alter  geübt  waren.

Bl.213b—  243  enthalten  die  “Collatio  legum  Atticarum  et  Romanarum
  ad  deealogum’,  in  derselben  Fassung  und  mit  demselben
Schlusse  wie  in  den  Prolegomena  (und  C.R.XVI  in  den  Noten  zu
S.593—602),  hier  ebenfalls  mit  vielen  mündliehen  Erläuterungen
versehen.

B1.243—252  “Ex  _libro  2  Xenophontis  de  Socratis  sermonibus‘
(Commentarii  II  cap.I  $21—  34),  jene  Übersetzung  der  Geschichte
von  Herkules  am  Scheideweg,  welche  nach  M’s  Tode  mit  fast
gleichem  Texte  gedruckt  worden  ist  (C.  R.  XVII  1119),  ebenfalls  mit
mündlichen  Erläuterungen  versehen.  Unmittelbar  vorangehende  Erläuterungen
  zu  Cicero  Off.I$S  117  zeigen,  dass  diese  Übersetzung  nur
ein  Stück  der  Vorlesungen  über  Cicero  de  Offieiis  war.