42  Goettingen,  Universitäts-Bibliothek

Flüchtige  Schrift  von  türkischer  Hand.  |
Dieses  Blatt  ist  ein  Talisman  (&gt;),  welcher  seinen  Träger  vor

allerlei  Übel  schützen  sollte  und  zugleich  dazu  diente,  die  Zukunft  zu
enthüllen.  Die  Mitte  nimmt  ein  grosses  Quadrat  ein,  welches  durch
goldene  Linien  wiederum  in  144  kleine  Quadrate  abgetheilt  ist,  innerhalb
  derselben  in  der  Richtung  der  Diagonalen  stehen  je  5  Zahlzeichen.
  Um  dieses  Quadrat  herum  laufen  in  rother  Schrift  die  üblichen
  Anrufungen  Gottes,  und  am  äusseren,  4cm  breiten  Rande  in
schwarzer  Schrift  die  Erklärung  des  Stückes.

Asch  9  (persisch)  or.  Papier;  1  +  460  Bl.;  34  cm  hoch,
214  cm  breit;  32  viergespaltene  Zeilen  geschrieben  im  J.  1620/21.

Gutes,  durchwee  gleichmässiges  und  leserliches  Talik,  nicht  vocalisirt.
  Die  Überschriften  sind  roth,  die  Umrandung  besteht  aus  einer
blauen  und  einer  goldenen  Linie:  die  Columnen  sind  durch  zwei
schmale  goldene  Streifen  von  einander  geschieden.

Der  ‘Unwän  (Bl.  2),  welcher  nicht  von  dem  orientalischen  Schreiber,
  sondern  von  dem  europäischen  Ergänzer  des  Manuscriptes  herrührt,
  ist  plump  und  geschmacklos.  Über  die  Miniaturen  siehe  nachher.

Das  aulsLö  des  Firdausi,  ohne  Vorrede.  Der  Anfang  lautet:

s,  AR  2  al  AR  NR  &gt;,  „&gt;  ide  Us

Der  vorliegende  Codex  ist  von  J.  Görres  für  seine  Übersetzung  benutzt
  worden  (das  Heldenbuch  von  Irän,  Berlin  1820,  vgl.  die  Vorrede
  S.  XII);  eine  freilich  nur  kurze  kritische  Würdigung  desselben
giebt  Wilken,  Institutiones  ad  fundamenta  linguae  persicae,  Praefatio
D.  VIII.  Ergänzt  sind  die  Blätter  2  (der  Anfang  des  Werkes),  5,  7,
S,  99  und  150  vollständig;  3,  4,  6,  107,  149,  164,  165,  252  und  459
zum  grösseren  oder  geringeren  Theile.  Nach  einer  Bemerkung  von
Heyne’s  Hand  auf  dem  Vorsetzblatte  vom  15.  Dec.  1795  rühren  diese
Ergänzungen  „zusammen  1207  Verse“  von  dem  Professor  Wahl  her,
welcher  sie  „einem  um  200  Jahre  älteren  Codex“  entnonımen  hat.

Das  Manuscript  ist  mit  19  fast  die  ganze  Seite  füllenden,  ziemlich
gut  gemalten  Bildern  verziert;  sie  befinden  sich  auf  Bl.  178,  372,  bEb,
81a,  108%,  136°,  149%,  165%,  1858  198°,  217°,  223»,  2242,  952,  272%
9788  2963,  330»,  378%.  Zwei  davon,  den  Tod  Suhräb’s  und  den  Tod
Isfandijär’s  darstellend,  hat  Görres  nachbilden  lassen.

Der  Codex  stammt  aus  dem  Jahre  1030  d.H.  (beg.  26  Nov.  1620);
als  Schreiber  nennt  sich  (?)  (so  wol  „aa  Jus.  Die  Handschrift
wurde  1790  von  Reineggs  geschenkt.

Asch  80  (persisch)  or.  Papier;  100  Bl.;  21  cm  hoch,  114  cm
breit;  12  gespaltene  Zeilen  geschrieben  im  J.  1580.

Sehr  zierliches  und  elegantes  Talik;  die  Überschriften  der  Abschnitte
  gelbroth;  Einfassung  blau,  gelb  und  golden.

Eine  Beischrift,  von  anderer  —  türkischer  —  Hand,  bezeichnet
das  Buch  als  pres  Sal,  wo  genauer  ist  es  das  ıs,  AK  Lals,&gt;
betitelte  Gedicht  des  G’ä  {  mi,  (Al  Aus  Ka  )  Der  Anfang
  lautet:

wm)  Bliss  „le&gt;  Ju&gt;  EU  De  up  &gt;  a0]  u  sp?)
Die  Handschrift  ist  datirt  vom  Pan  988  (Febr.-März  1580).