90  Goettingen,  Universitäts-Bibliothek

fassern  herrühren,  aber  alle  aus  dem  12.  Jahrhundert  d.H.  zustammen
scheinen.  Auf  Bl.  44%  ein  Brief  des  als  Stilist  und  Briefschreiber  berühmten,
  „verstorbenen“  &gt;  Näbi  Efendi  (f  1124  =  1712/3;  Hammer,

Osman.  Dichtkunst  IV  49),  dessen  Briefe  nach  seinem  Tode  von  Habashi-zädah
  gesammelt  und  unter  dem  Titel  zb  wlä&amp;ir  herausgegeben

  wurden;  s.  Rieu,  Catalogue  of  the  Turkish  "Ass.  in  the  Brit.  Museum
  p.  100%  )).

Anfang  des  ersten  Briefes:  zäy  JA&gt;1  aus,  Alan  dün,li,o&gt;

Auf  mehreren  sonst  leeren  Blättern  stehen  noch  allerhand  Verse,
unter  welchen  drei  Ghazelen,  zwei  von  dem  bereits  erwähnten  Näbi
(Bl.  105°  und  106®),  eines  (Bl.  104)  von  Hamdi  (doch  wohl  dem  berühmten,
  im  J.909  =  1503/4  verstorbenen  Verfasser  des  Gedichtes
über  die  Liebe  des  Jüsuf  und  der  Zalihä;  vgl.  Berlin  n0.387).  Das

auf  Bl.  105°  stehende  und  mit  dem  Matla  aut  15  25  u&gt;  W
+55  beginnende  Ghazel  des  Näbi  steht  auch  in  der  Gothaer  Handschrift

  no.  12  fol.  40°.  Auf  der  Innenseite  des  vorderen  Einbanddeckels
  steht:  Collectio  Epistolarum  Tureicarum.  [W.  Pertsch]

Asch  9  (türkisch)  or.  Papier  mit  Wasserzeichen  1+138Bl.
zu  21:15cm,  mit  20  Zeilen  1751/52

Sehr  schönes,  zierliches  und  ausserordentlich  deutliches  Nashi,
vocalisirt.  Überschriften  und  Textumrahmung  roth.

Das  Hauptstück  dieses  Sammelbandes  bildet  (Bl.  7—81)  Birgeli’s
Lehrbuch  des  muhammedanischen  Glaubens  mit  dem  Commentar  des
Ali  al-Sadri  al-Kunawi,  vgl.  Asch  87.  Der  Text  des  Birgeli
ist  roth  überstrichen,  am  Rande  zahlreiche  Scholien.

Auf  den  ersten  6  Blättern  stehen,  theils  von  derselben,  theils  von
anderer  Hand,  einige  arabische  und  türkische  Kasiden  zum  Preise
Alläh’s,  eine  türkische  Erklärung  religiöser  Formeln  wie  „s}  all  und

dergleichen  und  das  wl&gt;La  sis.

Bl.  82&gt;—103°®  Eine  Sammlung  türkischer  Kasiden;  die  Überschrift
  giebt  jedesmal  das  Metrum  und  den  Reimbuchstaben  an.
Bl.  104°—105°  Eine  arabische  Kaside  auf  J  reimend,  religiösen

Inhalts,  betitelt:  syn  5A.  Am  Rande  eine  zweite  Kaside,  ebenfalls
  auf  J)  ausgehend  und  verwandten  Inhalts.

Bl.  106  —109%  Ein  Tractat  über  die  Namen  des  Propheten,  einige
Kasiden,  und  kleinere  Notizen.

Bl.  109°—136%  die  Burda  des  Büsiri  mit  persischer  und  türkischer
  Übersetzung  am  Rande  und  mit  vielen  Bemerkungen  zwischen
den  Zeilen.  Der  arabische  Text  ist  in  einem  grossen  und  schönen
Nashi,  die  Seite  zu  6  Zeilen,  geschrieben,  das  Übrige  in  kleinem,
enggedrängtem  Nasta  lik.  Die  türkische  Übersetzung  beginnt:

&gt;)  I)  5)  sam  so  STE  SE

1)  Das  dort  gegebene  Citat  aus  Hammer’s  Osman.  Dichtkunst  enthält  einen
Japsus  calami  (p.  239  stattp.  49).  Eine  Handschrift  der  Briefsammlung  des  Näbi
war  auch  in  der  Bibliothek  de  Sacy’s  als  no.  343  vorhanden.