Uffenbach  13  283

des  Kunstgewerbes  werden  oft  gezeigt.  Überhaupt  wird  die  Entwicklung
  der  Naturwissenschaften  verfolgt.  Daneben  werden  auch  Kupferstiche
  oder  Gemälde  betrachtet;  so  von  Ad.  Elsheimer  (IV  80),  von
Teniers  (V  449)  und  von  der  Nürnbergerin  Dietschin:  alle  aus  der
Sammlung  des  Henry  von  Uchelen  aus  Offenbach.  Daneben  sind  Experimente
  und  Vorträge  üblich.  Die  Arbeit  ist  unter  die  Mitglieder
vertheilt:  das  Wasser  ist  Eberhardt  zugewiesen,  die  Erde  Kissner,  das
Feuer  Diesterweg,  die  Luft  Behagel.

Diesterweg  legt  Globen  und  Karten  vor;  er  zeigt  eine  von  Dr.
Henckel  in  Freyberg  angelegte  Sammlung  von  Erzstufen  und  Steinen;
s.  deren  Katalog  V  544—569.  Von  den  meist  im  Original  in  das  Protokoll
  aufgenommenen  Vorträgen,  die  er  hielt,  seien  erwähnt:  I  193
über  Wachsthum  der  Mineralien,  II  61  über  Donner  Blitz  und  Ungewitter,
  II  196  über  Farben  (vgl.  IV  607),  III  165  über  Bewegungsgründe
  des  Quecksilbers  in  denen  Barometris.  Eberhardt  theilt
seine  Erfahrungen  über  Blumenzucht  mit.  Drei  von  ihm  vorgelegte
wohl  eigenhändig  geschriebene  Aufsätze  sind  am  Ende  des  IV  Bandes
(S.  693—-735)  vereinigt:  2  selbstverfasste,  ‘von  dem  Laceiren  mit  spiritu
  vini’  und  eine  “Untersuchung  derer  alten  Jüdischen  Pfunden  und
Gewichten’,  dazu  eine  Abschrift  einer  etwa  1731  von  seinem  Bruder
Conr.  Hieron.  Eberhardt  verfassten  “Beschreibung  aller  in  Europa
bissher  verblüheten  grossen  americanischen  Aloen’,  vor  allem  der  in
seinem  eigenen  Garten  1726  zur  Blüthe  gekommenen  (mit  2  farbigen
Abbildungen  ;  vgl.  III  S3  und  Kissners  Mittheilungen  II  45,  wo  2

ähnliche,  in  Kupfer  gestochene  Abbildungen  beigelegt  sind).  E  tling
  ’s  Vorträge  handeln  über  den  Bezoarstein  (V  S.  185),  das  sogenannte
  Drachenblut  (S.  329),  den  Borax  (S.  572)  u.s.  w.  Kissner

zeigt  und  erklärt  seine  bedeutenden  Naturaliensammlungen,  darunter
ein  'von  25  Jahren  her  gesamletes  und  aus  lauter  figurirten  Steinen
(d.  i.  Versteinerungen),  Mineralien  und  anderen  Fossilien  bestehendes
Cabinet’  (117);  diese  Erläuterungen,  im  Original  mit  den  Figuren
dazu  in  das  Protocoll  aufgenommen,  ziehen  sich  durch  die  3  ersten
Bände  hin,  vgl.  IV  451,  V  8  341;  Bd.  V  S.  770—7S1  enthalten  22
farbige  Abbildungen  auserlesener  Stücke;  II  191  (vgl.  II  98)  und
V  510  3  in  Kupfer  gestochene  Abbildungen  ‘ex  Museo  Kisneriano’.
Daneben  hielt  Kissner  anatomische  Vorträge  (Il  146  und  im  IV  Bande)
und  chemische  (II  214  284,  III  49,  V  105  199  273).  Wilh.  v.
Uffenbach  zeigte  seine  Werkstatt  zum  Drehen  und  anderen  Handarbeiten
  (I  25).

Joh.  Friedr.  v.  Uffenbach  zeigt  seine  in  der  Kammer  für  Handarbeit
  aufgestellten  Werkzeuge  und  Maschinen  (III  420),  von  ihm  verfertigte
  Handarbeiten  (II  55  255)  und  die  von  ihm  in  Kupfer  gestochenen
  2  Ansichten  der  Bibliothek  seines  Bruders  Zach.  Conrad  (II  125
und  III  419,  vgl.  IV  448);  formt  seine  Hand  in  Wachs  (IV  149  227
269  329),  er  erklärt  (III  330  ff.)  die  Herrenhäuser  Wassermaschine
(mit  4  Copien  =  cod.  Philos.  26%).  Auch  liest  er  Stücke  seiner  Reisetagebücher
  und  Aufsätze  vor:  dann  über  Astronomie  (in  Bd.  I—IV);
IV  341  ‘Nachricht  von  Verfertigung  der  Abtrucken  von  erhaben  und
tieff  geschnittenen  Edelsteinen’;  IV  367  und  413  drei  Aufsätze  über
Sonnenuhren  (Abschriften  von  cod.  Uffenb.  20  Bd.  ITS.  104—124);