294  Goettingen,  Universitäts-Bibliotliek

Von  den  beiliegenden  zum  Theil  interessanten  Druckstücken  und
Kupferstichen  sind  einige  Stiche  für  die  ‘Merkwürd.  Reisen’  wieder
gestochen  worden;  der  grössere  dort  nicht  veröffentlichte  Theil  enthält
besonders  Städteansichten,  z.b.  Bl.  181—184  16  Ansichten  von  Braunschweig
  von  J.  G&amp;.  Beck  gestochen  ,  Bl.  157—205  Jac.  Wilb.  Heckenauer,
  conspectus  .  .  fabricae  et  aulae  ...  in  Saltzdahlum  .  .,„  1707.

Uffenb.  29  4  Bände,  VI  +  703,  VI+  774,  VL+713,  VI+  881
Seiten  zu  21:17  cm,  dazu  34,  89,  62,  73  Beilagen  verschiedenen  Formats
  braune,  goldgepresste  Ledereinbände,  auf  jedem  ist  das  Uffenbachische
  Wappen  eingepresst  nach  1716

Joh.  Fried.  v.  Uffenbach,  ausführliches  Tagebuch  über
seine  Reisen  im  Elsass,  in  der  Schweitz,  Italien,  Frankreich  und
Niederland,  vom  21  Oct.  1712—30  Mai  1716,  in  eigenhändiger  Niederschrift
  nach  der  Rückkehr  auf  Grund  des  Reisejournals  angefertigt.
Dies  Tagebuch  ist  im  Stil  der  ‘Merkwürdigen  Reisen’  des  2.  C.  v.  Uffenbach
  abgefasst:  es  verweilt  mit  Vorliebe  bei  der  Beschreibung  der
Städte  und  ihrer  Merkwürdigkeiten,  vor  allem  der  öffentlichen  und  privaten
  Bibliotheken,  Kunst-  und  Kunstgewerbe-Sammlungen.  Jedoch
sind  diese  Aufzeichnungen  nur  zu  eigner  Erinnerung  des  Verf.,  nicht
zur  Veröffentlichung  bestimmt,  rasch  und  manchmal  mit  Unlust  niedergeschrieben,
  oft  mehr  aufzählend  als  beschreibend,  ohne  Sorgfalt  in
Anordnung  und  Ausdruck,  aber  sehr  reichhaltig,  mannigfaltig  und  auch
im  Unbedeutenden  sehr  ausführlich.

Die  zahlreichen  Beilagen  bestehen  aus  1)  Zeichnungen,  fast
alle  von  Uffenbach  mit  Tusche  oder  Farben  ausgeführt,  2)  hauptsächlich
  aus  Kupfern,  meistens  Ansichten  von  Städten  oder  Denkmälern,
seltener  von  Trachten  oder  Porträts  (Bd.  IV  8.210  zwei  von  G.  Scotin
major  Paris  1715  gestochene  Ex-libris,  das  eine  von  J.  H.  Burckhard
M.D.),  3)  kleinen  Drucken.

Band  I  Elsasser  und  Schweitzer  Reis-Diarium  von  Franckfurt
biss  Turin  exclusive.  Zuerst  Stuttgart,  von  da  nach  Ludwigsburg
und  Tübingen,  dann  nach  Strassburg,  wo  er  2  Jahre,  vom  28  11  1712
—16  10  1714,  studirt  und  am  22  6  1714  promovirt  (die  Promotion
wird  8.  36417  384  391  ff  anschaulich  erzählt;  1  Bl.  beiliegend  mit
Verrechnung  der  Kosten  der  Disputation).  Von  seinen  Studien  berichtet
  Ufienbach  wenig,  er  spricht  nur  von  dem,  was  er  sonst  gesehen
und  erlebt  hat  (u.a.  über  die  Sammlungen  des  Secretärs  Brackenhoffer
S.112  203,  des  Herın  v.  Rathsamhausen  8.  278  287  300  313,  des
Rathsprocurators  Kühnast  8.  397  434,  die  Gemäldesammlungen  des
Abb&amp;  Robert  8.395,  des  Secretärs  Rosenzweig  S.  415,  Werke  ‘des  berühmbten
  Brentel’  S.  312  395  504,  die  .Tlesuiter-  und  die  Universitätsbibliothek
  S.  396  406  412,  über  Joh.  Schilter  S.  153  206  250  436,  über
die  Meistersänger  von  Strassburg  zur  Osterzeit  S.  318).  Von  Strassburg
  ging  die  Reise  über  Basel  (nach  8.  488  18  Trachtenbilder  aus
Basel,  gestochen  von  A.  M.  de  Beyerin),  Schaffhausen  (mit  2  Ansichten
des  Falls),  Zürich,  wo  er  mit  Scheuchzer  verkehrt,  Bern,  Genf  (Turretin
&gt;.  621  646);  Alpenübergang  mit  3  Tuschzeichnungen  (2  vom  Mont  Cenis),
  Ankunft  in  Turin  am  28  Dec.  1714.

Band  II  und  III  ‘Italienisches  Reisz-Diarium  von  Turin  (dazu