314  Goettingen,  Universitäts-Bibliothek

Aethiop.  10  (orient.  25°)  73  Blätter  und  Blättehen  verschiedenster
  Grösse,  von  denen  viele  aufgeklebt  sind;  einige  Blätter  sind  von
der  Tinte  durchgefressen  und  brüchig  1650—1657

Die  Briefe  des  Abessiniers  Gregorius  an  Hiob  Ludolf  aus  der
Zeit  seines  Aufenthaltes  in  Europa  1650—1657.  Die  Sammlung  besteht
  aus  39  Briefen  Gregor’s  —  davon  sind  3  Copien,  nämlich  no.  2,
38  und  39;  die  übrigen  sind  Originale  —  und  aus  14  Schreiben  Ludolf’s;
  von  diesen  sind  10  Entwürfe  und  4  (no.  17  abc)  die  abgeschickten
  Briefe.  Die  Länge  der  Briefe  und  ihr  Format  ist  sehr  verschieden;
  einige  Blätter  sind  in  Columnenabtheilung  geschrieben,  meistens
  gehen  aber  die  Zeilen  über  die  ganze  Seite  hinweg  ;  ebenso
wechselt  der  Charakter  der  Schrift.

Bei  sehr  vielen  Briefen  ist  die  Rückseite  freigeblieben,  Ludolf  hat
sie  dann  aufgezogen.

Die  Handschrift  beginnt  (Bl.  1)  ‘Index  epistolarum  a  dn.  Gregorio
ad  me  (Ludolf)  missarum’,  dann  (Bl.  2)  Brief  no.  2;  der  erste  Brief,
den  Ludolf  in  seinem  Commentarius  ad  Historiam  Aethiopicam  8.  35
abgedruckt  hat,  ist  jetzt  verloren  und  ebenso  der  grösste  Theil  des
vorangehenden  von  Ludolf  selbst  angefertigten  Verzeichnisses  sämmtlicher
  Briefe.  Ludolf  hat  die  Briefe  Gregors  bis  zum  18.  numerirt,
seine  eigenen  bei  Seite  lassend;  von  no.  13  geht  er  gleich  auf  15  über,
es  scheint  somit  auch  no.  14  verloren  gegangen  zu  sein.  Die  jetzige
Zählung  geht  von  14  an  ununterbrochen  weiter;  die  Ludolfschen  Briefe
haben  die  Zahl  des  vorhergehenden  Briefes  Gregors  mit  einem  Exponenten
  versehen.

Eine  genaue  Inhaltsangabe  der  sämmtlichen  Briefe  sowie  Text
und  Übersetzung  der  wichtigsten  Stücke  —  no.  2—9  vollständig  und
von  no.  11,  14,  22,  30,  31,  33,  36  das  Interessanteste  —  findet  sich
in  dem  Artikel  über  ‘Hiob  Ludolf’  von  J.  Flemming  in  den  Beiträgen
zur  Assyriologie  und  vergleichenden  semitischen  Sprachwissenschaft
Ba.I  537—82,  Bd.  II  63—110.  1774  von  Prof.  Büttner  überlassen.
  Andere  Manuscripte  des  Briefwechsels,  Abschriften  des  vorliegenden
  Originals,  befinden  sich  in  Halle  und  in  Gotha.

Dazu  noch  9  äthiopische  Handschriften  der  Collection  Michaelis
no.  263—271  und  Luneb.  116.

Arabische  Handschriften.

I.  Muhammedanische  Theologie.  a.  Der  Kur’än.

Arab.  1  (orient.  125°°)  14  Blätter  Pergament;  204  cm  hoch,
16  cm  breit  X  Jahrh.

Bruchstücke  des  Kur’än  in  kufischer  Schrift.  Bl.  1—8  enthalten
  Süra  43  12  —.  Bl.  9:  Süra  47  32—3r.  Bl.  10  und  11: