Aethiopisch  10  Arabisch  1—3  315

Sura  4Sı2—.20.  Bl.  12:  Süra  48  35-27.  Bl.  13  und  14:  Süra
49  12.  —50..

Die  Schrift  ist  ziemlich  gross  und  recht  schön,  11-—-14  Buchstaben
  stehen  auf  der  Zeile  (11  Zeilen  auf  jeder  Seite)  und  der  Zwischenraum
  zwischen  den  einzelnen  Buchstabengruppen  beträgt  vielfach  1  cm.
Auf  den  14  Blättern  ist  die  Schrift  nur  auf  der  einen  Seite  (dies  ist
bald  das  Recto  bald  das  Verso)  in  tadellosem  Zustande,  auf  der  anderen
  Seite  dagegen  ist  die  schwarze  Tinte  des  Consonantentextes  stark
ausgebleicht,  während  die  Vocalzeichen  und  sonstigen  Beigaben  meist
intakt  geblieben  sind.  Das  lässt  vielleicht  auf  späteren  Ursprung  der
letzteren  schliessen.  Die  Vocale  sind  ziemlich  häufig  gesetzt  und  durch
rothe  Punkte  bezeichnet,  die  Nünation  durch  2  bald  neben-  bald  übereinander
  stehende  Punkte.  Das  Dehnungsalif  ist  gewöhnlich  geschrieben;
  wo  es  ausgelassen  war,  ist  es  mit  grüner  Tinte  hineincorrigirt,
so  stets  in  dem  Worte  „„7,.  Grün  sind  auch  die  diakritischen  Zeichen

bei  „  und  \s,  sowie  die  Lesezeichen  Madda,  Hamza  und  Jasdid.  Sehr

vereinzelt  kommen  gelbe  Punkte  vor;  sie  dienen  nur  zur  Ergänzung
der  roten  Vocalpunkte.

Die  einzelnen  Verse  sind  durch  kleine  goldene  Rosetten  von  einander
  geschieden  ,  grössere  Rosetten  am  Rande  mit  eingeschriebenem
um+&gt;  dienen  zur  Bezeichnung  der  Pentaden.  In  der  Überschrift  zur

50  Süra  auf  Bl.  14  zeigen  die  Buchstaben  innerhalb  eines  breiten,  mit
goldenen  Arabesken  ausgefüllten  Streifens  die  Farbe  des  Pergaments.
Nöldeke  sagt  in  seiner  Geschichte  des  Qoräns  S.  303,  dass  wir  rein
kufische  Handschriften  nicht  nach  dem  Jahre  400  d.H.  setzen  dürfen;
die  vorliegenden  Blätter  stammen  vielleicht  aus  dem  4,  frühestens  aus
dem  Ende  des  3  Jahrhunderts  der  Flucht.

Aus  dem  Kloster  Anbä  BiSoi  1878  von  Brugsch  gekauft.

Arab.  2  (orient.  26)  orientalisches  Papier;  360  Bl.;  3lcm
hoch,  20  cm  breit;  11  Zeilen  18  Jabrh.

Schrift?)  ziemlich  gross  und  gleichmässig,  vocalisirt;  die  erste,  mittelste
  und  letzte  Zeile  auf  jeder  Seite  ist  grösser  und  kräftiger  im
Tuluti  -  Zug  geschrieben  ,  die  anderen  Zeilen  kleiner  in  gewöhnlichem
Nashi.  Überschriften,  Verstheiler,  Lesezeichen  und  sonstige  Beigaben
roth.  Der  obere  Theil  der  Handschrift  ist  durch  Wasser  beschädigt
und  die  Schrift  vielfach  verwischt.

Der  Kur’än.  Auf  Bl.  1°?  türkischer  Text  in  Diwäni-  Schrift,
6  Zeilen  unwesentlichen  Inhalts.

Arab.  3  (orient.  27)  orientalisches  Papier;  225  Bl.;  294  cm
hoch,  21  cm  breit;  15  Zeilen  17  Jahrh.  .

Schrift  deutlich  und  gleichmässig,  vocalisirt.  Überschriften,  Verstheiler,
  Lesezeichen,  s\;&gt;|  und  Unterabtheilungen  roth.  Der  Text  mit

einer  doppelten  rothen  Linie  eingefasst.  Schwarzer  orientalischer
Lederband  mit  Goldpressung  und  Klappe.
Der  Kur’än.  Kam  1772  in  die  Bibliothek.

1)  Ist  der  Schriftzug  nicht  näher  angegeben,  so  ist  stets  Nashi  gemeint,