Syrische  Handschriften.
Beschrieben  von  Dr.  Alfred  Rahlfs

Syr.1  (orient.  18)  orientalisches  Papier  mit  Stempel
154  Bl.  zu  231  :181  cm  auf  der  Seite  meist  20,  zuweilen  21  oder
22  Zeilen  jakobitische  Schrift  2181  d.  Gr.  =  1870  n.  Chr.  auf
Veranlassung  Dr.  Albert  Socin’s  von  dem  Bischof  ‘Johannes  oder  Elias
aus  Mardin’  aus  einer  in  Mardin  befindlichen  Handschrift  abgeschrieben.

Bl.  1P—103°  vorletzte  Zeile:  Kalilag  und  Damnag.  Abgedruckt
  in  ‘Kalilag  und  Damnag  ...  Text  und  deutsche  Übersetzung
von  G.  Bickell.  Mit  einer  Einleitung  von  Th.  Benfey.  Leipzig  1876’.
Anfang  und  Schluss  fehlen,  wie  der  Abschreiber  selbst  in  arabischen
Kandnoten  auf  Bl.  1°  und  103°  bemerkt.  Genaueres  hierüber,  sowie
auch  über  eine  Lücke  im  Texte  s.  bei  Benfey  S.  xxIv—xxvi.

Bl.  103°  letzte  Zeile  —  Bl.130®?  Apokalypse  des  Paulus
mit  Vorwort  (vos  aa»).  Beides  ist  aus  einer  in  Amerika  befindlichen

  Handschrift  in  englischer  Übersetzung  mitgetheilt  von  J.
Perkins  im  Journal  of  the  American  Oriental  Society  VIII  (1866)
8.183  ff.,  die  Apokalypse  allein  aus  dem  cod.  Vatic.  Syriac.  180  in
deutscher  Übersetzung  von  P.  Zingerle  in  Heidenheims  Vierteljahrsschrift
  für  deutsch-  und  englisch-theologische  Forschung  und  Kritik  IV
(1871)  8.139  ff.  Von  dem  syrischen  Texte  ist  im  Journal  a.a.0.  S.
211/212  nur  ein  Specimen  veröffentlicht,  von  dem  das  Göttinger  Exemplar
  vielfach  abweicht.  Titel  und  Anfang  des  Vorworts  (bis  8.  185
2.11  der  englischen  Übersetzung)  fehlen  der  Göttinger  Handschrift.

Bl.  130°’—1322:  Gedicht  des  heil.  Ephraim  über  das  Weltgericht,
  anfangend  mit  ‚„o  aD  Iöilo  wi).

Bl.  1322—134*  ‘eine  Reihe  von  unzusammenhängenden
Notizen,  über  die  Entwickelungsgeschichte  des  Embryo,  dann  über
die  Namen  ungenannter  biblischer  Persönlichkeiten,  die  Eltern  der
heil.  Jungfrau,  den  Stern  der  Magier,  die  Kreuzigung  und  Grablegung
Christi,  die  Nahrung  des  heil.  Johannes  des  Täufers  und  die  Namen
der  beiden  Jünger,  welche  er  an  Christum  absandte,  ferner  über  den
körperlichen  Sitz  der  verschiedenen  Seelenkräfte  und  Affecte,  endlich
eine  Vergleichung  des  menschlichen  Mikrokosmus  mit  dem  Makrokosmus’
  (Benfey  a.  a.  O.  8.  xxvın).

Die  Handschrift  ist  der  Bibliothek  von  der  Kgl.  Gesellschaft  der
Wissenschaften  zu  Göttingen,  die  sie  von  Dr.  Albert  Socin  erworben
hatte,  überwiesen  worden.

Syr.  2  (orient.  17)  curopäisches  Papier  184  Blätter  zu  31:
191  cm  die  Seiten  sind  in  2  Columnen  zu  24—35  Zeilen  getheilt;
in  der  rechten  Columne  steht  das  Syrische,  in  der  linken  das  Arabische
  geschrieben  1768  oder  kurz  vorher.