486  Goettingen,  Universitäts-Bibliothek

Sarif  des  Sultans  Muhammad  IV  ibn  Ibrähim  vom  1  Sauwäl
1095  =  31  Dec.  1682  enthaltend,  durch  welchen  einem  gewissen  Saiyid
Hasan  das  Sandschakat  von  KR:  ')  im  Ejalet  Siwäs  verliehen  wird.

Am  Anfang  die  Tugra  des  Sultans.

2)  eine  ebensolche  Rolle  von  55  cm  Länge  und  21cm  Breite,
welche  einen  aus  der  ersten  Dekade  des  Rabi‘  I  1045  =  15  —24  August
1635  datirten  Hatt-i  Sarif  des  Sultans  Muräd  IV  enthält.  Es  wird
einem  gewissen  „&amp;sgs  „L&gt;  die  Erlaubniss  ertheilt,  eine  Kleinmoschee
Alma  an  einem  Orte,  welcher  as.  &amp;uas  genannt  wird‘),  auf  seine
Kosten  in  eine  Grossmoschee  ul  umzuwandeln.  Die  kaiserliche  Tu-&amp;ra
  ist  auch  hier  dem  Anfang  übergemalt.

3)  eine  Rolle  von  424  cm  Länge  und  15  cm  Breite,  in  vollständig
unpunctirter  Qyrma  -  Schrift  mit  allerhand  statistischen  Angaben  aus
den  Jahren  1038  und  1039  =  1628-1630  beschrieben.  Diese  Rolle
ist  mit  Bleistift  besonders  als  ‘Cod.  orient.  195’  bezeichnet.

[W.  Pertsch]
Ture.  32  (orient.  194)  ein  zusammengefaltetes  Blatt  von  60  cm

Länge  und  36  cm  Breite.  Gutes  Diwäni.  Die  Adresse  liegt  auf  einem
besonderen,  pfeilförmig  ausgeschnittenen  Zettel  bei.

Ein  freundschaftlicher  Brief  asluns-,  welcher  zugleich  eine
Empfehlung  eines  vornehmen  (s0;8;)  Europäers  des  Namens  wyinkmg:
Anlumg&gt;  „0  DSJL  Justinus  Baron  "au  rn  an  den  damaligen  Statthalter
  &amp;,  von  Rüm-il,  welcher  nicht  genannt  wird,  enthält).  Der
Briefschreiber  nennt  sich  in  der  Unterschrift  N)  Pie  SCI  Ze  E2180)
Sl&gt;  3053,05  d.h.  Jacomo  (statt  Giacomo)  Conte  Colier  ,  gegenwärtig
holländischer  Gesandter.  Colier  war  im  Jahre  1668  und  auch  1684
holländischer  Gesandter  bei  der  Pforte  (s.  Hammer,  Geschichte,  kleine
Ausgabe  III  600  und  770);  doch  wird  er  bei  Hammer  immer  nur

schlechtweg  Mr.  Colier  ohne  den  Titel  Graf  genannt.  Datirt  ist  der
Brief  nicht.  |W..  Pertsch]

Ture.  33  eine  zum  Theil  auf  grüne  Seide  aufgezogene  Papierrolle
  von  1m  64cm  Länge  und  68  cm  Breite.  Sie  enthält  einen  Hatt-ı
Sarif,  durch  welchen  den  unter  der  Botmässigkeit  des  Patriarchen  von
Alexandrien®)  stehenden  Christen  freie  Religionsübung  zugesichert
wird.  Das  Schriftstück  ist  datirt  vom  11  G’umädä  II  1168  =  25  März
1755,  und  rührt  also  von  Sultan  Osman  III  her,  dessen  Tugra  auch

l)  So  hier  und  im  "Gahän  -numä  p.  APP  2.15  v.  u.;  Buzauk  in  Norberg’s

Übersetzung  II  399  Z.  5  v.u.;  Bosuk  bei  Hammer,  Staatsverfassung  II  257  und
in  Stieler’s  Handatlas;  Bozok  bei  v.  Tischendorf,  Lehnswesen  p.  75.

2)  Vielleicht  das  deutsche  Quartier  einer  grösseren  ungarischen  Stadt?

3)  Siehe  die  beiliegende  Adresse.

4)  Wie  mir  Herr  Professor  Dr.  H.  Gelzer  in  Jena  nach  J.  M.  Neale,  A  History
  of  the  holy  eastern  Church.  The  Patriarchate  of  Alexandria  II  4758.
mittheilt,  hiess  der  damalige  Patriarch  von  Alexandrien  Matthaios  von  Andros.
Hier  wird  er  wiederholt  ;s.A=  x5W  oder  ähnlich  genannt.  In  dem  ersten  Worte

steckt  offenbar  Matthaios,  in  dem  zweiten,  nicht  ganz  sicheren,  vermuthlich  der
Familienname  des  Mannes.