502  Goettiugen,  Diplomatischer  Apparat

Bl.  21—92°  Arzeneibuch  in  215  Paragraphen,  aus  Ortolf  von
Baierland  entnommen:  Bl.21  (no.  1—25)  =  Ortolf  Bl.1—7  der
Ausgabe  Nürnberg  1477  (die  dann  folgenden  Abschnitte  aus  Ysaac  de
urinis  und  de  pulsibus  fehlen  in  der  Hs.);  Bl.  28°  (no.  26—32,
‘meister  Ypocras  lere’)  =  Ort.  Bl.  13—15,  no.  28  ist  überschrieben
‘das  funft  capitel’;  Bl.  33°  (no.  33—93,  “Von  allin  zewchin’)  =  Ort.
Bl.  16—37;  Bl.  57  (no.  94—114,  Wundarzenei)  =  Ort.  Bl.  37—43,
auf  BIl.58  zu  no.  97  (Ort.  BI.  38)  die  Überschrift  ‘.  ..  mannicherley  ercztey,
  zcum  erstin  ab  ein  man  gewunt  wirt.  BI.  63  folgen  dann
allerlei  Recepte,  meist  medicinische.  Darunter:  Bl.  738—80?  (no.  194)
von  Oelen  ‘Han(!)  ich  do  vorn  an  dem  erstin  teyll  des  buches  von
rosin  ‚oel  gesaget  hab,  so  wil  ich  hy  nu  schrybin,  wy  man  is  machin
sal..’;  Bl.86—89  (no.  214)  von  Salben;  BI.  90  (no.  215)  ‘Ereztey  von
den  ohstilenein  am  Schluss  Bl.  91P  (roth)  ‘Ich  hab  verdint.

Bl.  92  Chirurgie  ‘Alhie  hebet  sich  an  dy  kunst  dy  do  heist  Ciroloia
  wy  man  wundin  heylin  sol.  Und  zcu  dem  erstin  ercztey
zcum  hopt:  Das  hopt  wirt  gewunt  manicherley,  etwen  wirt  nicht  den
dy  haut  wunt,  czu  stundin  wirt  das  gehirm  wunt...  Darin  Bl.  98°
ein  Wundsegen  ‘Es  gingin  guter  bruder  drey  uff  einen  seligen
weg  ..;  am  Schluss  (Bl.  101  ff.)  auch  andere  Recepte.

Bl.  111—144°  Kräuterbuch;  zuerst  ‘Die  tugent  und  craft  von
ertrouch’,  dann  erst  ‘Hie  hebet  sich  an  von  den  Crawttern  unde  zcum
erstin  von  yserre.  Eyn  craut  heist  verbena  das  ist  yserre  gnant  und
ist  zcu  vil  dingin  gut.  Von  dem  selbigin  erawte  saget  uns  Macer..’
(die  Beschwörung  der  Verbena  beginnt  ‘Ich  gebite  der  (!)  edelin  wurcz
yser  inden  namen  .  .  das  du  deiner  togunde  keine  inder  erdin  lasest)).
Es  folgen  nun  zunächst  12  Pflanzen,  die  im  folgenden  noch  einmal
in  anderer  Fassung  aber  fast  in  derselben  Reihenfolge  wiederkehren,
dann  folgt  Bl.114  die  deutsche  Bearbeitung  des  Macer  Floridus
(vgl.  Zacher,  Macer  Floridus  und  die  Entstehung  der  deutschen  Botanik,
  in  der  Zeitschr.  f.  deutsche  Philologie  XII  S.  189),  die  Haupt  in
den  Wiener  Sitzungsber.  71  (1872)  S.  533  aus  der  Wiener  Hs.  5305
anführt.  Im  Anfange  ist  die  Anordnung  etwas  gestört  und  der  erste
Artikel  (Artenıisia)  fehlt  (vgl.  Bl.166),  dann  aber  stimmt  die  Hs.  mit
der  Reihenfolge  der  Wiener  Hs.  überein.  Auch  hier  steht  (Bl.141)
‘Ich  habe  hy  gesayt  von  den  wurezen  sumeliche  dy  uch  sein  bekant.
Nu  will  ich  uch  sagin  von  den  wurczen,  do  von  machit  electuaria  und
zcum  erstin  von  deme  pfeffere’;  der  letzte  Artikel  ist  (144)  ‘Hirsswamp'.

  Bl.  144  ‘Von  des  blutis  smagk’  und  anderes,  am  Schluss
Bl.  146°  ‘Sey  got  gelobet”.
Bl.  147*  Recepte,  hauptsächlich  medieinische.  Darunter  auch

einiges  andere:  (Bl.  147°)  ‘Vom  eichen  mispel:  Meister  Peter  der  aller
beste  meister...‘  ;  (Bl.  148%)  ‘Von  der  slangen  palg  im  augst:  Do  ich
Johannes  Pawlonimus  inder  stat  Alexandria  was..,  vant  ich  .  ‚in  eym
buche  das  heist  das  heyl  des  lebens.  .’;  (Bl.  163)  ‘Von  dem  grosen
geyer:  Der  geyer  hat  so  maniche  ercztoy  an  em..’;  (Bl.  166)  ‘Von
craft  und  togent  bibos’  (Artemisia),  dann  noch  5  andere  Pflanzen  ;
(Bl.  188)  Blutsegen  ‘Longinus  der  ritter  gut..  Bl.  189°  Wann
man  zur  Ader  lassen  soll  ‘Es  ist  zcu  merekin  kein  mensche  blut  sol
lasin  adir  sust  geslagen  werden  .  Bl.  192  ‘Item  dy  verworfien