912  Goettingen,  Gesellschaft  der  Wissenschaften

Perez  Bayer  1763  und  mit  Bezug  auf  Briefe  von  Majans,  Beilagen  zu
Briefen  Meermann’s,  welche  noch  im  Archiv  der  Societät  liegen  (vgl.
Gött.  Gel.  Anzeigen  1762  p.  375;  1763  p.  401  511).

Müller  IE  56  (hebräisch)  Pergamentrolle,  161  cm  breit  und
24  cn  hoch,  in  9  Columnen  geschrieben
Megillat  Esther.

Schriftstücke  und  Akten  bei  der  Gesellschaft
der  Wissenschaften.

Das  Ansehen  der  Universität  Göttingen  hob  rasch  auch  die  1751
gegründete  Gesellschaft  der  Wissenschaften.  Die  Mittheilungen  auswärtiger
  Gelehrten,  die  Stellung  von  Preisaufgaben,  die  Herausgabe
der  Commentationes  (Abhandlungen)  und  besonders  der  Gelehrten
Anzeigen  verursachten  eine  ausgedehnte  Correspondenz.  So  war  einst
einc  Menge  von  Akten,  Briefen  und  Schriftstücken  der  verschiedensten
Art  vorhanden.  Erhalten  sind  davon  nur  Theile,  um  deren  Sichtung
sich  besonders  J.  F.L.  Hausmann  (1842--1859  Sekretär)  bemüht
hatte,  die  aber  bald  wieder  in  grosse  Unordnung  gekommen  sind.
Für  die  Zwecke  dieses  Verzeichnisses  sind  dieselben  flüchtig  geordnet
worden.  Manches,  wie  die  Sammlung  der  Dankschreiben  (Hist.  lit.
116),  ist  der  Bibliothek  übergeben  worden.  Fast  alle  in  diesen  Schriftstücken
  vorkommenden  Sachen  und  Personen  werden  in  den  Gelehrten
Anzeigen  erwähnt,  wo  sie  mit  Hilfe  des  Registers  von  1785  und  besonders
  des  trefllichen  Registers  von  1827  leicht  zu  finden  sind.

Kaum  kommen  hier  in  Betracht  die  Akten,  Gutachten,  Verordnungen,

  welche  die  Gründung  der  Gesellschaft,  ihre  Einrichtungen  und

äussere  Geschichte  betreffen,  dann  die  Jahresrechnungen,  die  Verhandlungen
  und  Verträge  mit  Papierfabriken  ,  Druckern,  Kupferstechern,
Verlegern  und  mit  der  Post;  freilich  sind  diese  Stücke  von  den  berühmtesten
  Mitgliedern  der  Gesellschaft  zum  Theil  geführt,  zum  Theil
mit  langen  Gutachten  begleitet.

Mehr  wissenschaftliches  Interesse  haben  die  Schriftstücke,  welche
die  innere  Thätigkeit  der  Gesellschaft  betreffen,  so  zunächst  die  (2  Mal
umgehenden)  Circulare,  welche  oft  seitenlange  Meinungsäusserungen
der  Mitglieder  enthalten,  z.B.  ein  Antrag  K.  O.  Müller’s  1837  betr.
die  Abschaffung  der  lateinischen  Sprache  in  Reden  mit  Bemerkungen
der  Gebrüder  Grimm  und  Anderer.  Erhalten  sind  auch  die  Anniversarien
  (Reden  der  Sekretäre  mit  Jahresbericht)  von  1770—1858  in
den  Originalen  von  Heyne,  Blumenbach,  Hausmann.  Interessanter
sind  die  Wahlacten,  die  mitunter  charakteristische  Begründungen
der  Wahlanträge  enthalten.

Beträchtliches  wissenschaftliches  Interesse  haben  die  Abhandlungen;
  minder  die  von  einheimischen  Mitgliedern,  da  diese
meistens  wörtlich  gedruckt  wurden,  wie  z.  B.  Druckmanuscripte  von