514  Stadt  Göttingen

Namen;  doch  kann  man  denselben  näher  kommen  durch  die  Gu  tachten
  der  Mitglieder,  von  denen  sehr  viele  im  Originale  beiliegen
oder  in  den  Anzeigen  gedruckt  zu  finden  sind.

Handschriften  im  Besitze  der  Stadt  Göttingen.

Die  Urkunden  und  Handschriften,  welche  der  Stadt  Göttingen  gehören,
  hat  zuerst  J.  A.  L.  Seidensticker  gesammelt,  gesichtet  und  beschrieben
  (vgl.  cod.  Hist.  290).  In  neuerer  Zeit  haben  über  dieses
reiche  Archiv  besonders  gehandelt:  G.  Schmidt  in  der  Vorrede  zum
2  Bande  des  Urkundenbuchs  der  Stadt  Göttingen  (1867);  A.  Hasselblatt
  und  G@.  Kaestner  in  der  Vorrede  zu  den  ‘Urkunden  der  Stadt
Göttingen  aus  dem  16  Jahrh.  1881;  G.  Kaestner,  Nachrichten  über
das  Archiv  der  Stadt  Göttingen  1878  (zur  Begrüssung  des  Hansischen
Geschichtvereins);  Gustav  Schmidt,  das  mittelalterliche  Göttingen,  in
den  Hansischen  Geschichtsblättern  1878  8.  1—38.

Im  Folgenden  werden  nur  wenige  Stücke  erwähnt,  von  denen
einige  in  der  Universitätsbibliothek  deponirt  und  2  im  städtischen
Museum  ausgestellt  sind;  die  andern  befinden  sich  im  Archiv.

Göttingen  Stadt  1  (aufbewahrt  in  der  Univ.-Bibliothek)  Perg.
323  Bl.  (Bl.  5—140  157—233  mit  fortlaufender  alter  Zählung;  Lücken
nach  Bl.  246  und  316)  zu  36:27  cm  zweispaltig  geschrieben
Neumen  auf  5  Linien,  von  denen  eine  roth  und  eine  gelb  ist
rothe  Rubriken;  rothe  und  blaue  (Bl.  141—156  und  317—320  nur
rothe)  Initialen  ziemlich  klein  und  kunstlos  sind  die  Gemälde  auf
Goldgrund:  Bl.  5  (celebrirender  Priester),  18?  (Stall  in  Bethlehem),
109°  (Auferstehung),  129  (Drache),  161®  (Blattornamente);  Bl.  154
auf  einem  angenähten  Lederstück  (6:5  cm)  Veronica  mit  dem  Schweisstuch,
  Bl.  161®  (Kanonbild)  Christus  am  Kreuz;  (Bl.  152  in  dem  eingesetzten
  Canon  ist  ein  früher  aufgenähtes  Bild  herausgenommen).

XIV  Jahrh.  alter  Band:  mit  weissem  gepresstem  Leder  überzogene
  Holzdeckel  mit  Ecken,  Buckeln,  Rosetten  und  Schliessen  von
Messing  Blattzeiger  und  Lesezeichen  von  Leder.

Missale  aus  der  Kirche  S.  Johannis  in  Göttingen.

Bl.2  Kalender.  Bl.  5  Proprium  de  tempore  bis  ‘in  octava  Pentecostes’;
  dann  Bl.  136  ‘de  corpore  Christi’,  Bl.  137®  ‘de  vulneribus
Christi”.  Bl.  138  Gloria  und  Credo;  Bl.  139  ‘..  post  offertorium’..;
Praefationes.

Bl.  141  (bis  156  von  jüngerer  Hand)  Missae  diversae;  Bl.  152  Kanon.

Bl.  157  Fortsetzung  der  Praefationes  von  Bl.  140°.  Bl.  161

(der  alte)  Kanon.  Bl.  164°  Fortsetzung  der  Missae  de  tempore
‘Dom.  I  post  Trinitatis  bis  dominica  25  fer.  6;  Bl.  200°  ‘In  dedicatione
ecclesiae’,  Bl.  202  ‘In  dedicatione  altaris’.  Bl.  203  Proprium  de

sanctis,  bricht  Bl.246  mit  ‘Galli  confessoris’  (=  16  Oct.)  mitten  1m
Worte  ab.  Bl.  247  Commune  sanctorum.  Bl.  276?  Missae  voti-