Göttingen  Stadt  3—6  917

Franciscum  Lubeeum  Gottingensem’,  bis  1588.  Autograph  und
wie  es  scheint  einziges  Exemplar  dieser  Schrift.

Nach  der  auf  Bl.  10  geschriebenen  Inhaltsangabe  ist  diese  Hs.  als
erster  Theil  der  Göttingischen  Chronik  zu  bezeichnen  und  entspricht
dem  5.  Buche  der  (bis  1594  reichenden)  Br.-Lüneburgischen  Chronik
des  Lubecus.  Der  zweite  Theil,  der  ähnlich  wie  das  6.  Buch  der  genannten
  grössern  Chronik  eingetheilt  war,  fehlt.

Göttingen  Stadt  5  (aufbewahrt  in  der  Univ.-Bibliothek)  etwa
100  Bl.  zu  334  :21cm  Ende  des  16  Jahrh.

Genealogien  verschiedener  Fürstenhäuser  nebst  zugehörigen  Nachrichten
  über  einzelne  Personen  und  Herrschaften,  von  Fr.  Lubecus
geschrieben.

Auf  Bl.1  steht  der  unzutreffende  Titel  ‘Genealogia  dueum  et  principum
  qui  ducatum  Luneburgensem  et...  Brunsvicensem  tenucrunt...
ab  H.H.L.  et  J.M.  G.  M!

Diese  Sammlungen  waren  offenbar  für  L.’s  Braunschweig-Lüneburgische
  Chronik  bestimmt,  denn  dort  werden  in  der  Inhaltsübersicht
auf  Bl.5  die  Genealogien  als  Inhalt  von  Buch  VII  aufgeführt.  Am
Schluss  sind  Bischofsreihen  zusammengestellt,  darunter  die  von  Magdeburg
  bis  1579  in  Form  einer  Reimchronik.

Göttingen  Stadt  6  (aufbewahrt  in  der  Univ.-Bibliothek)  II  +

216  Bl.  zu  334  :21cm  und  einige  eingeschaltete  Zettel  mit  sehr
zahlreichen  Initialen,  einigen  Bildern  und  andern  Verzierungen,  die
sämmtlich  aus  Druckwerken  ausgeschnitten  sind  um  1600

(Joh.  Letzner)  ‘Das  ander  Buch  der  Brunschweigischen,  Lüncburgischen
  vnd  Göttingischen  Chronica.  Historische  Beschreibung,  wie
baldt  nach  der  Apostel  Absterben  allerlei  Irthum  ...  mit  .  .  vnnotigen
Ceremonien  .  .  eingerissen,  vnd  wie  doch  auch  Gott  dagegen  zu  allen
zeiten  leut  erwecket  .  ..:  163  Capitel  und  ‘Zum  Beschluss’,  dann  (Bl.
214°)  Register  der  Capitel.

Die  Handschrift,  welehe  von  Letzner  selbst  reingeschrieben  ist,
schildert  die  Geschichte  der  christlichen  Religion  und  von  Bl.128  ab  der
Reformation  im  Allgemeinen  (ohne  besondere  Berücksichtigung  Göttingens
  oder  Niedersachsens).  Da  nun  nach  dem  ursprünglichen  Plan
Letzner’s  (vgl.  Praun,  Bibliotheca  Br.-Luneb.  1744  S.40)  das  3.  Buch
seiner  Chronik  ‘von  den  Clöstern,  Stiftern  und  Kirchen  dieses  Landes’
handeln  sollte,  so  passte  die  Überschrift  ‘Appendix  des  dritten  Buches’,
welcher  von  Bl.  2  ab  über  den  Seiten  steht  (später  auch  ‘das  dritte
Buch’)  ziemlich  gut.  Doch  später  änderte  Letzner  seinen  Plan;  da  nenlich
  das  1.  Buell  der  Chronik  handeln  sollte  'von  den  Vätern  und  Geschichten
  der  Apostel’,  diese  Schrift  aber  ‘baldt  nach  der  Apostel  Absterben’
  beginnt,  so  taufte  er  sie  um  als  ‘Das  Ander  Buch’,  schrieb
das  1.  Cap.  (Bl.  IL  und  Bl.1  mit  diesem  Columnentitel)  neu  und  klebte
oben  an  den  Seiten  diese  neue  Überschrift  über  die  alte.  Auf  einen
vor  Bl.  98  eingeklebten  Zettel  wird  das  Jahr  1605  genannt.  Die  Ulandschrift
  in  der  Kg].  Bibliothek  in  Hannover  no.  XA1II,  227  ist  eine
Abschrift  dieser  Originalhandschrift,  in  welcher  sogar  die  sich  widersprechenden
  Columnentitel  ‘das  ander  Buch’  und  “Appendix  des  dritten
Buchs’  oder  ‘das  dritte  Buch’  getreulich  hinübergenomnien  wurden.