Göttingen  Stadt  9—13  523

s.  Spiritus:  Iniecium  s.  euang.  s.  Matheum’.  Auf  den  Rändern  stehen
  einige  spätere  Zusätze.

Bl.  31  Zusatz  ‘Siquis  vult  clemenciam  salvatoris  altissimi  exorare..,
cum  sit  res  approbata  et  confirmata  a...  Innocencio  quarto,  dicat  vel
dici  faciat  has  missas  infrascriptas  .  .'.  Bl.  31°  Nachtrag  dreier  zu
Bl.  21  ff.  gehörender  Gebete.

Auf  dem  innern  Deckel  steht  ‘Liber  iste  pertinet  consulibus  in
Gottingen’.

Göttingen  Stadt  12  (im  städt.  Museum)  Perg.  137  Bl.  (vor
Bl.  1  sind  mehrere  Lagen  ausgerissen)  zu  354  :27  cm  zweispaltig
geschrieben  ohne  Musiknoten  rothe  Rubriken,  rothe  und  blaue
Initialen  Bl.  33  Kanonbild:  Christus  am  Kreuz  mit  Maria  und  Johannes
  (eingeklebter  Teigdruck)  1472  alter  Originalband  :  Holzdeckel
  mit  gestempeltem  braunem  Leder;  Ecken,  Buckel  und  Schliessen
von  Messing  und  ein  ungewöhnlicher  eiserner  Verschluss;  dazu  Blattweiser
  und  Lesezeichen  von  Leder

Missale  aus  der  Kirche  S.  Nicolai  in  Göttingen.

Der  Anfang  ist  ausgerissen,  so  dass  Bl.1  das  Proprium  de  tempore,
  beginnt  mit  ‘in  parasceue  feria  6’,  es  geht  bis  ‘in  octava  Pentecostes’,
  dann  BI.29»  ‘de  festo  corporis  Christi’,  DI.  30®  ‘de  vulneribus
domini’.  Bl.  31®  Gloria,  Credo,  Praefationes.  Bl.  33°  Kanon.
Bl.  35°  Fortsetzung  des  Proprium  de  tempore  ‘In  dom.  I  post  Trinit.’
bis  ‘Dom.  25°.  Bl.  54  ‘...  de  sanctis  per  circulum  anni”.  Bl.  101
‘Commune  Sanctorum’.  Bl.  116»  Missae  votivae  et  diversae;  Bl.  130
‘Missa  pro  defunctis’;  Bl.  134°  ‘In  dedicatione  ecclesiae’.  Die  Hs.
enthält  viele  Sequenzen,  aber  keine  Hymnen.

Bl.  137  (roth)  ‘Anno  ..  1472...  completus  est  liber  presens  missalis
  per  me  Henricum  Petri  plebanum  ecclesie  S.  Nicolai  in  Gottingen
  .  .;  dann  mit  anderer  Schrift  ‘Et  idem  d.  Hinricus  predictus  dedit
presens  missale  ad  commissionem  d.  Theoderici  Alperode  ...  (Jue  commissio
  habet  tres  missas  in  qualibet  ebdomada  seruandas  que  vsque
huc  lecte  sunt  in  eccl.  s.  Johannis  .  ..  sed  ...  consules  sibi  annuerunt,
ut...  easdem  .  .  legere  possit  in  ecclesia  sua  antedicta.  Acta  a.d.  m®
cccelx  (so!)  in  die  s.  Michaclis  archangeli”.

(Göttingen  Stadt  13)  Von  anderen  Stücken  des  Stadt-Archivs
  seien  hier  noch  erwähnt:  ‘Erdichtete  Liebesbriefe
des  15  Jahrhunderts  in  nieder-deutscher  Sprache’  aus  dem  Göttinger
Archiv  n0.620  veröffentlicht  von  G.  Schmidt  in  Pfeiffer’s  Germania  X
1865  8.  386/94;  vgl.  Urk.  II  244.  Ein  Pulverrecept  (15  Jh.)  aus
dem  Liber  magnus  copiarum  ist  gedruckt  im  Urkundenbuch  II  8.210.
Briefe  der  Reformationszeit  sind”  aus  dem  Gött.  Archiv  veröffentlicht
von  G.  Schmidt,  im  Programm  der  Bürgerschule  in  Hannover  1867.
‚Korrespondenz  über  Aufhebung  eines  Nonnenklosters  (St.  Annen)  im
16  Jahrh.’,  von  G.  Schmidt  in  Zeitschrift  f.  deutsche  Kulturgeschichte,
N.  Folge  IV  1875  8.  240/9.  Die  Aussöhnung  der  Stadt  Göttingen
mit  Kaiser  Karl  V  1548,  von  G.  Schmidt  in  Forschungen  zur  deutschen
Geschichte  XV  1875  8.  551/65.