526  Goettingen,  St.  Johanniskirche

XIV  Jahrh.,  deren  erstes  unten  verstümmelt  ist;  Bl.  1?  alphabetisches
Verzeichniss  von  Pflanzen  mit  mitteldeutschen  Glossen  ‘Artemisia  (Biboz)
  calida  et  sicca’.  DBl.1”  Medicinische  Eigenschaften  der  Betonica
(B.  reprimit  vomitum)  und  Archintilla.  Bl.  2  Heilmittel  mit  mitteldeutschen
  Zusätzen.

Die  Hs.  wurde  1518  der  Kirche  S.  Nicolai  (der  Filialkirche  von  St.
Johannis)  in  Goettingen  geschenkt.

Göttingen  St.  Johannis  3  1  Bl.  und  690  Seiten  zu  30%:
181  cm  16  Jahrh.

Melanchthon’s  Postille  von  dominica  XIX  post  Trinitatis
1555  bis  dominica  Exaudi  1556.

Vorsetzblaw.:  Enarrationes  evangeliorum  dominicalium  et  quae  diebus
  Sanctorum  leguntur,  exceptae  in  inclyta  Academia  Witebergensi  ex
ore  domini  praeceptoris  Philippi  Melanthonis,  anno  .  ..  1555  et  1556.
Dann:  In  cap.  Johann.  17  Verba  fili  dei  ad  aeternum  patrem  sunt
haec  in  agone  dicta  'Sit  dilectio  tua  in  eis  qua  me  diligis  et  ego”.
Inde  hi  sunt  versus:  ‘Nec  tu  gnate  dei..’  =  Corpus  Ref.  10  csı  und
24  63:  (doch  steht  24634  im  vorletzten  Verse  Tuque  regas  servesque
statt  Tuque  tuo  serves);  dann  die  Unterschrift  ‘Scripti  a  Philippo  Melantho.
  Anno  1556.

S.  1  beginnt  die  Postille.  Es  liegt  hier  die  Reinschrift  einer  offenbar
  getreuen  Nachschrift  der  freien  Vorträge  Melanchthon’s  vor;
darin  beruht  ihr  Werth.  Pezel  hat  in  seiner  Ausgabe  dieser  Postille
(4  Bände  1594/5,  abgedruckt  im  Corpus  Reformatorum  Band  24  und  25)
auch  eine  dieser  Göttinger  ganz  ähnliche  Nachschrift  benutzt  und  daraus
kleine  oder  grössere  Stücke  in  sein  Text-Gemenge  aufgenommen.
Eine  andere  Hand  hat  viele  Stellen  corrigirt,  Inhaltsangaben  an  den
Rand  gesetzt  und  an  den  Schluss  (S.  690)  geschrieben  ‘X  XVII  May
Anno  1587  Dresdae’;  die  Reinschrift  selbst  scheint  nicht  viel  älter  zu
sein.  Sollte  dieser  Corrector  und  Besitzer  Theodosius  Fabricius  gewesen
  sein,  der  in  Wittenberg  1582  Doctor  und  nach  1587  Pfarrer
der  St.  Johanniskirche  geworden  ist?