20  Kaͤmpfe  gegen  die  Franken.

Nach  einiger  Zeit  brachen  unter  den  zwischen  der  Elbe
und  der  Saale  wohnenden  Slaven  und  Sorben  Unruhen  aus,
sie  sielen  in  das,  den  Franken  und  den  Sachsen  gehbdrige
Thüringen  ein,  zerstörten  Carls  Anbauungen  und  ermordeten
die  christliche  Bevdlkerung.  Carl  sendete  drei  Feldherren  mit
fränkischen  Truppen  entgegen,  denen  er  auch  diejenlgen  Sachsen
  beigesellte,  die  sich  ihm  ergeben  und  auf  deren  Treuc  er
rechnen  zu  konnen  glaubte.  Aber  diese  erregten  während  des
Zuges  einen  Aufstand,  schleiften  die  von  den  Franken  erbauten
  Kirchen  und  strömten  verwüstend  zu  Wittekind  hin,  der
eben  die  Ueberbleibsel  der  heidnischen  Ost=  und  Westphalen
zusammengezogen  hatte  und  nun,  durch  die  neuen  Ankommlinge
  verstärkt,  sich  (782)  auf  dem  Berge  Süntel  lagerte.
Das  fränkische  Heer  zog,  unter  Anführung  des  Grafen  Dietrich,
  ihnen  entgegen,  der  ##bermüthig  genug  war,  trotz
dem  daß  das  Terrain  ihm  vllig  unbekannt,  sich  zu  einem
Sturme  gegen  den  Gipfel  des  Berges  zu  entschließen.
Darauf  hatte  Wittekind  gewartet;  ein  Strahl  blutdürstiger
Hoffnung  leuchtete  durch  die  vom  langen  Mißgeschick  verdüsterte
  Seele  des  Helden,  er  hielt  eine  feurige  und  ermuthigende
  Rede  an  seine  Krieger,  und  ließ  sie  dann  auf  die  anrückenden
  Feinde  losgehen.  Wüthend  stürzten  hinter  Strauch
und  Fels  hervor,  sich  die  racheglühenden  Sachsen  auf  die
fränkischen  Söldner,  welche,  mühsam  den  Berg  hinan  klimmend,
  auf  dem  steilen  und  lockern  Boden  nur  unsicher  Fuß
fassen,  daher  nicht  in  Reihe  und  Glied  Widerstand  leisten
konnten  und  vor  dem  Ungestüm  der  sie  grimmig  anfallenden
Sachsen  sich  selbst  haufemweise  den  Berg  hinabrissen.  Aber
hier  erwartete  sie  Wittekinds  Schwert,  der  mit  einem  auserlesenen
  Haͤuflein  sie  umgangen  hatte  und  ihnen  in  den
Rücken  fiel.  Furchtbar  rächten  die  Sachsen  die  Schmach
früherer  Niederlagen,  ihr  Rachedurst  war  unersättlich;  bis
in  die  Nacht  währte  das  Morden  und  nur  Wenige  aus  dem
Frankenheere  retteten  sich  über  die  Weser  hin  in  das  Lager
zurück.  Die  Bestürzung  war  so  ausserordentlich,  daß  die
beiden  Mitfeldherren  Dietrichs,  welche  eine  Strecke  davon  mit
ihren  Truppen  standen,  ihm  nicht  zu  Hülfe  zu  kommen  wag-