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22  Kämpfe  gegen  die  Franken.

schenschädeln  angefüllt  gefunden  haben,  was  nicht  unglaublich,
  da  der  Mord  an  jenen  fünfthalbtausend  Sachsen,  wenigstens
  zum  großen  Theile,  durch  Enthauptung  geschehen  mochte.

Ein  ungeheurer  Schmerz  mußte,  theils  über  Carls  Grausamkeit
  und  den  verruchten  Mord  an  seinen  Freunden,  theils
über  den  Wankelmuth  seiner  übrigen  Genossen,  welche  haufenweis
  von  ihm  absielen  und  durch  Annahme  des  christlichen
Glaubens  und  den  Schwur  der  Treue,  Carls  Schutz  erwarben
  —  Wittekinds  tapferes  Herz  ergreifen.  Der  letzte  Sachse,
wollte  er  sich  eine  freie  Scholle  Landes  behaupten,  um  darauf
zu  sterben.  Er  suchte  Hülfe  bei  seinem  Schwiegervater,  dem
danischen  König  Siegfeied,  und  scheint  sie  damals  erlangt
zu  haben.  Denn  im  Jahre  783  führte  der  unerschütterliche
Unglücksheld  ein  neues  Heer  gegen  Carl.  Bei  Detmold  stie-Len
  die  feindlichen  Heere  auf  einander.  Von  beiden  Seiten
ward  mit  unerhörter  Wuth  und  Ausdauer  gekämpft.  Aber
Carls  Glücksstern  siegte  auch  hier  durch  seine  überlegene
Kriegskunst  und  seine  trefflich  organisirten  Truppen,  denen  Wittekind,
  in  den  seinigen,  nur  eine  Masse  zügelloser  Kraft  entgegensetzen
  konnte.  Die  Sachsen  erlitten  nicht  nur  bei  Detmold,
  sondern  auch  bald  darauf  in  Osnabrück  bei  dem  Hafelfluß,
  eine  blutige  Niederlage.  Carl  aber,  um  den  innern
Kern  des  Sachsenvolkes  immer  mehr  zu  entkräften  und  sie
immer  unfaähiger  zu  einem  Aufstande  in  Masse  zu  machen,
entnahm  gegen  zehntausend  aus  den  vornehmsten  sächsischen
Familien  ihrem  Vatexlande  und  siedelte  sie  in  die  Niederlande
hinüber.

Das  Jahr  784  ward  meist  von  Verwüstungen  bezeichnet,
welche  beide  Thejle  an  den  Besitzungen  des  Feindes  ausführten.
  Mit  den  Trümmern  feiner  Getreuen  stieß  Wittekind
an  der  Lippe  auf  ein  von  Carls  Sohne  geführtes  fränkisches
Heer.  Er  ward  zu  einem  Treffen  gezwungen,  und  im  verzweifelten
  Widerstande  mit  einem  Häuflein  zersprengter,  durch
Leiden  und  Entbehrungen  geschwächter  Krieger  gegen  ein  überlegenes
  Heer,  versuchte  der  große  unglückliche  Sachsenheld
noch  einmal  den  Kampf  für  seine  und  seines  Volkes  Freiheit.
  Allein  bei  so  ungleichen  Miltteln  durfte  sich  Wittekind,