Unterwersung  der  Slaven.  37

ihm  in  den  bevorstehenden  Kaͤmpfen  mit  den  Barbaren  die
besten  Dienste  leisten  konnte.  Dann  dachte  er  zuerst  auf
voͤllige  Unterjochung  der  Slaven.  Demzufolge  führte  er  seine
deutschen  Krieger  über  die  Elbe,  und  da  der  strenge  Winter
von  926  —  927  die  Havel  so  dick  mit  Eis  überzogen  hatte,
daß  der  Zugang  zu  der  Hauptstadt  der  Heveller  oder  Wilzen,
  Brennabor  (Brandenburg)  frei  ward,  so  rückte  er  davor
  und  zwang  sie  zur  Uebergabe.  Hierauf  warf  er  sich  auf
die  weiter  nördlich  wohnenden  Redarier,  und  brachte  sie  unter
  seine  Herrschaft,  nahm  sodann,  nach  einer  zwanzigtägigen
  Belagerung,  die  Hauptstadt  der  Daleminzier,  Gana,
ein,  drang  in  Böhmen  vor,  belagerte  Prag  und  zwang  den
dortigen  Fürsten  Wenzel  zur  Erbietung  eines  jährlichen  Tributes,
  besiegte  die  Milziener  und  Lusizier,  nahm  den  Dänen
die  Mark  Heitiba  weg  und  befestigte  die  meisten  dieser  eroberten
  Plätze,  so  wie  seine  Erbländer,  durch  Burgen.
Nachdem  er  auf  solche  Weise  in  rasch  aufeinander  folgenden
Siegen  die  sämmtlichen  slavischen  Stämme  zur  Ruhe  verwiesen
  hatte,  verstrich  mittlerweile  die  Zeit  des  Waffenstillstandes
  mit  den  ungarn.  Da  man  letteren  den  geforderten
Zins  verweigerte,  so  brachen  sie  gegen  die  Gränzen  der  Daleminzier
  auf  und  verlangten  zugleich  von  diesen  ihren  älteren
Bundesgenossen,  die  ihnen  immer  zu  den  Einfällen  in  Deutschland
  den  Paß  geöffnet  hatten,  auf's  neue  Unterstützung.
Wahrscheinlich  mochten  aber  dazumal  die  Ungarn  die  Bereitwilligkeit
  ihrer  Verbündeten  durch  an  ihnen  selbst  verübte
Räubereien  belohnt  haben;  denn  die  Daleminzier  nahmen
ihre  diesmalige  Einladung  zur  Bundesgenossenschaft  sehr
spröde  auf,  ja,  der  gewöhnlichen  Sage  nach,  sollen  sie  ihnen,
  als  Antwort,  einen  fetten  Hund  verehrt  haben.  Die
Ungarn  behielten  auf  ihrem  schnellen  Durchzuge  nicht  Zeit,

diese  Schmeichelei  nach  ihrer  Weise  zu  erwiedern,  und  während

  ein  Theil  ihrer  Krieger  sich  vor  die  befestigte  Stadt
eines  reichen  thüringischen  Edlen,  des  Wido,  legt  und  sie
belagert,  dringt  der  andere  Theil  tiefer  in  Thüringen  ein.
Allein  der  thöringische  Heerbann,  unter  Anführung  des  Grasen

  Siegseied  und  des  mit  seinen  Kriegern  zu  ihm  gestoße-