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38  Vertreibung  der  Ungarn.

nen,  wahrscheinlich  sächsischen  Grasen  Hermann,  schlägt
diese  letztere  ungarische  Heeresabtheilung  auf  das  Haupt  und
zerstreut  sie  völlig.  Dieser  Unfall  veranlaßte  das  noch  ungeschlagene
  ungarische  Hauptheer,  schneller  auf  das  königliche
  Heer  loszugehen,  ehe  dasselbe  noch  durch  die  Nachricht
von  dem  Siege  des  süchsisch  =  thüringischen  Heerbannes  ermuthigt,
  mit  doppeltem  Feuer  schlagen  werde.  Heinrich  stand
nördlich  vom  Harz  bei  Radi;  er  hatte  sein  deutsches  Heer
schon  um  sich  versammelt  und  wartete  nur  noch,  daß  die
Friesen  zu  ihm  stoßen  sollten.  Hier  traf  ihn  sowohl  die
Nachricht  von  dem  bereits  gewonnenen  Siege,  als  auch  daß
die  Hauptabtheilung  der  Ungarn  schon  im  Anzuge  gegen  ihn
sey.  Ohne  nunmehr  erst  die  Ankunft  der  Friesen  abzuwarten,
geht  er  am  folgenden  Tage  den  Ungarn  entgegen,  schlägt  sie
gänzlich,  crobert  ihr  Lager  nebst  der  sämmtlichen  darin  vorgefundenen
  Beute,  verfolgt  die  Flüchtigen  bis  nach  Dalemincien
  und  an  die  Elbe,  und  führt  nach  diesem  glorreichen
Siege,  welcher  Deutschlands  Gränzen  von  den  Barbaren
gereinigt  hatte,  sein  Heer  in  die  Winterquartiere  und  nach
Nordthüringen  zuräck.

Aber  ungeschreckt  von  der  blutigen  Warnung,  die  sie
erfahren,  wagten  schon  im  folgenden  Jahre  die  Ungarn  einen
neuen  Einfall.  Bei  ihrer  Annäherung  zog  Heinrich  ihnen  in
den  Hassegau  entgegen,  verleitete  sie,  indem  er  ihnen  eine
Schaar  schlecht  bewaffneter  Thüringer  zeigte,  sich  näher  an
ihn  heran  zu  wagen,  und  schlug  sie,  trotz  ihres  hartnäckigen
und  verzweifelten  Widerstandes,  der  verschiedene  Male  den
Ausgang  zweifelhaft  machte,  endlich  so  nachdrücklich,  daß
die  Mehrzahl  derfelben  niedergehauen  oder  gefangen,  oder  in
die  nahe  Saale  —  denn  die  Schlacht  fiel  bei  Merseburg
vor  —  gesprengt  wurde.  Der  Berlust,  den  die  Ungarn  erlitten,
  war  so  furchtbar,  daß  ihrer,  ausser  den  Gefangenen
und  Ertrunkenen,  36,000  Mann  geblieben  seyn  sollen.  Dieser
  glänzende  Sieg  rettete  nicht  nur  Deutschland  so  ziemlich
vor  weitern  Einfällen  der  Ungarn,  sondern  beraubte  auch
die  Slaven  ihrer  mächtigsten  Stütze,  und  Heinrich  bändigte