Zweite  Abtheilung.

Von  Albrecht  dem  Unartigen  bis  zum  Tode  der
Soͤhne  Friedrichs  des  Streitbaren.

Ee  scheint,  daß  mehr  eine  unwürdige  Liebe,  als  angeborne
Gewissenlosigkeit,  Albrecht's  Leben  zu  einer  solchen  Kette
von  Fehlern,  Verbrechen  und  Tollheiten  gemacht  und  ihn  in
der  Geschichte  älterer  Zeiten  zu  einer  moralischen  Spukgestalt
herabgezogen  hat;  denn  seine  Jugend  verging  nicht  ohne  Ruhm,
und  sowohl  im  Zuge  gegen  die  unglubigen  Preußen,  als
auch  im  thüringischen  Eebfolgekriege  entwickelte  er  Muth  und
1251  kriegerischen  Sinn.  Nachdem  er  im  Jahre  1254  so  glücklich
gewesen  war,  die  Tochter  des  großen  Hohenstaufen,  Kaiser
Friedrich's  II.  als  Gemahlin  heimzuführen,  wurde  ihm  vom
Kaiser  eine  große  Geldsumme  als  Mitgift  ausgesetzt,  wofür
derselbe  Heinrich  dem  Erlauchten  das  Pleißnerland  —  welches
  besonders  Altenburg,  Zwickau,  Chemnitz,  Verde,  Crimmitschau,
  Schmöllen,  Leißnig,  Colditz,  Frohburg  und  andere
vorher  unmittelbar  dem  Kaiser  gehörige  Städte  in  sich  begriff
  —  verpfändete.  Ohngeachtet  der  vorzüglichen  weiblichen
  Eigenschaften,  welche  Margaretha  in  hohem  Grade  besaß
  und  die  völlig  geeignet  gewesen  sein  würden,  einen
würdigern  Gatten  zu  beglücken,  siel  Albrecht  doch  gar  bald
in  die  Schlingen  einer  eitlen  und  ehrgeizigen  Buhlerin,  des
Frduleins  Kunigunde  von  Eisenberg.  Diese  wußte  durch
schlaue  Weiberkünste  das  Herz  des  wankelmüthigen  Albrechts