76  Friedrich  und  Dietzmann.

kuͤnftigen  Erben  seiner  Laͤnder  einzusetzen  und  seine  mit  Mar—
garethen  erzeugten  Soͤhne  leer  ausgehen  zu  lassen.  Da  die
Letzteren  sich  dies  nicht  gefallen  lassen  wollten,  so  kam  es
zu  heftigen  Streitigkeiten  zwischen  Vater  und  Soͤhnen,  und
endlich  gar  zu  offnem  Kriege.  Die  verstoßenen  Soͤhne  wa-1281

  ren  jedoch  anfangs  nicht  siegreich,  und  Friedrichen  traf  1281

1286

1288

sogar  das  Mißgeschick,  in  die  Gefangenschaft  seines  unnatürlichen
  Vaters  zu  fallen,  welcher  ihn  in  harter  Haft  hielt
und  ihn  selbst  dann  nicht  freigeben  wollte,  als  die  Städte
Mailand  und  Florenz,  Friedrichs  jungem  Heldengestirne  huldigend,
  ihm  die  Verwaltung  ihres  neu  sich  gestaltenden  Staates
  antrugen.  Doch  gelang  es  Friedrich,  wahrscheinlich  von
einigen  ihm  ergebenen  Dienern  seines  Vaters  unterstäützt,  seiner
  Haft  zu  entfliehen.  Die  Feindseligkeiten  nahmen  nun
ihren  Fortgang.  Mittlerweile  starb  Albrechts  Bruder,  der  biedere
Dictrich,  und  hinterließ  seinen  Sohn,  Friedrich  Tuta,  als  Erben
vom  Osterland  und  Landsberg.  Im  Jahre  1286  starb  auch
Albrechts  zweite  Gemahlin,  die  berüchtigte  Kunigunde,  die
Ate  des  langen  Krieges  zwischen  Vater  und  Söhnen.  Um
diese  Zeit  scheint  übrigens  zwischen  Albrecht  und  seinen  Soͤhnen
  eine  kurze  Ruhe  bestanden  zu  haben,  ja,  wie  es  heißt,
kam  es  zu  einem  Vergleiche,  in  welchem  Albrecht  seinem
altern  Sohne  Friedrich  die  Palzgrafschaft  Sachsen,  dem
jüngern,  Dietzmann,  das  Pleißnerland  einräumte.  Doch  war
der  Friede  nicht  von  Dauer.  Albrechts  Herz  hatte  sich  seinen
  Söhnen  entwendet,  ja  verfeindet;  er  suchte  seinem  jungsten
  Sohne  Apitz  auf  alle  nur  mögliche  Weise  zu  Gütern
und  Einfluß  zu  verhelfen  und  verkürzte  dadurch  seine  rechtmäßigen
  Söhne.  Hierüber  kam  es  auf's  Neue  zu  Feindseligkeiten,
  und  Albrecht  ward  1288  der  Gefangene  seines
Sohnes  Friedrich,  welcher  ihn  nach  Landsberg  und  von  da
nach  Rochlitz  in  Verwahrung  bringen  ließ,  auch  freiwillg
den  Vater  nicht  so  leicht  freigegeben  haben  würde,  da,  so
lange  Letzterem  die  Hände  nicht  gebunden  waren,  auf  keine
dauernde  Ruhe  zu  rechnen  war.  Gleichwohl  ermittelten  die
thüringischen  Stände  seine  Freilassung,  wobei  er  jedoch  seinem
  Sohne  Friedrich  die  Städte  Freiberg,  Hayn  und  Tor-