Frledrich  und  Dietzmann.  77

gau  zu  uͤberlassen  sich  verpflichtete.  Doch  scheinen  diese
Versprechungen  nicht  vollgültig  erfüllt  worden  zu  seyn;  denn
im  folgenden  Jahre  wurde  zu  Eisenach  ein  neuer  Vergleich
geschlossen,  in  welchem  Albrecht  nichts  von  seinen  Ländern
zu  verdußern  oder  seinem  Sohne  Apitz  zuzuwenden  versprach,
es  moͤchte  denn  mit  Bewilligung  seiner  beiden  ältern  Söhne
geschehen.  Wirklich  war  ein  solcher  Vergleich  sehr  vonnöthen,
da  Albrecht  fortwährend  Lust  bezeigte,  zum  Nachtheil  seiner
Erben  Länderbesltungen  zu  verkaufen.  Im  Jahre  1291
starb  Friedrich  Tuta  und,  muthmaßlich  in  Gemäßheit  einer
von  ihm  getroffenen  Willensverfägung,  theilten  sich  Friedrich
und  Dietzmann  in  seine  Länder,  indem  Ersterer  den  größten
Theil  des  Meißner  Landes,  Letzterer  aber  das  Osterland  in
Besitz  nahm.  Albrecht  aber  betrachtete  dies  als  eine  Verletzung
  der  gesetzlichen  Erbordnung,  und  wohl  nicht  ohne
Grund,  daher  er  sich  nach  Hilfe  umsah,  seinen  Verbündeten
einen  bedeutenden  Theil  seiner  Länder  verkaufte  und  abermals
  Feindseligkeiten  gegen  seine  Söhne  begann.  Da  aber
seine  Soͤhne  ihm  (1293)  eine  bedeutende  Niederlage  beibrachten,
  so  verkaufte  er,  nur  um  seinen  Söhnen  alles  Mogliche
zu  entziehen,  die  Landgrafschaft  Thüringen  nebst  dem  Osterlande,
  desgleichen  seine  Rechte  auf  die  Mark  Meißen  —
für  den  Fall  seines  Todes  —  an  den  deutschen  König  Adolf
von  Nassau,  und  zwar  um  die  unbedeutende  Summe  von
12,000  Mark  Silber.  Adolf  konnte  allerdings,  wenn
man  die  ihm  erwachsenden  Schwierigkeiten  der  Uebernahme
hinwegrechnet,  sich  zu  diesem  billigen  Kaufe  Glück  wünschen,
er  gedachte  durch  diese  Länder  seine  Hausmacht  ansehnlich
zu  vergrößern  und  ließ  Albrechts  Söhne  auffordern,  die
erkauften  Länder  ihm  zu  übergeben.  Da  diese  sich  jedoch
hierzu  nicht  bereitwillig  finden  ließen,  fiel  er  im  September
1294  mit  einem  starken  Heer  in  Meißen  ein,  bemeisterte  sich
verschiedener  Mätze,  wie  Freiburg,  Naumburg,  Groitzsch,
Pegau,  Eulenburg  und  Leipzig,  und  ließ  es  zu,  daß  seine
Seldaten,  überall  wo  sie  hinkamen,  Grausamkeiten  und  schändlichen
  Muthwillen  aller  Art  begingen.  Hierauf  zog  er  sich

an  den  Rhein  zurück,  und  die  beiden  Markgrafen  setzten  sich

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