1295

1208

1306

1307

1308

78  Friedrich  und  Dietzmang.

wieder  in  Besitz  des  Verlornen.  Aber  1295  kehrte  Adolf
wieder  zurück,  nahm,  nach  einer  sechszehn  Monate  langen
Belagerung,  Freiberg  durch  Verrath  eines  dortigen  Einwohners,
  ließ  viele  der  Vertheidiger  umbringen  und  zwang  Friedrich,
  ihm  Meißen  nebst  seinen  übrigen  Städten  und  Schlössern
  abzutreten.  Doch  sollte  Adolfs  Grausamkeit  sich  nur
zu  schnell  rächen,  der  Kampf  mit  einem  ihm  gegenübergestellten
  Gegen-König  rief  ihn  aus  Meißen  hinweg,  und  die
Markgrafen  griffen  wieder  zu  ihrem  guten  Schwerte.  Bei
Doͤbeln  lieferte  Friedrich  den  königlichen  Truppen  eine  Schlacht,
in  welcher  er  völlig  Sieger  blieb  und  des  Königs  Feldberrn
und  Vetter,  Heinrich  von  Nassau,  gefangen  nahm.  Mehrere
Städte  kamen  jetzt  wieder  in  seine  Gewalt,  und  Konig
Adolf's  bald  darauf  erfolgender  blutiger  Tod  —  er  fiel  in
der  Schlacht  bei  Gehlheim  gegen  seinen  Nebenbuhler,  Albrecht
von  Oesterreich  (2.  Juli  1298)  —  brachte  die  hartbedrängten
  Markgrafen  bald  wieder  in  den  vollen  Besitz  ihres  angetasteten
  Eigenthums.

Die  kurze  Ruhe,  welche  den  Brüdern  vergönnt  war,  um
sich  in  ihrer  harterschütterten  Regierung  wieder  ecinigermaßen
zu  befestigen,  ward  bald  dadurch  wieder  gestört,  daß,  als
Friedrich  und  Dietzmann  1306  Eisenach  und  einige  andere
thüringische  Städte  in  Besitz  nehmen  wollte,  diese  sich  für
Eigenthum  des  deutschen  Reichs  erklärten,  und  sich  dem  neuen
deutschen  König  Albrecht  in  die  Arme  warfen,  der,  wahrscheinlich
  von  dem,  aus  Friedrichs  Gefangenschaft  entflohenen
Heinrich  von  Nassau  dazu  verleitet,  auch  zwei  Heere  absendete,
  um  diese  Städte  den  Brüdern  zu  entreißen.  Aber  der
Anführer  des  einen  Heeres  ward  bei  der  Wartburg  von  den
Thüringern  abgefangen,  und  am  31.  Mai  1307  schlugen
Friedrich  und  Dietzmann  bei  Lucca,  unweit  Altenburg,  den
König  so  nachdrücklich,  daß  ihm  für  den  Augenblick  die  Last
zu  dem  Meißner  Besitze  scharf  verleidet  wurde.  Zwar  machte
er  im  folgenden  Jahre  noch  einige  Versuche,  allein  im  Mai
dieses  Jahres  fiel  er  unter  den  Schwertern  seines  Rache
schnaubenden  Verwandten,  Johanns  von  Schwaben,  und
seiner  Gefährten.  Leider  sollte  dem  freudigen  Siege  von  Lucca