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80  Markgraf  Friedrich.

seitiges  Berauben  und  Verwüsten,  als  einen  fdrmlichen  Krieg.
Doch  hatte  Friedrich  das  Ungläück,  bei  Großenhayn  1312  in
die  Gefangenschaft  seines  Gegners  zu  gerathen,  und  konnte
seine  Freiheit  unter  keiner  andern  Bedingung  wiedererlangen,
als,  indem  er  den  freilich  ihm  ungünstigen  Vertrag  von  Tangermünde
  einging,  zufolge  dessen  er  seine  Tochter  Eilisabeth
dem  Grafen  Albrecht  von  Köthen,  Waldemar's  Schwestersohne,
  zur  Gemahlin  gab  und  derselben  das  ganze  Pleißnerland
  als  Heiratsguth  überließ,  dem  Markgrafen  Waldemar
  aber  die  Lausitz  und  mehrere  meißnische  Städte  abtrat
und  zugleich  eine  Summe  von  32,000  Mark  Silber  zu  zahlen
  versprach.  Sobald  Friedrich  sich  wieder  frei  wußte,
züchtigte  er  die  ihm  aufsäßigen  Aebte,  indem  er  ihnen  ihre
thäringischen  Besitzungen  wegnahm,  die  sie  sich  nur  mit
schwerem  Golde  wieder  einldsen  durften,  so  auch  die  aufrührischen
  Städte,  welche  des  Markgrafen  Gefangenschaft
sich  augenblicklich  zu  Nutze  gemacht  hatten,  um  von  ihm  abzufallen
  und  andere  Herren  anzuerkennen.

Am  13.  Novbr.  1314  starb  Friedrich's  Vater,  Albrecht,
in  einem  Alter  von  74  Jahren,  zu  Erfurt  in  großer  Dörftigkeit.
  Er  hatte,  ein  pensionirter  Länderfürst,  seine  letzten
Lebensjahre  mit  wenigen  Getreuen  in  abentheuerlicher  Armuth
  hingebracht,  hatte  sich,  nebst  seinen  hungernden  Lakaien,
von  Bürgersleuten  füttern  lassen,  bis,  bei  neuen  Geldsendungen,
  gleich  einem  sorgenlosen  Studenten,  auf  einige  Tage
wieder  Münze  und  fürstlicher  Hochmuth  bei  ihm  einkehrte,
die  sich  nie  lange  aufhielten  und  schnell  wieder  dem  Hunger
und  der  unwillkührlich  damit  verschwisterten  Bescheidenheit
Platz  machten.  Er  reizte  in  diesem  Zustande  die  Lachlust
an,  wenn  man  geneigt  ist,  an  seinen  frühern  rücksichtslosen
Trotz  und  Hochmuth  zurückzudenken,  aber  seine  Jammergegestalt
  erregt  auch  wiederum  Mitleid,  wenn  man  sich  entsinnt,
  daß  seine  Jugend  nicht  leer  an  Kriegesruhm  ist.
Vielleicht  hätte  Friedrich  es  doch  verhüten  können,  seinen
Vater  so  ganz  zu  einem  halb  tragischen,  halb  possierlichen
Bilde  fürstlichen  Elends  herabsinken  zu  lassen,  und  nur  die
zu  stürmischen  Zeiten,  welche  Friedrichen  nie  Ruhe  gönnten