Markgraf  Friedrich.  81

und  ihm,  neben  größern  Volks=  und  Staatsinteressen,  selbst
das  Elend  seines  Vaters  gewissermaaßen  zur  Nebensache
machen  mußten,  koönnen  ihm  zur  Entschuldigung  gereichen.
Unverkennbar  sehen  wir,  auch  noch  ausser  den  ruhmvollen
Waffenthaten  seiner  Jugend,  selbst  in  Albrechts  reiferem  Leben
  aus  einem  Gewirre  von  Launen  und  eigensinnigen  Leidenschaften
  einzelne  Züge  von  Kraft  hervorleuchten.  Aber
fremder  unseliger  Einfluß,  besonders  die  Lockungen  eines
verführerischen,  buhlerischen  Weibes,  erstickten  frühzeitig  die
heiligsten  Gefühle  der  Natur,  Gatten=  und  Vaterliebe,  in
seinem  Herzen,  und  mit  ihnen  ging  gewaltsam  alles  Schoͤne
und  Bessere  in  ihm  zu  Grabe.  Bejammernswerthe  Alterschwäche
  und  kindischer  Greisenstumpfsinn  waren  nicht  geeignet,
  die  Uebereilungen  des  Jünglings,  die  Vergehungen
des  Mannes  an  ihm  zu  versèhnen,  und  der  kleinliche  Wit
mancher  Geschichtschreiber  hat  sich  beeilt,  sein  Bild  noch  in's
Fratzenhafte  herabzuziehen.  Beleidigtes  Vatergefühl  —  freilich
  meist  nur  in  Folge  seiner  eignen  Schuld  angetastet  und
verletzt  —  machte  ihn  immer  aufgebrachter,  wachsendes  Mißgeschick
  immer  verstockter.  Sein  mit  Kunigunden  erzeugter
Sohn,  Apitz,  war  ihm  im  Tode  schon  vorangegangen.

Nach  Kunigundens  Tode  hatte  Albrecht  sich  mit  Elisabeth,
verwittweter  Gräfin  von  Arnshaug,  vermählt.  Diese  seine
dritte  Ehe  blieb  kinderlos.  Wohl  aber  hatte  Elisabeth  aus
ihrer  ersten  Ehe  eine  Tochter,  ebenfalls  Elisabeth  genannt,
welche  Friedrich  der  Gebissene,  der  seine  erste  Gemahlin  durch
den  Tod  verloren  hatte,  entführte  und  ehelichte,  wodurch  ihm,
nachdem  sein  Vater  sich  mit  ihm  ausgesöhnt  und  in  diese
Che  gewilligt  hatte,  Neustadt  an  der  Orla,  Triptis,  Auma,
Ziegenrück  und  ein  Theil  der  Stadt  Jena  zufiel,  wozu  die
andern  Theile  nachgehends  kaäuflich  angebracht  wurden.

Friedrich's  ruheloses  Leben  endigte  auf  eine  Weise,  welche
mit  seiner  bewegten  Laufbahn  im  schmerzlichen  Contraste
stand.  Als  er  1321  in  Eisenach  ein  geistliches  Mönchsspiel,
  welches  die  Historic  von  den  fünf  klugen  und  den
fünf  thdrigten  Jungfrauen  vorstellte,  mit  ansah,  wurde  der
von  langen  Lebensstürmen  wahrscheinlich  schon  erschdpfte

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