13

84  Friedrich  der  Ernsthafte.

Spangenberg,  Dorla  und  Dümwerde,  es  nicht  verschmähten,
das  umliegende  Land  durch  kühne  Raubzüge  zu  schrecken,
mußten  Friedrich's  Strenge  bitter  empfinden,  welcher,  verbündet
  mit  Mainz  und  Hessen,  Jagd  auf  sie  machen  ließ.
Da  man  ihrer  mehrere  fing,  so  mußten  drei  derselben  erbarmunglos,
  Jeder  in  Gesellschaft  einer  Katze,  den  Galgen
zieren.  Ihre  Burg  wurde  gebrochen  und  ihr  Land  in  eine
Gauerbschaft  —  ein  gemeinsam  zu  besitzendes,  zu  verwaltendes
  und  zu  vertheidigendes  Gesammteigenthum  —  verwandelt.


Ueberhaupt  strebte  Friedrich's  ganzes  Leben  darauf  hin,
den  Uebermuth  des  Adels  zu  dampfen,  der  eine  Quelle  unübersehbarer
  Streitigkeiten  war,  und  Fürst  wie  Bürger  beldstigte.
  Er  bevorzugte  vielmehr  die  Städte,  und  ist  ohnstreitig
  einer  der  ersten  Fürsten  jener  Zeit,  welche  das  Unzweckmaßige
  eines  rein  aristokratischen  Systems  einsahen.
Eine  harte  Fehde  führte  er  gegen  den  Grafen  Hermann  von
Weimar  und  Orlamünde  —  der  durch  Spott  und  unehrerbietiges
  Betragen  den  Zorn  des  strengen,  düstern  Fürsten
erregt  haben  soll  —  und  dessen  Bundesgenossen,  Graf  Günther
  von  Schwarzburg.  Die  Erfurter  schlugen  sich  auf  die
Seite  Friedrichs,  aber  auch  die  Grafen  fanden  Bundesgenossen,
  und  beide  Theile  wetteiferten,  sich  durch  Verwüstungen
  und  oft  zwecklose  Feindseligkeiten  zu  erschöpfen.  Doch
zogen  im  Ganzen  die  Grafen  den  Kürzern  und  sahen  sich
endlich  (1345)  segar  gendthigt,  durch  bedeutende  Opfer  von
Friedrich  den  Frieden  zu  erkaufen.

Durch  seine  Willenskraft,  Besonnenheit  und  den  guten
Fortgang  seiner  Unternehmungen  hatte  Friedrich  sich  eine  so
hohe  und  allgemeine  Achtung  begründet,  daß,  nach  dem
Tode  Kaiser  Ludwigs  des  Baiern  (&amp;4  1347),  mehrere
deutsche  Fürsten  ihre  Wahl  auf  Friedrich  lenkten,  und  man
zu  Frankfurt  bereits  Unterhandlungen  mit  ihm  begann,  welche
darauf  zielten,  ihn  zum  Gegenkönige  wider  Karl  IV.  zu
machen.  Friedrich  schwankte,  ob  er  diese  gefährliche  Ehre
annehmen  sollte,  oder  nicht.  Karl  IV.  aber  bot  ihm  in
einer  Hand  die  Reichsacht,  in  der  andern  10,000  Mark