1373

1371

1375

1377
1382

1379

86  Erriedrich  der  Strenge  und  seine  Brüder.

ingleichen  die  sräher  den  Herzdgen  von  Braunschweig  zugehörige
  Herrschaft  Sangerhausen  an  sich  zu  bringen.  Auch
kam,  durch  Friedrich's  Betrieb,  im  Jahre  1373,  die  schon
länger  im  Werke  gewesene,  aber  immer  durch  Umstände
wieder  abgebrochene  Erbverbrüderung  zwischen  Meisen
und  Hessen,  wodurch  eine  gegenseitige  Erbfolge  bezweckt
ward,  zu  Stande.

Zu  derselben  Zeit  stiegen  in  Thüringen  wieder  drohende
Kriegswetter  empor.  Nach  dem  erfolgten  Hintritte  des  Erzbischofs
  Johann  von  Mainz,  hatte  das  dortige  Domkapitel
den  Bischof  von  Speier,  Adolph  von  Nassau,  zu  Jenes  Nachfolger
  gewaéhlt.  Dagegen  hatte  Ludwig,  der  zum  geistlichen
Stande  engogene  dritte  Sohn  des  verstorbenen  Friedrich's  des
Ernsthaften  —  nachdem  es  ihm  schon  1358,  damals  kaum
18  Jahre  alt,  zum  Bischof  von  Halberstadt,  und  acht  Jahre
später  zum  Bischof  von  Bamberg  gewählt  zu  werden,  geglückt
  war  —  1374  den  Pabst  Gregor  XI.  vermocht,  ihm
das  erledigte  Mainzer  Bisthum  zuzusagen  und  des  Kaisers
Karl  IV.  Einstimmung  hiezu  erhalten.  Während  für  Adolph
von  Nassau  die  Städte  Erfurt,  Nordhausen  und  Mühlhausen,
  ingleichen  die  Grafen  von  Gleichen  und  der  elchsfeldische
Adel  auftraten,  wurden  Ludwig's  Ansprüche,  wie  natürlich,
nicht  nur  von  seinen  Brüdern,  sondern  auch  vom  Kaiser
selbst  unterstützt.  Letzterer  aͤchtete  die  Stadt  Erfurt  und  die

Grafen  von  Gleichen;  Friedrich  der  Strenge  aber  legte  sich

mit  einem  mächtigen  Heere  vor  jene  Stadt  und  verwüstete
deren  Gebiet,  wie  auch  die  Güter  der  Grafen  von  Gleichen.
Endlich  vermittelte  der  Kaiser  einen  Vergleich  und  spater
(1377)  einen  Waffenstillstand.  Doch  brachen  die  Unruhen
auf's  neue  hervor,  bis  Ludwig's  gewaltsamer  Tod  (1382)
in  Folge  eines  Sturzes,  den  Streitigkeiten  mit  einem  Male
ein  Ziel  setzte.

Die  drei  Bruͤder  hatten  bisher  vollkommen  gemeinschaftlich
  regiert,  bis  sie  im  Jahre  1379  eine  sogenannte  Oerterung
  —  eine  bloße  Umschreibung  des  gefürchteten  Namens:
Ländertheilung  —  eingiengen)  zufolge  deren  Friedrich  das
Osterland  und  die  Markgrafschaft  Landsberg,  Balthasar